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Pistorius lobt Helfer im Lager Friedland

Weihnachtsfeier mit Flüchtlingen Pistorius lobt Helfer im Lager Friedland

Bei der Weihnachtsfeier im Grenzdurchgangslager Friedland hat Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) die Arbeit der Hilfsorganisationen und Ehrenamtlichen gewürdigt und auf die „humanitäre Verpflichtung“ bei der Aufnahme von Flüchtlingen hingewiesen.

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Traditionelle Weihnachtsfeier mit Innenminister Pistorius im Grenzdurchgangslager Friedland – mit Geschenken für die Kinder.

Quelle: Niklas Richter

Friedland. „Die Aufnahme der Menschen hier in Friedland ist nicht nur eine staatliche, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD). Er sprach auf der traditionellen Weihnachtsfeier im Grenzdurchgangslager Friedland, zu der Bewohner, Mitarbeiter, Helfer und Vertreter aus der Politik zusammengekommen waren. In seiner Rede dankte er allen Helfern und versprach den Flüchtlingen, dass sie in solchen „Zeiten der Ungewissheit“ nicht allein gelassen werden.

Seit mehr als 70 Jahren seien mehr als vier Millionen Menschen über Friedland nach Deutschland gekommen, betonte Pistorius in der weihnachtlich geschmückten Halle die Wichtigkeit des Lagers. Friedland sei ein „Tor zur Freiheit und Sicherheit“ – früher für viele Menschen aus Ungarn, Chile oder Vietnam, „jetzt sind es viele aus Syrien“, so der Innenminister. „Diesen vor Krieg und Gewalt fliehenden Menschen Schutz zu geben und Integration zu ermöglichen, ist eine humanitäre Verpflichtung und Tradition in Friedland.“

Flüchtlingskinder tragen Gedichte vor

Dabei hob der Minister eine Hilfsorganisation, die dieser humanitären Verpflichtung besonders nachgeht, hervor: „Die Friedlandhilfe wird in diesem Jahr 60 Jahre alt. Danke für das Engagement.“ Die Mitarbeiter stünden beispielhaft für die Willkommenskultur und Solidarität in diesem Land. Auch Günter Krings, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und Nationale Minderheiten, lobte die Organisation: „Nicht nur materielle, sondern auch menschliche Zuwendung ist wichtig“, sagt er. Diese gebe die Friedlandhilfe den Geflüchteten mit ihrer ehrenamtlichen Hilfe.

Die Weihnachtszeit sei etwas ganz besonderes für Kinder und Erwachsene, sagte Pistorius. „Da steht die Familie im Mittelpunkt.“ Die Bewohner des Grenzdurchgangslagers in Friedland aber seien nicht in ihrer gewohnten Umgebung, Freunde und Familie seien teilweise weit weg. Gerade für die Kinder sei diese Situation oft schwer zu verstehen und belastend. Mit der Weihnachtsfeier wollten sie den Kindern und Erwachsenen ein bisschen Freude und Glück zurückgeben, sagte Pistorius.

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Bei der Weihnachtsfeier im Grenzdurchgangslager Friedland hat Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) die Arbeit der Hilfsorganisationen und Ehrenamtlichen gewürdigt und auf die „humanitäre Verpflichtung“ bei der Aufnahme von Flüchtlingen hingewiesen. Zugleich haben die Bewohner und vor allem die Kinder besinnlich auf das Weihnachtsfest eingestimmt.

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Einfach so gibt es Freude und Glück in Form von Geschenken für die Kinder dann aber doch nicht: Der Friedländer Weihnachtsmann fordert Gedichte ein. Und die Kinder sind gut vorbereitet: „Weihnachten, Weihnachten, ist die allerschönste Zeit“, trägt ein syrisches Mädchen vor. Olga aus Kasachstan überzeugt mit „Kommt, wir schauen in das Licht“. Anschließend singen sie gemeinsam mit anderen Kindern lautstark „Das Lied vom Frieden“.

„Frieden“ und „Hoffnung“, das waren Worte, die an diesem Nachmittag des Öfteren fielen. So nannte Frank Oesterhelweg, Vizepräsident des Niedersächsischen Landtages, das Lager in Friedland einen „Ort der Hoffnung für Menschen vieler Nationalitäten“, die ihre Heimat zurückgelassen haben. Anschließend erzählte er die Geschichte von den vier Kerzen – die für Frieden, Glaube, Liebe und Hoffnung stehen. Während die ersten drei Kerzen in der Geschichte bereits erloschen sind, kann die Hoffnungskerze sie wieder anzünden.

Keine Übersetzungshilfe beim Geschenkeverteilen benötigt

Hoffnung und vor allem Freude ließ auch der große, lilafarbene Schlitten auf der Bühne in den Kinderaugen aufblitzen: Denn der war vollgepackt mit Geschenken, die der Weihnachtsmann, der Minister Pistorius und weitere Helfer den Kinder am Ende der Weihnachtsfeier überreichten. Da war auch keine Übersetzungshilfe mehr nötig – Geschenke verteilen und annehmen geht auch ohne. Zuvor hatten zwei Dolmetscher Teile der Reden ins Russische und Arabische übersetzt.

Von Hannah Scheiwe

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