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Enercon investiert 22 Millionen Euro

Windpark Ellerode Enercon investiert 22 Millionen Euro

Fünf Windräder mit einer Nabenhöhe von jeweils 149 Metern entstehen derzeit in Ellerode. Arbeiter gießen die Fundamente der Kraftwerke, die eine Leistung von jeweils drei Megawatt haben. Mit bis zu 600 Schwerlasttransporten werden die Bauteile herbeigeschafft. 80 Bürger durften die Baustelle jetzt besichtigen.

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Ellerode. „Wir wollen Transparenz schaffen“, sagt Fabian von Berlepsch. Sein Vater, Sittich von Berlepsch, verpachtet der Auricher Firma Enercon die im Werra-Meißner-Kreis nahe der Grenze zu Niedersachsen gelegene Fläche. Die Gäste erkundeten, ausgestattet mit Stiefeln und Warnwesten, mit Helmen und Schutzbrillen, während einer zweistündigen Führung das weitläufige Gelände nahe der Autobahn 7. Dort werden 22 Millionen Euro investiert.

„An zwei Standorten reichen die Fundamente hinab bis auf tragfähigen Untergrund“, führte Enercon-Projektmanager Uwe Ortmann aus. An den drei anderen Standorten sei der Löss-Boden zu befestigen, ergänzte der Trendelburger Bodengutachter Claus Schubert. Dazu wird an 130 bis 140 Punkten Kies mit einer Rüttelmaschine in eine Tiefe von bis zu acht Metern gedrückt. Aufgefüllt werden diese unterirdischen Säulen mit einer Tonlösung. Der Ton quillt auf, wenn er feucht wird. So könne es keinen Wasseraustausch über den Kies geben. Das schütze das Grundwasser, so die Investoren. „Der Windpark Ellerode liegt in einem Wasserschutzgebiet 3“, führte die promovierte Ingenieurin Margit Kahlert aus. In der Nähe befindet sich ein Brunnen, der Witzenhausen mit Trinkwasser versorgt.

Auf den Kiessäulen beziehungsweise dem festen Untergrund stehen die Ringfundamente der Windräder. Sie haben einen Durchmesser von 25,6 Metern und eine Tiefe von 3,6 Metern. Aus Stahl und 1500 Kubikmetern Beton werden sie erstellt. „Der Beton wird sehr hart und dicht“, betonte Projektmanager Ortmann. Das Material lasse sich aber nach Aufgabe der Kraftwerke zurückbauen und ebenso wie der Stahl zu 100 Prozent recyceln.

Auf den Fundamenten lässt die Enercon in den kommenden Monaten die Windräder errichten. Es handelt sich jeweils um drei Betonelemente, auf denen sich dann noch einmal zwei Stahlelemente erheben. Die großen Teile werden nachts über eine eigens gebaute Autobahn-Behelfsausfahrt auf die Baustelle gebracht. Ein 180 Meter hoher Kran hebt sie empor.

Nur 50 Meter von einem der Windräder entfernt befindet sich das Gut Ellerode. „Dort wohnt niemand“, stellte von Berlepsch klar. Es befänden sich dort lediglich Werkstätten und der Gutsbetrieb. Fragen gab es auch nach dem Rotmilan. „Es gibt ein verlassenes Nest in der Nähe“, sagte Kahlert. Ein beutereicher Streifen aus der Futterpflanze Luzerne soll die möglicherweise zurückkehrenden Vögel vom Windpark fortlocken. mic

Umspannwerk in Deiderode
Die Enercon will ihren Windpark Ellerode Mitte 2017 in Betrieb nehmen. Damit sie den Strom ins Netz einspeisen kann, baute der Kasseler Energieversorger EAM eigens eine 6,7 Kilometer lange Leitung. „Sie führt nach Deiderode, wo wir einen vorhandenen Netzknoten für drei Millionen Euro zu einem Umspannwerk ausgebaut haben“, berichtete Armin Schülbe, der das EAM Regionalzentrum Nord leitet, während der Baustellenführung. Über das Umspannwerk soll künftig unter anderem auch der Strom der geplanten Windkraftanlagen zwischen Bördel und Jühnde ins Netz gelangen.
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