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„Man findet immer etwas“

Eddigehausen „Man findet immer etwas“

Es geht ein bisschen zu wie auf einem Basar. Es wird gefachsimpelt, die Ware mit Neugierde geprüft und ständig neue heran gekarrt: Lilien, Schilfgras, Rosen. Zum 12. Mal hat der Verschönerungsverein von Eddigehausen am Sonnabend eine Pflanzentauschbörse organisiert.

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Quelle: us

Eddigehausen. „Ist das nicht Rittersporn“, will Margit Prekla mit prüfendem Blick auf die zarte Pflanze in ihrer Hand wissen. Die Ähnlichkeit ist da, aber die Göttingerin irrt: „Das ist eine gelbe, wüchsige Waldstaude“, klärt Gudrun Hoffmann-Busch auf und liefert nach kurzer Suche auf ihrem Smartphone noch den lateinischen Namen nach. Es sind vor allem Frauen, die schon am frühen Morgen kleinwüchsige Gewächse, Blumen und Stauden in ihrem Garten ausgegraben haben und jetzt vor der Adolf-Kierschke-Halle anbieten. „Ich habe einen großen Garten, da fällt immer mal etwas ab", verrät Hoffmann-Busch. „Und man trifft lauter nette Leute hier", fügt sie an.
Seit zwölf Jahren organisiert der Dorfverschönerungsverein die jährliche Tauschbörsen. „So eine Aktion verbindet die Menschen im Dorf, hält die Schönheit der Natur am Leben und weckt auch das Interesse jüngerer Bürger“, ist Vorstandsmitglied Karl-Aloys Bütefisch überzeugt.
„Und man kann immer etwas finden“, sagt Dorfbewohner Rolf Zundel, „wenn man einen eigenen Garten hat, kann man auch immer etwas gebrauchen“. Zundel selbst hat Wasserschwertlilien aus seinem Teich mitgebracht – sicher verpackt in Tüten. Daneben stehen Winterlinge, Narzissen, Pfingstrosen und auch junge Erdbeerpflanzen in Plastikwannen und Kartons. Ist etwas Unbekanntes darunter, wird nachgeschlagen: Auf dem Tisch des Verschönerungsvereins liegen drei dicke Gartenbücher bereit – gleich neben dem Zeitungspapier zum einwickeln und transportieren entdeckter Gartenschätze.
Lieselotte Kleine verstaut ihre eingetauschten Pflänzchen in einem mitgebrachten Eimer: „Die kommen in unsere öffentlichen Beete am Ortseingang“, erklärt die Eddigehäuserin. Birgit H. freut sich unterdessen über die Lenzrose in ihrer Hand, „die kommt in meinen Reihenhausgarten in Geismar“. „Wir gehen häufiger auf Tauschbörsen“, ergänzt ihr Lebensgefährte Wolfgang Goethemann, „man findet immer wieder etwas“.

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