Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Ministerpräsident Weil besucht Burg Plesse

Großer Turm wieder begehbar Ministerpräsident Weil besucht Burg Plesse

Der große Turm der Burg Plesse ist wieder zugänglich und begehbar. Diese Neuigkeit teilte Thorsten Heinze, Vorsitzender des Vereins Freunde der Burg Plesse, dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) bei dessen Besuch mit. Weil bot an, Möglichkeiten für weitere Förderungen zu prüfen.

Voriger Artikel
Polizei stoppt betrunkenen Autofahrer
Nächster Artikel
Böschung am Straßenrand abgebrannt
Quelle: Bänsch

Bovenden. Der Ministerpräsident genoss die Aussicht, die sich ihm am Sonnabendnachmittag bei Sonnenschein oben auf dem Turm bot. "Südniedersachsen ist so schön", sagte er. Bei solch einem Wetter sei die Landschaft nicht zu toppen. Die Burg Plesse sehe er zwar immer, wenn er auf der Autobahn 7 an ihr vorbeifahre, habe sie aber bei Tageslicht noch nicht besucht.

Ministerpräsident Weil besucht die Burg Plesse

Zur Bildergalerie

"Vor 35 Jahren war ich schon mal hier während einer Nachtwanderung", erzählte Weil. Gesehen habe er damals nicht viel, aber er erinnere sich, "dass wir viel Spaß hatten". Dass den schon andere Persönlichkeiten vor ihm auf der Burg hatten, erläuterte Archäologe Thomas Moritz, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des Vereins. Im 18. Jahrhundert sei die Burg vorübergehend hessisches Ausland gewesen, weshalb Studenten aus Göttingen dort ihre Partys feierten. "Unter anderem Goethe, Bismarck und die Grimms", nannte Moritz einige bekannte Namen. Die Burg sei also "eine berüchtigte Partyzone im Ausland" gewesen. Beispielsweise sei der zweite Jahrestag der Erstürmung der Bastille auf der Plesse mit einer Massenschlägerei geendet.

Weil erklärte, er habe kein Gastgeschenk mitgebracht. Aber: "Das Land ist kräftig in Vorleistung getreten, damit ich herkommen durfte", so der Politiker. Das Land hatte 600000 Euro für die Renovierungsarbeiten am Großen Turm bereitgestellt. Beim Besuch des Ministerpräsidenten zeigte sich der Turm noch verpackt. Momentan gebe es gerade eine Trocknungsphase, erläuterte Marcus Rogge, Leiter des staatlichen Baumanagements Südniedersachsen. Aber ab Montag, 17. Juli, sollten die abschließenden Putzarbeiten fortgesetzt werden. "Wenn alles gut läuft, können wir den Turm im August wieder auspacken", so Rogge. Besucher könnten ihn aber bereits wieder besteigen. "Er ist geöffnet, wenn das Wirtshaus geöffnet ist", ergänzte Heinze.

Brief an den Ministerpräsidenten

Während der Tour wurde Weil auch in den Südekum, den kleinen Turm der Anlage, geführt. Heinze erklärte ihm, dass dieser rund 80 Jahre zum Teil eingefallen und nicht zu begehen gewesen sei. Zum 1000. Geburtstag der Burg im Jahr 2015 sei die Sanierung mit Fördermitteln gelungen. Ein Glasboden und Beleuchtung sorgen nun für spannende Einblicke im Inneren. Doch die Arbeit des Vereins sei lange nicht beendet. Im Untergeschoss im großen Turm solle die Forschungsarbeit präsentiert werden. "Das ist hier eine der bestuntersuchten Burgen", sagte Heinze. Nach Angaben von Moritz gebe es hier das zweitgrößte adelige Archiv in Niedersachsen. "Und diese vielen Ergebnisse wollen wir der Bevölkerung präsentieren", so Heinze weiter. Dazu solle auch jemand eingestellt werden, der den Besuchern Erläuterungen geben kann. Weil forderte Heinze auf, ihm dazu einen Brief zu schreiben und verwies auch auf die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit der Universität. Und auch an anderer Stelle wurde der Ministerpräsident nach eigenen Angaben hellhörig - als Moritz von einer eisenzeitlichen Burganlage aus dem sechsten Jahrhundert vor Christus unter einem Hügel erzählte. Weil gab seinen Mitarbeitern gleich den Auftrag, zu prüfen, ob es einen Fördertopf gebe, der hier zum Einsatz kommen könne. Das sei ein Thema, das viel Potenzial habe.

Bildungslücke geschlossen

"Es war ein guter und ungezwungener Besuch", zog Heinze ein positives Fazit. Es sei wichtig, dass die Personen, die die Entscheidungen treffen sollen, auch wissen worüber sie entscheiden. Aber auch der Ministerpräsident zog ein positives Fazit. Er habe für sich zunächst eine Bildungslücke geschlossen. "Mir war wirklich nicht klar, dass die Burg n echtes Kleinod ist", gab er zu. "Sie ist nicht weit weg von Göttingen, aber man fühlt sich hier wie im Urlaub", ergänzte Landtagskandidat Gerd Hujahn (SPD), der Weil begleitete. Beide lobten das Engagement des Vereins, der 2018 sein 40-jähriges Bestehen feiert. Und es sei gut, dass man sehen könne, dass das Land erkennbar helfe. "Und da ist bestimmt das Ende der Fahnenstange nicht erreicht", verabschiedete sich Weil von der Burg.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Der Wochenrückblick vom 11. bis 17. November 2017