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Spuren in Gieboldehausen

Schützenbruderschaft St. Sebastian Spuren in Gieboldehausen

Einen Einblick in ihre Historie hat die Schützenbruderschaft St. Sebastian Gieboldehausen am Sonntag geboten. Mit rund 150 Interessierten gingen die Mitglieder in der Kirche, im Schloss und im Schützenheim auf Spurensuche. Darüber hinaus wurde eine Chronik über die Schützen vorgestellt.

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Werner Grobecker erläutert den Teilnehmern die enge Verbindung der Schützen zur Kirche.

Quelle: Franke

Gieboldehausen. Werner Grobecker empfing die Teilnehmer der drei Schützenrundgänge in der Kirche St. Laurentius - der dritten Kirche des Ortes, wie er erklärte. Und bereits in der zweiten, die ab 1411 bestanden habe, habe es einen Altar gegeben, um den sich zwei Altaristen der Schützenbruderschaft gekümmert hätten. „Das waren mit dem Geschäftsführer und dem Kassierer die mächtigsten Männer der Schützenbruderschaft“, so Grobecker. Der Altar habe bis zur Reformation bestanden. 1608 sei dann Geld für einen neuen Altar gesammelt worden, der 128 Jahre Bestand gehabt habe. Sechs Jahre nach dem Abbruch der Kirche sei 1731 die gegenwärtige Kirche eingeweiht worden. „Es waren die Schützenbrüder, die 1736 einen Tischler in Bodensee beauftragten, einen Sebastiansaltar zu bauen“, berichtete Grobecker. Dieser habe dafür 60 Taler Lohn erhalten. Wenn ein Altar eingeweiht wurde, sei das Bier in Strömen geflossen und es habe reichlich zu essen gegeben. „Die Menschen freuten sich, dass so etwas Schönes geschaffen wurde“, sagte er.

Die enge Bindung zur Kirche der Schützen zeige sich auch durch den Erwerb der Bank vor dem Sebastiansaltar, wo sie noch heute zu Hochfesten säßen. Ein weiterer Hinweis sei der Schützenpfosten oder -baum, der an der Seite der Bank stecke und unter anderem bei Beerdigungen getragen worden sei. Die Kerzen auf dem Altar durfte nur der Vorsitzende anzünden. War er verhindert, musste er einen Vertreter bestimmen. Wer den Kirchenbesuch versäumte, musste Strafe zahlen. Ebenso sei auch die Teilnahme an der Beerdigung eines Schützenbruders Pflicht gewesen.

An der zweiten Station, im Gieboldehäuser Schloss, überreichte Ortsheimatpfleger Gerhard Rexhausen, selbst seit mehr als 50 Jahren Mitglied in der Schützenbruderschaft, ein Exemplar der Chronik an den Vorsitzenden Martin Creutzig. Rexhausen erinnerte daran, dass er maßgeblich daran beteiligt gewesen sei, dass die Schützen in diesem Jahr ihr 475-jähriges Bestehen feierten und nicht schon 2005 das 400-jährige. So habe er im Vorfeld des 1000. Geburtstages von Gieboldehausen das ältere Datum nachweisen können. Er habe im Archiv in Werningerode einen Eintrag gefunden, der zeige, dass die Fraternität St. Sebastiani 1542 einen Groschen Türkensteuer bezahlt habe. „Und wer Steuern zahlt, den gibt es auch“, so Rexhausen. Über das genaue Alter der Schützenbruderschaft ließen sich aber nur Vermutungen anstellen.

Im Anschluss lieferte Creutzig den Zuhörern die Zahlen und Daten aus der Historie, gemischt mit Anekdoten. Mit Anekdoten und Fakten zum Schießstand schlossen der Ehrenvorsitzende Karl-Heinz Sommer und der ehemalige Vorsitzende Franz-Josef Kohlrautz den Streifzug durch die Geschichte der Schützenbruderschaft ab.

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