Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Manege statt Mathe in Grundschule

Gieboldehausen Manege statt Mathe in Grundschule

Clownerie statt Mathe und Akrobatik statt Deutsch: Gieboldehäuser Grundschüler aus allen vier Jahrgangsstufen haben während einer Projektwoche die Schulbank gegen die Manege getauscht und in Vorführungen ihr Können und ihr Talent als Zirkusakteure gezeigt.

Voriger Artikel
Norwegische Volksmusik im Hofcafé
Nächster Artikel
Neue Ortsbrandmeister ernannt

Kinder der Grundschule Gieboldehausen zeigen zirzensisches Talent.

Quelle: Christoph Mischke

Gieboldehausen. „90 Minuten der zirzensischen Extraklasse“, versprach Schulleiter und „Zirkusdirektor“ Ulrich Haase den Zuschauern. Während der Generalprobe am Donnerstagvormittag zählten dazu unter anderem die kleinen Besucher der örtlichen Kindergärten Heilige Familie und St. Antonius mit ihren Erzieherinnen sowie das Kollegium der Kooperativen Gesamtschule Gieboldehausen mit Schülern. Zu den Hauptvorstellungen kamen viele Eltern, Großeltern, Geschwister und weitere Interessierte.

In farbenfrohe Welt eingetaucht

Die Grundschüler tauchten vier Tage lang ein in eine spannende Welt. Sie lernten das Jonglieren und Balancieren, ließen farbenfroh illuminierte Hulahoop-Reifen kreisen, zeigten als Engel verkleidet einen Drahtseilakt, andere legten sich auf ein Nagelbrett oder sorgten als Clowns verkleidet für jede Menge Lacher. Einige Teilnehmer verblüfften die Zuschauer mit Zaubertricks, besonders Mutige präsentierten sogar am Trapez verschiedene Kunststücke.

Ben verschwand in einer Zauberkiste, durch die Schwerter aus Aluminium gestoßen wurden. „Komisches Gefühl“, lautete sein knapper Kommentar. „Ich könnte mir vorstellen, auch einmal in einem großen Zirkus aufzutreten“, erklärte Leni, die als Bodenturnerin ihr sportliches Talent unter Beweis stellte. „Ein bisschen Lampenfieber hatte ich schon“, sagte Rebecca, der die Teilnahme an der Projektwoche viel Freude bereitet habe. Für Ramon war es eine große Herausforderung, bei Saltosprüngen sein Können zu zeigen.

89effc1c-a45d-11e7-b31e-601f64d80b64

Gieboldehäuser Grundschüler aus allen vier Jahrgangsstufen haben während einer Projektwoche die Schulbank gegen die Manege getauscht und in Vorführungen ihr Können und ihr Talent als Zirkusakteure gezeigt.

Zur Bildergalerie

Die Vorbereitungen der Mädchen und Jungen begannen am Montagvormittag. Auf dem Schulhof hatte der Zirkus Bellissimo sein großes Zelt aufgebaut. Die Dritt- und Viertklässler richteten es ein, kümmerten sich um die Bestuhlung und den Manegenaufbau. „Die Schüler sollen nicht nur Glanz und Glimmer sehen, sondern auch, welche Arbeit hinter den Kulissen geleistet werden muss“, erläutert Marcello Maatz, der zusammen mit Sylvia Kaselowsky-Maatz den Zirkus betreibt.

Nachdem das Zelt eingerichtet war, konnten sich die Kinder aussuchen, in welche Rollen sie schlüpfen wollten. In zwei Gruppen aufgeteilt studierten sie das komplette Programm ein. Am Mittwoch trainierten sie mit Musik und Licht in der Manege, für einige Auftritte wurde auch in der Turnhalle geprobt.

Kinder sollen gefördert werden

Ziel des Zirkusprojektes sei es, „die Kinder ein bisschen zu fördern“, verdeutlichte Maatz, der aus einer Zirkusfamilie stammt. Der wichtigste Punkt für die Kinder sei immer, „dass sie ihre Talente, die sie noch nicht kennen, entdecken“. Die Auftritte förderten Körperbeherrschung, Gleichgewichtsvermögen und nicht zuletzt die Konzentration. Dies wirke sich letztendlich positiv auf das Lernverhalten und den Unterricht aus. Gerade bei schüchternen Kindern trage es dazu bei, das Selbstbewusstsein zu stärken. Sie kämen wieder „ein bisschen mehr aus sich heraus“.

Bisher hätten die Zirkusbetreibern bei ihren Gastspielen an jeder Schule positive Erfahrungen gesammelt. Auffallend sei, dass die Mädchen oft „im Kopf ein bisschen weiter als die Jungs sind“, berichtet Maatz. Am schwierigsten seien stets die Nummern am Trapez.

Die Grundschule Gieboldehausen arbeite bereits seit zwölf Jahren mit dem Zirkus Bellissimo zusammen, berichtete Schulleiter Haase. Die Zusammenarbeit sei Teil des Schulprogrammes. Jedes Kind, das die Schule besuche, nehme einmal in vier Jahren an dem Projekt teil.

Von Axel Artmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Gieboldehausen
Die Bilder der Woche vom 18. bis 24. November