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Vermehrter Storchennachwuchs im Eichsfeld

Zuwachs bei Adebars Vermehrter Storchennachwuchs im Eichsfeld

Jahrzehntelang waren die Weißstörche im Eichsfeld ausgestorben. Grund war das Verschwinden der Feuchtbiotope, wo Adebar sein Futter fand. Doch 2002 nistete das erste Storchenpaar wieder bei Seeburg. Seitdem kommen mehr, Tendenz steigend. Die Renaturierung der Biotope zeigt Wirkung.

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BU: In luftiger Höhe beringt Georg Fiedler die jungen Weißstörche, um Aufschlüsse über ihre Verbreitung zu bekommen.

Quelle: Arne Bänsch

Eichsfeld. „Ich habe 2012 die Nisthilfe in Obernfeld errichtet. 2014 wurde sie vom Storchenpaar angenommen und es gab den ersten Nachwuchs. Drei Jungtiere waren es damals“, beschreibt der Obernfelder Thomas Ehbrecht seine erste Eigeninitiative, um dem Federvieh einen attraktiven Wohnraum anzubieten. Inzwischen hat er einen zweiten Masten beim Ortsausgang Richtung Mingerode aufgestellt, der aber als Brutplatz noch nicht angenommen wurde. Auch in anderen Eichsfelder Ortschaften wurden zunehmend Masten errichtet, auf denen die Störche ihren Nistplatz, den Horst, einrichten konnten.

„Man denkt erst, das ist innen ausgehöhlt wie ein Nest, dabei ist der Horst platt wie eine Pizza“, weiß Martina Bode. Sie ist Mitglied in der Storchenwhatsapp-Gruppe und begleitet den ehrenamtlich arbeitenden Storchenbetreuer Georg Fiedler, der über jeden einzelnen Weißstorch im Landkreis Göttingen seit Adebars Rückkehr Buch führt. In Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde und mit dem Land Niedersachsen darf Fiedler die Jungtiere beringen, um nachvollziehen zu können, wo sich welcher Storch ansiedelt, welcher wiederkehrt und wie weit sich die Tiere ausbreiten. Manche überwintern in Spanien.

Beringung von Jungstörchen in Obernfeld

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Nicht alle im Eichsfeld geborenen Störche haben überlebt. Kälte, Nässe und zu große Hitze machen den Jungtieren zu schaffen. Zwar breiten die Eltern die Flügel über dem Nest aus, um den Nachwuchs vor Sonne und Regen zu schützen, aber bei extremer Witterung können die Jungteire dennoch umkommen – wie 2014 in Westerode und Seulingen. Dieses Jahr ist Fiedler zufrieden, die jungen Störche scheinen alle kräftig und wohlauf zu sein. In Obernfeld und Lütgenhausen hat er jeweils drei Jungtiere vorgefunden, in Wollershausen zwei, und eines in Seulingen.

„Bei der Beringung muss ich darauf achten, die Tiere im richtigen Alter zu erwischen. Wenn sie schon zu kräftig werden, wehren sie sich und könnten aus dem Nest fallen“, sagt der Fachmann. Der Landschaftsgärtner Lars Denecke hat seine Hebebühne zur Verfügung gestellt, um den Storchenbetreuer sicher und hoch hinauf an den Horst zu bringen. Die Elterntiere fliegen auf, setzen sich aber in Sichtweite in die frisch gemähte Wiese und beäugen den Besuch skeptisch. Fiedler deckt eine Plane über die Jungtiere, um sie zu beruhigen. Die Kleinen legen sich flach hin, wie sie es auch unter den schützenden Flügeln der Eltern tun würden. Eines nach dem anderen wird nun beringt. In Obernfeld liegt der Durchschnitt bei drei Jungstörchen seit der Annahmen der Nisthilfe 2014. Im vergangenen Jahr waren es sogar vier, 2015 allerdings nur zwei kleine Störche. Der Bruterfolg hängt auch von der Reife der Eltern ab. Geschlechtsreife erreichen die Weißstörche erst mit rund vier Jahren, und ihre Lebenserwartung liegt mit etwas Glück bei mehr als 30 Jahren.

Ein paar Tage nach der Beringung in Obernfeld wurde Fiedler nochmal ins Eichsfeld gerufen. Auch Westerode meldete Erfolg beim Nachwuchs. Auf dem Schornstein der alten Molkerei lugten drei Junge aus dem Nest. Die Betriebsfeuerwehr von Ottobock rückte mit der Drehleiter an, um den Weißstrorchbetreuer in die Höhe zu hieven. Dort gab es eine Überraschung: Ein weiteres Storchenbaby wurde gefunden – und auch das Nesthäkchen sei schon gut entwickelt und habe reelle Überlebenschancen.

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