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Lob für große Spielfreude

Theaterprojekt in Gieboldehausen Lob für große Spielfreude

Das Nähstübchen Fingerhut in Gieboldehausen ist am Dienstagabend zur Bürgerbühne geworden. Zehn potenzielle Darsteller begannen mit den Proben für ein Theaterstück, das die Besonderheiten des Dorflebens herausarbeiten soll.

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Mit Ausdrucksübungen beginnt der Theater-Workshop.
 

Quelle: Niklas Richter

Gieboldehausen.  Unter dem Motto „Unser Dorf soll sich abheben“ werden sich die Teilnehmer mit Stärken und Schwächen eines Ortes auseinandersetzen, erläuterte Regisseurin Nina de la Chevallerie, die das Vorhaben des freien Theaters Boat-People-Projekt aus Göttingen gemeinsam mit Charlotte Brandenburg betreut.

Nach einer Kennenlernrunde erhoben sich die Teilnehmer, rückten Tische zur Seite und begannen mit Übungen. Sie klatschten in Richtung ihres Nachbarn. Anschließend zeigten sie auf den Teilnehmer, der ihnen gegenüber stand und fragten nach dessen Namen oder nannten ihn, zunächst sachlich, dann mal ärgerlich und mal schüchtern.

In unterschiedlichen Formen brachten sie anschließend Gefühle zum Ausdruck. Sie setzten auch Sätze in Szene, die sie nach der Kennenlernrunde aufgeschrieben und die häufig unmittelbare Bezüge zur Region hatten. In einer weiteren Übung mussten sie Außerirdischen erläutern, wo sie gelandet seien.

Quelle: Niklas Richter

Choreografien, Improvisation und Austausch prägten die ersten eineinhalb Stunden des Workshops, die auch dazu dienen sollten, die Gruppendynamik zu fördern. „Ich finde es schön, dass die Gruppe sehr unterschiedlich vom Alter und Naturell der Mitspieler zusammengesetzt ist“, betonte de la Chevallerie. Es sei bei den Teilnehmern ein großes Maß an Spielfreude vorhanden.

Projekt auch in Besenhausen, Güntersen und Sattenhausen

Außer in Gieboldehausen wird das vom Landkreis Göttingen unterstützte Projekt auch in Besenhausen, Güntersen und Sattenhausen angeboten. Die Szenen, die in den vier Gruppen entstehen, sollen in eine Rahmenhandlung einfließen, im Januar werden die Gruppen zusammengeführt. Das Projekt endet im April 2018 mit der Premiere und drei weiteren Vorstellungen enden, so die Planungen.

„Mir geht es um Selbsterfahrung, Selbstreflektion und darum, sich noch mehr mit dem Landleben auseinanderzusetzen“, sagte Lothar Laake, der im 15. Lebensjahr im Stück Peterchens Mondfahrt das erste Mal auf der Bühne stand, bei verschiedenen Anlässen aufgetreten ist und unter anderem 30 Büttenreden gehalten hat. Das 56-jährige Gründungsmitglied der Lutze-Vereinigung aus Gieboldehausen erhofft sich, durch die Teilnahme an dem Workshop noch professioneller bei möglichen weiteren Bühnenauftritten zu werden und außerdem Inspirationen für den täglichen Umgang mit anderen Menschen zu erhalten.

Unterhaltung für den Geist

„Ich glaube, dass könnte eine gute Gruppe werden“, vermutet Carsten Henkel, der bereits in einer Theatergruppe in Göttingen mitgespielt hat. „Ich lehne moderne Medien ab und möchte mein Leben ohne sie gestalten“, erklärte der 46-Jährige aus Gieboldehausen. Das Theaterspielen sei „eine gute Unterhaltung für den Geist“ und man komme weiter bei der Suche nach dem eigenen Weg. Gefühle und Emotionen könne man ausleben. Wichtig sei ihm auch die Reflexion von seinen Mitspielern. Letztendlich sei es auch eine gute soziale Übung.

„Es belebt, es macht Spaß“, beschrieb Bettina Finke ihren ersten Eindruck. Die Auseinandersetzung mit dem Dorfleben sei ihr wichtig, sagt die 61-Jährige.

„Ich möchte meinen Horizont im Theaterschauspiel erweitern“, betonte Maria Kariger, die in der Breitenberger Gruppe mitspielt. Das Projekt biete die Chance, andere Darstellungskunst kennenzulernen und als Mitwirkende zu erfahren, ob man noch andere Talente habe und was man aus sich herausholen könne.

Das Projekt wird in Gieboldehausen jeweils dienstags von 19 bis 20.30 Uhr im Restaurant Amtsrichter fortgesetzt. Interessierte könnten ohne Anmeldung dazu kommen, betont de la Chevallerie.

Von Axel Artmann

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