Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Mit den Eichenbergern durch den Ort

Kirmes in Barlissen Mit den Eichenbergern durch den Ort

“Spielen der Gesundheiten” ist eine Tradition in Barlissen. Jedes Jahr zur Kirmes wird sie organisiert. Aber was steckt eigentlich hinter diesem Begriff? Beim Spielen der Gesundheiten ziehen Barlisser mit einer Kapelle von Haus zu Haus - am Sonnabend bei strahlendem Herbstwetter.

Voriger Artikel
Volles Haus beim Kirmes-Finale
Nächster Artikel
Gleichstellung in Vollzeit

Beim Spielen der Gesundheiten ziehen Barlisser mit einer Kapelle durch den Ort, von Haus zu Haus.

Quelle: Peter Heller

Barlissen. Die Eichenberger: Eigentlich eine Band, die bei großen Zelt- und Oktoberfesten regelmäßig die Gäste auf den Tischen tanzen lässt. Dass die Eichenberger in diesem Jahr zur Kirmes durch Barlissen ziehen - wenn auch nicht alle neun der Musiker - ist schon etwas besonderes. “Das kommt deshalb, weil es hier in Barlissen eine kleine Gruppe Fans gibt, die immer wieder zu den Konzerten der Eichenberger geht”, erklärt Sebastian Luda. Nur durch diesen Kontakt sei es gelungen, die bekannte Kapelle in das kleine Dorf zu holen.

Luda, der junge Ortsbrandmeister des Dorfes, hat heute erst einmal die Aufgabe, an den Türes jedes Hauses zu klingeln. “Wir wünschen den Bewohnern dann eine gute Gesundheit”, erklärt Luda. Daher auch der Name für diese Aktion. Nebenbei werden Spenden für die Kirmes gesammelt -gegen einen Schnaps. Ausrichter der Kirmes ist in diesem Jahr der Feuerwehrverein, er wechselt sich mit dem zweite Verein des Dorfes, dem Schützenverein ab. Die Spenden werden gebraucht, unter anderem als Honorar für die Kapellen. “Solange es die Kirmes noch gibt, es wird ja immer weniger”, sagt Luda. In diesem Jahr aber sollen erstmals die Eichenberger am Sonntag zum Frühstück für einen vollen Saal sorgen, Luda rechnet mit 120 Besuchern, das wäre mehr als jeder dritte Einwohner des Ortes.

d43dc974-c18c-11e7-8a50-4b97c91fe96d

“Spielen der Gesundheiten” ist eine Tradition in Barlissen. Jedes Jahr zur Kirmes wird sie organisiert. Beim Spielen der Gesundheiten ziehen Barlisser mit einer Kapelle durch den Ort, von Haus zu Haus - am Sonnabend bei strahlendem Herbstwetter.

Zur Bildergalerie

Eins, zwei, Tusch und “Kirmes, Kirmes”, rufen die Barlisser, die die Band am Sonnabend durch die Straßen ihres Heimatortes begleiten. Viele junge Feuerwehrleute sind dabei, einer hat die Aufgabe, den Bollerwagen mit den Getränken zu ziehen. Die Fanta darin ist nicht besonders gefragt, auch die Musiker bevorzugen Bier. “Vorausschauend trinken” ist das Motto der Eichenberger, die mit mobilem Schlagzeug und vor allem mit den Bläsern Stimmung machen. An jedem Haus wird geklingelt, manche Barlisser warten schon auf den kleinen Umzug. So wie Kurt Eduard und Tochter Wanni Schwarz, die bereits am Zaun lehnen. Eduard möchte gerne “Einmal sehen wir uns wieder” von Andreas Gaballier hören - zum Gedenken an seine kürzlich gestorbene Frau. Die Musiker müssen passen, haben aber eine anderes Gaballier-Lied in petto. Die Familie freut sich, überreicht die Spende, wer mag, bekommt einen Schnaps. Den nimmt Bernd Gesterling gerne an. Er will auf jeden Fall am Sonntag zum Kirmesfrühstück kommen. Gesterling wünscht sich das Lied “Tippelbrüder” und die Eichenberger spielen los. Es folgt das Niedersachsenlied. Auch im Nachbarhaus wohnen Gesterlings - die jüngere Generation. Lied, Schnaps, Spende, auf eine gute Gesundheit.

So langsam laufen alle warm, das Bier ist kalt, die Sonne scheint. “Glück auf, Glück auf” ertönt vor dem nächsten Haus. Die Eichenberger erfüllen fast jeden Wunsch. Die Kapelle, so sagt Benjamin Thüne, der den Takt vorgibt, ist momentan jedes Wochenende unterwegs. “Es ist Hochsaison für Feste”, sagt der Musiker. Und dennoch. “Wir haben alle auch noch einen anderen Beruf”, sagt er. Und schon geht es weiter.

Die Eichenberger sind auch am Sonntag, 5. November, auf der Kirmesim Saal von Erich Bergmann zu hören. Um 10 Uhr beginnt dann das Kirmesfrühstück mit Frühschoppen. Während dieser Veranstaltung erfolgt dann auch wieder die Proklamation der Schützenkönige.

Von Britta Bielefeld

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Dransfeld
Die Bilder der Woche vom 18. bis 24. November