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Mueller hält Vortrag in Bovenden

Dirigent braucht Orchester Mueller hält Vortrag in Bovenden

Seit 2005 ist Christoph-Mathias Mueller Chefdirigent des Göttinger Symphonie Orchesters (GSO). Fast genauso lange wohnt er in Bovenden. Als Bovender hat er am Donnerstag im Bürgerhaus einen Vortrag gehalten, zu dem die Bürgerstiftung Bovenden eingeladen hatte.

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Bovenden. Die Bürgerstiftung möchte nach Aussage des Vorsitzenden Rolf Degener mit der Vortragsreihe Bovender für Bovender über ihre Erfahrungen berichten lassen. Vor rund 100 Zuhörern sprach Mueller über seine Arbeit beim GSO und über seine Anfänge als Dirigent. "Ich habe bereits als Kind Interesse an Musik gehabt", berichtete er. Nach seiner Schulzeit hat der in Peru geborene Schweizer in Basel Violine und in Cincinnati Dirigieren studiert.

"Ich habe bereits als Schüler unser Schulorchester dirigiert", erzählte Mueller. Allerdings sei der Schritt vom Studenten zum Dirigenten ein schwieriger, bei dem man auch Glück brauche. Denn ein Dirigent benötige, damit er seine Arbeit ausüben kann ein Orchester. Bevor Mueller sein erstes Orchester übernahm, war er als Assistent mehrerer Dirigenten tätig.
Mit seiner Schilderung, wie ein Vorspiel für Orchestermusiker ablaufe, sorgte er im Publikum für zahlreiche Lacher. Denn zu einem Vorspiel kommen Musiker aus der ganzen Welt, die dann in der ersten Runde alle dasselbe Stück spielen. "Insbesondere bei Mozart hört die Jury jeden Fehler, den der Kandidat macht", sagte Müller. In der zweiten Runde konkurrieren nach seiner Aussage nur noch fünf Musiker um den Platz im Orchester. In der dritten Runde, in die vielleicht drei Kandidaten einziehen, seien dann Orchesterstücke zu spielen. "Um in ein Orchester aufgenommen zu werden, braucht der Musiker den vielleicht glücklichsten Tag seines Lebens", sagte der Chefdirigent.

In der dritten Runde seien auch die zukünftigen Kollegen aus dem Orchester dabei, denn es sei wichtig, dass der neue Musiker nicht nur sein Instrument gut beherrsche, sondern auch zum Orchester passen. "Die Musiker müssen über 20 bis 30 Jahre zusammenarbeiten, da muss auch das Soziale passen", erklärte Mueller. Deshalb habe ein Musiker, der neu dazukomme immer eine Probezeit. Denn erst in der Arbeit mit dem Orchester zeige sich, ob die Zusammenarbeit wirklich funktioniert. "Diese Probezeit wird von Musikern oftmals nicht überstanden", so Mueller.

Eine gutes soziales Gefüge innerhalb des Orchesters sei auch deshalb wichtig, weil die Proben für ein neues Programm in der Regel zwei Tage vor dem ersten Auftritt beginnen. Hierbei müssten persönliche Konflikte hinten angestellt werden können. "Das ist auch meine Aufgabe dafür zu sorgen, dass alles reibungslos läuft", sagte Mueller. Er selbst sei immer darauf bedacht, seinen Musikern in der Zusammenarbeit Respekt entgegenzubringen.
In der Regel gebe ein Orchester pro Jahr zwischen 100 und 110 Konzerten, in denen verschiedene Programme zu hören seien.
Die Arbeit mit den Musikern des GSO mache ihm, der das GSO nach Ende der Spielzeit 2017/18 verlässt, auch nach mehrjähriger Zusammenarbeit noch immer Spaß.

Von Vera Wölk

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