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In wenigen Tagen fließt der Strom

Höherberg In wenigen Tagen fließt der Strom

Die Rotoren an der Windenergieanlage zwei (WEA2) auf dem Höherberg, der ersten von insgesamt acht in dem Dreieck zwischen Bodensee, Bilshausen und Gieboldehausen, sind montiert. Bis zum späten Sonnabendabend war das Team im Einsatz. Noch in diesem Jahr soll die Anlage Strom ins Netz einspeisen.

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Mit einem Kran ziehen die Arbeiter die rund 62 Meter langen Rotorblätter in die Höhe.

Quelle: Schneemann

Höherberg. Weit sichtbar war noch lange nach Einbruch der Dunkelheit der beleuchtete Kran, mit dem die Arbeiter die rund 62 Meter langen Rotorblätter in die Höhe zogen. Schon am Tag konnten die Menschen der Region aus großer Entfernung das gelbe Hilfsmittel sehen. Und immer wieder kamen Menschen an der Baustelle vorbei, um sich den Aufbau aus nächster Nähe anzusehen. Und auch mehrere Greifvögel ließen sich von den Arbeiten nicht bei ihrer Nahrungssuche stören.

Wahrscheinlich zum letzten Mal waren die Verantwortlichen von Betreiber Uka (Umweltgerechte Kraftanlagen) aus Rostock und der dänische Hersteller Vestas froh über wenig Wind auf dem Höherberg. „Die Dunkelheit ist nicht das Problem“, erklärt Uka-Bauleiter Jörn Wischmeier die weiterlaufenden Arbeiten, nachdem das Tageslicht längst verschwunden war. Mit leistungsstarken Scheinwerfern leuchtete das Team den Turm und den Kran aus und brachte die Arbeit am Sonnabend zu Ende.

Beim Aufbau der Anlage könne zu starker Wind durchaus zum Problem für den Kran werden, so Wischmeier. Deshalb habe sich die Montage der Windanlage auch etwas verzögert. Das empfindliche Bindeglied sei der Kran. Je höher er ausgefahren werde, desto windanfälliger werde die Sache. Und dieses Windrad hat eine Gesamthöhe von 200 Metern.

„Es ist gefährlich, wenn die Teile, die hochgezogen werden, zu sehr ins Trudeln kommen“, erläutert der Uka-Bauleiter. Wie schnell die Teile tatsächlich ins Trudeln geraten sei natürlich abhängig von den Komponenten. Eine Windstärke von etwa sieben Metern pro Sekunde sei das Maximum für die Rotorblätter. „Die schweren Turmteile können mehr ab“, so Wischmeier. Aber dort sei auch bei etwa neuneinhalb Metern pro Sekunde Schluss. „Wenn mehr Wind herrscht, müssen wir Pause machen.“

Wegen des Windes verzögerte sich der Aufbau in den vergangenen Tagen. „Eigentlich wollten wir die Rotorblätter bereits am Donnerstag montieren“, berichtet Wischmeier. Doch zu diesem Zeitpunkt hatte der Aufbau des Turmes gerade einmal etwa ein Drittel der Höhe erreicht, bis kurz über der roten Markierung. „Doch auch wenn jeder Tag, an dem der Aufbau nicht weitergeführt werden kann, richtig Geld kostet, steht natürlich immer die Sicherheit im Vordergrund“, betont der Uka-Bauleiter.

Nach dem Abschluss der Außenarbeiten benötige das Vestas-Team nach Angaben Wischmeiers noch etwa eine Woche für den Innenausbau. „Unter anderem müssen die Kabel angeschlossen und der Fahrstuhl eingebaut werden“, so der Uka-Bauleiter. Danach gehe die Anlage gleich ans Netz. „Sie kann maximal 3,45 Megawatt leisten“, erklärt ­Wischmeier. Da es aber auch immer wieder Zeiten mit weniger Wind gebe, rechne der Betreiber im Mittel etwa mit der Hälfte der Leistung.

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