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Ein sonderbares Treffen

Demonstration in Wollershausen Ein sonderbares Treffen

Anfang November hatten Flüchtlinge in Wollershausen auf die aus ihrer Sicht wenig idealen Lebensbedingungen hingewiesen. Seitdem hat sich viel getan. Doch nun ist es wieder zu Protesten gekommen, allerdings nicht durch Flüchtlinge, sondern von Unterstützern aus dem politisch linken Spektrum.

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Gut einen Monat später haben sich etwa 30 politisch links stehende Aktivisten des Themas angenommen und sich, hauptsächlich aus Göttingen, auf den Weg nach Wollershausen gemacht.

Quelle: Hinzmann

Wollershausen. Im November hatten einige Flüchtlinge in der gut 500 Einwohner starken Gemeinde Wollershausen sowohl die von ihnen als Massenunterkunft bezeichnete Einrichtung als auch den ihrer Ansicht nach unzureichenden Zugang zu Deutschkursen kritisiert. Zudem fühlten sie sich isoliert, bezahlbare Transportmittel gebe es auch nicht, so die Protestierenden damals. Ein weiteres Manko seien schlechte Internet- und Telekommunikationsverbindungen.

Gut einen Monat später haben sich etwa 30 politisch links stehende Aktivisten des Themas angenommen und sich, hauptsächlich aus Göttingen, auf den Weg nach Wollershausen gemacht, um die aktuell 114 Flüchtlinge vor Ort in ihren Anliegen zu unterstützen. Ihre Einschätzung: Den Forderungen, die Missstände zu beheben, sei nicht nachgekommen worden.

Für das beschauliche Wollershausen ist ein Lautsprecherwagen quasi ein Ausnahmezustand und ebenso eine Demonstration - auch wenn es nur eine kleine war. „Wir konnten uns auf die Maßnahmen der Verkehrsregelung beschränken“, sagt Polizei-Einsatzleiter Thorsten Frank. Doch die Anliegen der Demonstranten riefen bei den Anwohnern nur Unverständnis hervor. „Es ist skurril, hier in Wollershausen engagieren sich so viele Menschen“, sagt Pastor Jens-Arne Edelmann und Gemeindebürgermeister Ulrich Schakowske (SPD) schüttelt nur den Kopf. „Sicherlich wird es irgendwo Probleme mit Flüchtlingen geben. Aber nicht hier. Es passiert so viel, ob im Sportverein oder im Kirchenchor.“ Und am Demonstrationstag war die Tafel im Pfarrhaus schon gedeckt, für Wollershäuser inklusive der Flüchtlinge - „für ein schönes Miteinander in der Adventszeit“, sagt Pastor Edelmann, der bedauert, dass kein Gespräch mit den Demonstranten zustande kam.

„Ich kann die Aufregung um den Standort Wollershausen nicht verstehen“, sagt der Sozialdezernent des Landkreises, Marcel Riethig. „Die Demonstranten reißen mit ihrem Hintern um, was andere mit ihren Händen aufgebaut haben, damit helfen sie niemand.“

Landkreisseitig wurde schon ein zweiter Bus angeschafft, und zum 22. Dezember soll es auch schnelleres Internet geben. „Wir haben darauf Wert gelegt, dass Familien zusammen wohnen und der Standard der Unterkunft ist hoch. Es fährt selbst zu Nichtschulzeiten fast stündlich ein Bus ins Grundzentrum Gieboldehausen“, so Riethig. Deutschkurse und Qualifikationen zum Landschaftsbau fänden vor Ort statt, sagt der Kreisrat und er dankt der Gemeinde und landkreiseigenen Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung Südniedersachsen (GAB) für ihr großes Engagement.

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