Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Bürger wollen 200 000 Euro über Spenden einwerben

Käufer für altes Pfarrhaus in Eddigehausen gesucht Bürger wollen 200 000 Euro über Spenden einwerben

Eine Interessengemeinschaft will das Alte Pfarrhaus in Eddigehausen kaufen, sanieren und dem Treffpunkt-Verein zur Verfügung stellen. Stefan Burghardt, Alexander Frangesch und David Hindle wollen die benötigten 200 000 Euro einwerben.

Voriger Artikel
Planungskosten für IGS Bovenden
Nächster Artikel
Bovender Ordensritter sammeln für neues Quartier

Aussenansichten des Alten Pfarrhauses (TAP) in Eddigehausen.
 

Quelle: Bänsch

Eddigehausen.  Seit einem Jahr verhandelt die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Eddigehausen, der das Gebäude am Kirchplatz 1 gehört, mit Interessenten. Die Gemeinde habe nicht das Geld, um nötige Arbeiten durchzuführen, teilt der Kirchenvorstand mit. Die Landeskirche gewähre keine Zuschüsse, da das Gebäude nicht mehr kirchlich genutzt werde.

So ist der Haupteingang aufgrund morscher Balken am Glasvorbau seit geraumer Zeit gesperrt. Das nervt den Verein Treffpunkt Altes Pfarrhaus, der seit 2006 Mieter des Gebäudes ist. „Wenn die Kirche jetzt nicht Handwerker beauftragt, kürzen wir von Januar an die Miete“, kündigt der Vereinsvorsitzende Jörg Ahlborn an. Lange hätten sich die 170 Vereinsmitglieder mit der unbefriedigenden Situation arrangiert. Nun seien sie mit ihrer Geduld am Ende.

Verschiedene Kaufinteressenten

„Wir wollen das Alte Pfarrhaus renovieren lassen“, versichert Pastorin Christina Klasink auf Tageblatt-Nachfrage. Details könne sie noch nicht nennen. Die Kirchengemeinde käme aber „gut voran“. Sie stände mit verschiedenen Kaufinteressierten in Kontakt. Beim Eddigehäuser Neujahrsempfang Ende Januar würden „wichtige Fragen“ beantwortet, kündigt die Pastorin an.

„Wir haben am Mittwoch ein Gespräch mit der Kirchengemeinde“, sagt Burghardt von der Interessengemeinschaft. Mit dem Treffpunkt-Verein hätten sie sich bereits abgestimmt. Einen „namhaften Betrag“ habe ihnen ein Einzelspender in Aussicht gestellt. Andere Bürger hätten signalisiert, dass sie weiteres Geld dazu geben wollten. Offen sei, ob sich die Interessengemeinschaft als Verein oder als Stiftung organisieren werde, berichtet der Rechtsanwalt, der als Personalchef eines medizinischen Dienstleisters tätig ist.

Beeindruckt von dem Engagement des Treffpunkt-Vereins

Er und seine Mitstreiter, so Burghardt, wohnten „seit drei, vier Jahren“ im Neubaugebiet in Eddigehausen. Sie seien beeindruckt von dem Engagement des Treffpunkt-Vereins, der im Alten Pfarrhaus Kulturveranstaltungen ausrichte. Es gebe gemeinsame Mittagessen. Stammtische träfen sich dort. Privatfeiern fänden statt. „Dass muss so weiter gehen“, betont der Sprecher der Interessengemeinschaft. Das alte Gebäude habe Charme. Weitere Bürger des 1800 Einwohner zählenden Dorfs gelte es einzubinden. Denkbar sei es, in dem Gebäude einen Dorfladen einzurichten. Ehrenamtliche Helfer hätten sich bereits gemeldet. Bauliche Voraussetzungen müssten geprüft werden.

„Der Treffpunkt Altes Pfarrhaus ist für Eddigehausen unverzichtbar“, erklärt Ortsbürgermeister Bernd Riethig (SPD). Für größere Veranstaltungen im Ort gebe es sonst nur noch den Clubraum, der mittags von der Ganztagsschule und dem Hort als Mensa genutzt werde. Er habe allerdings lange nicht die Atmosphäre des Pfarrhauses. Finanzielle Unterstützung könne der Ortsrat nicht gewähren, betont der Ortsbürgermeister.

Die Sparkasse hat das alte Fachwerkgebäude viele Jahre lang als Filiale genutzt. Später kaufte es die Kirchengemeinde zurück und vermietete es dem Treffpunkt-Verein. Dessen Mietvertrag läuft noch bis 2021.

Von Michael Caspar

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Bilder der Woche vom 2. bis 8. Dezember