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Seit 40 Jahren pflegt Schöttelndreier Greifvögel und Eulen

Rüdershausen Seit 40 Jahren pflegt Schöttelndreier Greifvögel und Eulen

Am 5. Oktober 1977 hat Friedrich-Karl Schöttelndreier in der von ihm gegründeten Nabu Greif- und Eulenstation den ersten Pflegefall übernommen. Es sei ein weiblicher Turmfalke mit einer Flügelverletzung gewesen, erinnert er sich. In diesem Jahr feiert die Station ihr 40-jähriges Bestehen.

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Friedrich-Karl Schöttelndreier mit Wüstenbussard

Quelle: Niklas Richter

Rüdershausen. Nach vier Jahrzehnten ist Schöttelndreiers Station anerkannt und etabliert. Das sei aber nicht immer so gewesen, sagt er. „Der Weg bis zur ’amtlichen Anerkennung’ durch das Land Niedersachsen war sehr lang und mit viel Bürokratie verbunden“, berichtet er. Aber er habe sich nicht entmutigen lassen und gekämpft für seine idee, sich um kranke und verletzte Eulen zu kümmern. Der Göttinger Manfred Waldschmidt habe ihn beim Aufbau unterstützt. Da Waldschmidt in Göttingen eine Station betrieb, fungierte Schöttelndreiers Einrichtung zunächst als Außenstelle. Später sei diese Außenstelle dann als DBV-Station Rüdershausen (Deutscher Bund für Vogelschutz) vom Land anerkannt und die Liste aufgenommen worden.

2525 Tiere aufgenommen

Schöttelndreier nahm in den vergangenen 40 Jahren insgesamt 1844 Eulen und Greifvögel zur Pflege auf. „Davon konnte ich 1434 Vögel erfolgreich wieder auswildern“, sagt er. Allerdings bedeute das auf der anderen Seite, dass 410 Tiere in Rüdershausen verendeten oder eingeschläfert werden mussten. Darüber hinaus seien weitere Vogel- und Tierarten eingeliefert worden. So sei eine Gesamtpflegezahl von 2525 Tieren zusammengekommen. Zusätzlich zur Aufnahme und Pflege von Greifvögeln und Eulen spezialisierte sich Schöttelndreier auf die Nachzucht bedrohter Eulenarten, die Schleiereule und den Steinkauz. Darüber hinaus würden nebenbei auch Turmfalken ausgebrütet durch zwei Dauerpflege-Paare, die bedingt durch ihre Verletzungen nicht mehr ausgebrütet werden könnten. 1981 rief er ein Steinkauz-Pilot-Projekt ins Leben, um die bedrohte Tierart zu retten. Dafür konnte er 1988 sogar den Tierfilmer Heinz Sielmann als Schirmherren während dessen Dreharbeiten zum NDR-Film „Tiere im Schatten der Grenze“ gewinnen. Der erste Nachwuchs war drei Jahre zuvor geschlüpft. Insgesamt hat Schöttelndreier in 32 Jahren 203 Steinkäuze nachgezüchtet. Andere Einrichtungen hätten ihm zusätzlich 83 Tiere zur Verfügung gestellt. Insgesamt habe er somit 242 Steinkäuze erfolgreich auswildern können.

Öffentlichkeitsarbeit

Auch die Aufklärung der Öffentlichkeit hat Schöttelndreier sich auf die Fahnen geschrieben. Er besucht Schulen, Kindergärten und Veranstaltungen der Duderstädter Jägerschaft. Dabei zeigt er Präparate aber auch lebende Tiere wie Steinkäuze oder einen seiner zahmen Wüstenbussarde, welche er extra für die Öffentlichkeitsarbeit trainierte. Auch kann seine Station nach Anmeldung besichtigt werden. „Pro Jahr kommen zwischen 100 bis 250 Besuchern“, teilt Schöttelndreier mit.

Auszeichnungen

Am 31. Dezember endet der Bezuschussungsvertrag mit dem Land. Deshalb will Schöttelndreier seinen Vertrag im Alter von 71 Jahren nicht weiter verlängern. Außerdem baue ein junges Paar in Hilkerode gerade eine größere Station auf. Diese könnten dann für den Stationsaufbau höhere Fördergelder beantragen. Schöttelndreier bedankt sich in dem Zusammenhang bei vielen Unterstützern und Förderern. Für seine Arbeit habe er verschiedene Naturschutzpreise und Auszeichnungen erhalten. Bundespräsident Johannes Rau hatte im Juni 2002 die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. werde aber noch in diesem Jahr vom Land gewürdigt. Am Freitag habe er noch eine Einladung von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sowie VGH-Vorstandvorsitzenden Hermann Kasten und dem Präsidenten den Niedersächsischen Sparkassenverbandes Thomas Mang zur Verleihung des Niedersachsenpreises für Bürgerengagement am 2. Dezember in Hannover erhalten.

Von Rüdiger Franke

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