Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Geschlossen gegen Rassismus

Carl-Friedrich-Gauß-Schule in Groß Schneen Geschlossen gegen Rassismus

„Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ steht in großen Buchstaben auf dem Schild, das Schüler der Carl-Friedrich-Gauß-Schule in Groß Schneen stolz in die Kamera halten. Zu dem Titel hat ihnen nicht nur Peter Kaufmann vom gleichnamigen Projekt gratuliert, sondern auch Landrat Bernhard Reuter (SPD).

Voriger Artikel
Bäume für den Einzelberg
Nächster Artikel
Museumserfolg auf der ganzen Linie
Quelle: Wenzel

Groß Schneen. „Es ist nicht einfach, diesen Titel zu bekommen“, lobte er die Schüler im Schulforum, in dem mehr als 600 Schüler der Feier beiwohnten. Schulleiter Jens Haepe wies auf die Verpflichtungen hin: „Wir müssen uns dafür einsetzen, diese Werte zu leben, nicht nur in der Schule.“ Dabei erwähnte er auch die Nähe zum Grenzdurchgangslager Friedland.

Die Bewerbung hatten Schülervertreter übernommen. „Wir wollen bewirken, dass sich mehr Schüler über Rassismus und die Folgen Gedanken machen“, sagte Zehntklässlerin Milena Rischmüller. Mitschüler Jonas Windel betonte: „Wir wollen ein Vorbild für jüngere Schüler sein.“

Die Carl-Friedrich-Gauß-Schule sei die 263. Schule in Niedersachsen, die diesen Titel trägt, berichtete Kaufmann, der für die Landeskoordination des Projekts „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ arbeitet. Bundesweit seien mehr als 2000 Schulen in dem Projekt engagiert.

„Der Anlass für die Gründung des Projekts Anfang der Neunzigerjahre war traurig“, erzählte Kaufmann und zählte Übergriffe auf Flüchtlinge auf - unter anderem in Rostock-Lichtenhagen und Solingen. Auch zuletzt habe es wieder vermehrt Hetze gegen Zuwanderer gegeben.

Das Projekt der Carl-Friedrich-Gauß-Schule richtet sich nicht nur gegen Rassismus, sondern auch gegen die Diskriminierung von Homosexuellen oder Behinderten. „Es geht um Vorurteile“, erklärte Zehntklässler Windel. Sie hätten eine Präsentation erarbeitet, passende Spiele und eine Ausstellung sollen folgen.

„Wir brauchten von mindestens 70 Prozent der Schüler, Lehrer und Mitarbeiter Unterschriften, um die Auszeichnung zu bekommen“, erklärte Windel. Das hätten sie geschafft.

Am Mittwoch, 5. April, öffnet die Carl-Friedrich-Gauß-Schule, Bönneker Straße 10, für interessierte Viertklässler und ihre Eltern von 15 bis 18 Uhr seine Türen.

Nach Hochwasserschäden: Schulräume saniert, neue Turnhalle geplant

Die Sanierungen an der Carl-Friedrich-Gauß-Schule in Groß Schneen sind nach den heftigen Hochwasserschäden im August 2015 größtenteils abgeschlossen. „Wir haben die Situation genutzt, um nicht nur den Schaden zu beseitigen, sondern grundzusanieren“, sagte die Erste Kreisrätin Christel Wemheuer. Insgesamt 4,4 Millionen Euro habe der Landkreis in die Wiederherstellung der beiden Sockelgeschosse der Carl-Friedrich-Gauß-Schule und der angrenzenden Grundschule investiert.

Betroffen von den Schäden waren vor allem Unterrichtsräume für die Fächer Werken, Textil und Musik sowie die Lehrküche. So wurden die Räume – die Schule stammt aus den Siebzigerjahren – modernisiert. Höhenverstellbare Werkbänke gehören jetzt zum Inventar, genauso wie Akustikdecken, die laute Geräusche abfängt. In die Fachraumausstattung habe die Schule selbst rund 100?000 Euro investiert, so Schulleiter Jens Haepe. „Die Sanierung hat länger als ein Schuljahr gedauert“, sagte Landrat Bernhard Reuter.

Der Unterricht sei normal fortgesetzt worden, unter anderem in Ersatzräumen der Gemeinde und im Mehrgenerationenhaus. Ein präventiver Hochwasserschutz ist gerade in der Mache: „In vier Wochen sollte das fertig sein“, sagte Haepe. Was jetzt noch fehlt, ist eine neue Turnhalle. Die Alte wurde abgerissen. „Der Neubau der Sporthalle soll in den Sommerferien anfangen“, sagte Reuter. 15 Monate Bauzeit seien das Ziel, ein Budget von 5,9 Millionen Euro zurzeit im Gespräch.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Von Redakteur Hannah Scheiwe

Der Wochenrückblick vom 9. bis 15. Dezember 2017