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Eltern-Taxis gefährden die Sicherheit von anderen Schulkindern

Groß Schneen Eltern-Taxis gefährden die Sicherheit von anderen Schulkindern

Um Leib und Leben von Kindern und Jugendlichen fürchten die Leiter der beiden Schulen in Groß Schneen. Für gefährliche Situationen sorgten Eltern, die ihren Nachwuchs brächten, berichten sie auf Tageblatt-Anfrage. Väter und Mütter parkten auf Gehwegen, im absoluten Halteverbot und an den Bushaltestellen.

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Carl-Friedrich-Gauß-Schule

Quelle: Christina Hinzmann

Groß Schneen. „Was ich zu Beginn und am Ende der Schulzeit in der Bönneker Straße sehen muss, schnürt mir oft die Luft ab“, berichtet Inge Neubacher, die die Grundschule am Einzelberg leitet. Einige Eltern der 100 Schulkinder versperrten mit „Riesenkutschen“ die Gehwege. Schülergruppen wichen auf die Straße aus, wo um diese Zeit viele Schulbusse führen. Da die Autos die Sicht versperrten, komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen.

„Nicht wenige Eltern, die mit ihren Autos im absoluten Halteverbot stehen, verlassen den Wagen, um ihre Kinder bis ins Klassenzimmer zu bringen“, so Neubachers Beobachtung. Anschließend müssten sie mit ihren „kreuz und quer“ abgestellten Autos lange rangieren, bis sie wieder auf der Straße stehen. Dann führen sie „mit quietschenden Reifen“ davon.

Unverständnis auf freundliche Ansprache

„Jetzt, in der dunklen Jahreszeit, verschärfen sich die Probleme noch“, warnt Jens Haepe, der die benachbarte Carl-Friedrich-Gauß-Schule mit ihren 640 Schülern leitet. Auf freundliche Ansprache durch Aufsicht führende Lehrer reagierten die betroffenen Eltern mit Unverständnis. Sie hielten nur kurz, manche vergriffen sich gar im Ton, so Haepe. Ähnliches haben auch Inge Neubacher sowie Johann Schustek, der Allgemeine Vertreter des Friedländer Bürgermeisters und Leiter des Ordnungsamtes, erlebt.

„Probleme mit Eltern-Taxis häufen sich regelmäßig zu Beginn des Schuljahres“, sagt Haepe. Allerdings nähmen die Probleme zu, da die Sorge von Eltern um ihre Kinder wachse. Der Schulleiter spricht von „Helikopter-Eltern“, die am liebsten ständig um ihre Kinder kreisen würden. Dass sie mit ihrem Verhalten andere Kinder gefährden, würden sie nicht erkennen.

Bauarbeiten verschärfen die Situation

„Gebracht werden morgens in die Bönneker Straße auch 30 Krippen- und 60 Kindergartenkinder“, ergänzt Schustek. Die aktuellen Bauarbeiten trügen zur Verschärfung der Situation bei. Parkplätze im Umfeld seien gesperrt.

„An sich ließen sich die Probleme leicht lösen“, meint Schulleiter Haepe. Die Eltern müssten hinter den Schulen in der Straße Am Kirschgarten parken. Von dort könnten die Kinder die Klassenzimmer bequem über den Schulhof erreichen. „Allerdings ist die Straße derzeit einseitig gesperrt“, gibt Schustek zu bedenken. Er macht auf die morgens noch freien Parkplätze vor der Gemeindeverwaltung aufmerksam, von wo es nicht weit bis zur Kita sowie den Schulen sei.

Wenn Bitten nicht helfen, soll Polizei ermahnen

„Wir haben die Eltern in einem Rundbrief um Rücksicht gebeten“, berichtet Schulleiter Haepe. „Auch die Gemeinde will die Eltern anschreiben“, kündigt Schustek an. Wenn das nicht helfe, werde die Verwaltung die Polizei hinzuziehen. „Sie soll keine Bußgelder verhängen, sondern die Eltern mit Nachdruck zur Einhaltung der Verkehrsregeln ermahnen, betont der Ordnungsamtsleiter.

Jörg Arnecke, der Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Göttingen, kennt das Problem mit dem elterlichen Bring- und Holverkehr, wenngleich ihm der Ärger in Groß Schneen unbekannt ist. Er empfiehlt Eltern, Kinder nur in Ausnahmefällen zur Schule zu bringen. Sie sollten lieber die Selbstständigkeit ihres Nachwuchses fördern. Wenn sie das Auto nutzen, seien die Kinder „möglichst weit“ von der Schule entfernt herauszulassen. So verursachten die Eltern keine Gefahr für Dritte, so Arnecke.

Von Michael Caspar

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