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Ratsmitglied will Kapelle bewahren

Obernfeld Ratsmitglied will Kapelle bewahren

Eigentlich ist die begehbare Klus am Obernfelder Friedhof ein Schmuckstück, gleicht inzwischen aber einer Bauruine. Um die Sanierung der kleinen Kapelle anzugehen, hat Gemeinderatsmitglied Helmut Wüstefeld (parteilos) die Initiative ergriffen und sammelt Spenden.

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Besorgt: H. Wüstefeld

Quelle: ku

Obernfeld. Die Gittertür ist verbogen, Putz und Verzierungen bröckeln, das Mauerwerk ist locker, im Inneren lösen sich die Verkleidungsplatten. Die Klus sei nicht nur ein Schandfleck, sondern auch eine Gefahrenquelle, sagt der 64-Jährige, der schon als Kind im Schatten der kleinen Kapelle gespielt hat: „Wenn nichts passiert, ist der Tag nicht mehr fern, an dem die Kapelle zusammenbricht.“ Jahrzehntelang sei nichts geschehen, die Klus zunehmend verfallen. Da die Gemeinde klamm sei und Geld für eine Sanierung fehle, habe er die Sache selbst in die Hand genommen. Das habe sich allerdings schwieriger gestaltet als zunächst gedacht. Wüstefeld wollte die Klus ursprünglich mit freiwilligen Helfern selbst wieder auf Vordermann bringen. Das habe sich aber wegen der fachlichen Anforderungen an die Sanierung und Auflagen der Denkmalpflege als nicht machbar erwiesen.

Auflagen der Denkmalpflege

Dazu gehörten feuchtigkeitsabweisender Trasskalk für das Mauerwerk, ein Silikat-Farbanstrich, Kalkputz für den Innenbereich und eine Außendrainage mit Kiesabfluss. Die Dachziegel müssten ebenso wie die verzierten Umrandungen erneuert, das Herz-Jesu-Bild mit Leinöl aufgefrischt, die Eingangstür aufgearbeitet und die Fliesen duch eine Sandsteinplatte ersetzt werden. Wüstefeld rechnet mit mindestens 10 000 Euro Kosten für das Sanierungsprojekt.

Die kleine Kapelle neben dem Haupteingang des Friedhofs ist 1899 privat erbaut worden, im Inneren befindet sich ein Säulenaltar mit einem Reliefbild von der Grablegung Jesu. Den First der Kapelle überragt ein Kreuz, darunter sind mehrere Symbole angebracht: ein stilisiertes Kleeblatt als Zeichen der Dreifaltigkeit, ein Herz als Zeichen der Liebe sowie Anker und Kreuz als Zeichen für Hoffnung und Glauben. Gewidmet wurde die Kapelle vor 118 Jahren von Josef Ehbrecht.

Unter dem Stichwort „Klus im Kaltenhagen Obernfeld“ hat Helmut Ehbrecht ein Spendenkonto bei der Sparkasse angelegt. Wer ihn unterstützen will, kann sich unter Telefon 01 51 / 55 37 15 03 bei ihm melden.

Nicht ganz glücklich über die Initiative seines Nachnamensvetters ist Obernfelds Bürgermeister Karl-Bernd Wüstefeld (CDU). Die Gemeinde fühle sich für die privat erstellte Klus verantwortlich und begrüße es natürlich, wenn sich Bürger engagieren und für ein derartiges Projekt einsetzen: „Wenn bürgerliches Engagement dabei jedoch an seine Grenzen stößt, wird sich unweigerlich immer wieder die Frage der Machbarkeit stellen.“ Problematisch werde es, wenn Spenden akquiriert würden. Das setze die Gemeinde unter Zugzwang. Vorerst wäre zu klären, ob der erforderliche Sanierungsbedarf überhaupt noch im Verhältnis zur vorhandenen Bausubstanz stehe, meint der Bürgermeister. „Das lässt sich letztendlich erst aufgrund einer fachmännischen Prüfung sowie einzuholender Kostenvoranschläge für die einzelnen Gewerke entscheiden“, sagt Karl-Bernd Wüstefeld: „Einer finanziellen Beteiligung der Gemeinde muss jedoch immer ein Beschluss des Gemeinderates vorausgehen.“ Und den gebe es für dieses Vorhaben derzeit nicht.

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