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Projektchor probt für Weihnachtsgottesdienst

Wollershausen Projektchor probt für Weihnachtsgottesdienst

Ein Projektchor gestaltet die Weihnachtsgottesdienste am Montag, 25. Dezember, um 9 Uhr in der Gieboldehäuser und um 10.30 Uhr in der Wollershäuser Kirche. An vier Abenden bereiten sich die Teilnehmer im Wollershäuser Haus der Begegnung auf ihre Auftritte vor.

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Mitglieder des Projektchores proben im Wollershäuser Haus der Begegnung für die Auftritte am ersten Weihnachtstag.

Quelle: Arne Bänsch

Wollershausen. Der vom damaligen Pastor Reinhard Sorge ins Leben gerufene Kirchenchor hatte im vergangenen November sein dreißigjähriges Bestehen groß gefeiert, bald darauf kam jedoch das Aus. Von den einst mehr als 50 Mitgliedern seien nur noch rund zehn übrig geblieben, bei den Proben oft nur fünf Teilnehmer gewesen, neue Mitglieder habe der Kirchenchor kaum gefunden, Auftritte so kaum möglich gewesen, benennt Chorleiterin Andrea Schmülling einige Gründe, die zu der Entscheidung führten. So habe die verbliebene Gemeinschaft beschlossen, nur noch als Projektchor aufzutreten. Ziel sei gewesen, durch die zeitliche Begrenzung auf wenige Proben neue Mitglieder zu gewinnen.

Sanctus erklingt beim Abendmahl

„Man muss sehr konzentriert arbeiten bei den wenigen Malen, die man sich trifft“, berichtet Schmülling, die auch eine kirchenmusikalische Ausbildung absolviert hat. Christmas is coming, der Taize-Kanon „Gloria“ und „Aus der Armut eines Stalles“ zählten zu den Titeln, die Besucher der Weihnachtsgottesdienste hören könnten, kündigt Schmülling an. Das Sanctus „Heilig, heilig“ werde während des Abendmahls gesungen.

Wichtig sei ihr, dass die Männer meistens in einer Stimmlage singen. Wer nicht viel Chorerfahrung habe, könne sich an die anderen Mitglieder mit mehr Erfahrung „ein bisschen anhängen“, erklärt Schmülling, die auch den Chor Klangart in Ebergötzen und den Gemischten Chor in Bilshausen leitet.

Ein Kennzeichen des Chores sei das gute Miteinander von Menschen aus verschiedenen Orten und aus verschiedenen Ländern. So zählten auch drei Flüchtlinge aus Wollershausen zu den Mitgliedern. „Aneinander näher kommen ist das Wichtigste, das wir uns untereinander austauschen und miteinander singen“, fasst die 55-Jährige zusammen.

„Es sind viele dabei, weil es nur vier Wochen dauert“, betont Margrit Exner, die 70-jährige Vorsitzende des Projektchores. „Mich reizt, dass man nicht das ganze Jahr einmal die Woche festgelegt ist“, sagt die 49-jährige Henriette Engelhardt-Wiedenbrügge aus Wollershausen. Für den 71-jährigen Eckhardt Macke seien „die Gemeinschaft“ das Wichtigste und die Auftritte, „wenn es denn sitzt“. Englische Lieder singe er nicht so gerne, berichtet der Lütgenhäuser, der sich gerne Auftritte anderer Chöre anhört. „Ich singe gerne, das beruhigt mich“, beschreibt Sabine Sonntag aus Wollershausen ihre Motivation. Lampenfieber kenne sie nicht. „Wenn ich das richtig kann, dann habe ich keine Angst“, erzählt die 75-jährige.

Mitglieder haben unterschiedliche Motivation

„Deutsch zu singen ist einfacher als zu sprechen“, meint der 31-Jährige Ehsan aus dem Iran, der sich vorstellen kann, auch in anderen Chören mitzusingen. „Mich reizt, dass es ein Projektchor ist und man nicht das ganze Jahr einmal in der Woche festgelegt ist. Aus Ruanda kommt der 47-Josef Mokasa. Er habe in seinem Heimatland unter anderem an der Universität gesungen. „Super“ findet Omid aus dem Iran den Projektchor. Seine Lieblingsmusik kann er allerdings nicht singen: „Ich mag Rock“. „Ich finde es gut, dass wir zusammen singen, zum Schluss hört es sich immer gut an“, meint der 53-jährige Horst Wiedenbrügge, dessen Devise laute: „Lieber spät als nie“.

„Ich singe am liebsten Kirchenlieder“, berichtet Karl-Heinz Schakowske, der auch schon in anderen Chören mitgesungen hat. „Man ist nicht so eingebunden und muss sich nicht festlegen“, beschreibt der 69-jährige einen Vorteil des Chores. Es sei immer lustig und auch viele Freundschaften hätten sich gebildet. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm das Singen im Schweriner Schloss. „Wir wollten die Akustik mal testen, das war sehr beeindruckend“.

Von Axel Artmann

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