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Der Schnitt hält den Baum gesund

Viel Interesse am Obstbaumschnittkurs trotz Kälte Der Schnitt hält den Baum gesund

"Damit der Obstbaum gut wachsen kann empfiehlt es sich, den Baum zu beschneiden", sagte Reinhard Schomberg-Klee. Der Baumschulenmeister aus Rittmarshausen leitete am Samstag den Obstbaumschnittkurs, zu dem viele Teilnehmer in das Feuerwehrhaus in Etzenborn gekommen waren.

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"Damit der Obstbaum gut wachsen kann empfiehlt es sich, den Baum zu beschneiden", sagt Reinhard Schomberg-Klee.

Quelle: mah

Etzenborn. Es wurde fachgesimpelt. "Der Obstbaumschnitt ist immer ein Thema mit vielen Fragen", so  Schomberg. Was tun, damit der Baum nicht in den Himmel wächst? Wie kann sich ein tragfähiges Kronengerüst entwickeln? "Ein gut durchlüfteter Baum produziert gute Früchte", erklärt er weiter. Auch das Licht sei wichtig. Ein gesunder Baum sollte eine pyramidale Krone haben, die sich nach unten verjüngt. Bei alten Bäumen sollte man die Lichtbahnen wieder herstellen, damit auch die unteren Bahnen wieder belichtet würden.

 "Welche Regeln gibt es beim Schnitt?", fragte ein Teilnehmer. "Grundsätzlich gilt: je stärker man zurückschneidet, desto stärker treibt er aus", erklärte Schomberg weiter. Ein schwacher Rückschnitt fördere hingegen das Wachstum weniger. Ein junger vitaler Baum sei bestrebt, in die Höhe zu wachsen. Bei jungen Bäumen sollte man drei bis vier tragende Äste stehen lassen. Die Konkurrenztriebe sollte man wegschneiden. Die Spitze sollte ein Drittel über den Leittrieben stehen. "Zudem empfiehlt es sich die Knospen, die nach innen zeigen, zu entfernen", so Schomberg.

Die Knospen, die am höchsten stehen, treiben am wenigsten aus. Schomberg demonstrierte den Schnitt an einem jungen Setzling aus der Baumschule. 

Er gab Ratschläge: "Man sollte auf Astring schneiden, also direkt am Stamm, denn je bündiger man schneidet, desto besser die Wundheilung." Die Haltung der Schere sei wichtig. "Die glatte Seite der Schere ansetzen, sonst hat man eine Quetschung", sagte Schomberg.

Auch die Wurzeln sollte man anschneiden, damit ein frisches Wurzelwachstum gefördert wird und die Bäume besser anwachsen können. Wühlmäuse sind gefährlich für den Baum, denn sie fressen die Wurzeln. Deshalb empfiehlt sich eine Umdrahtung für die Wurzeln. "Seitdem unsere Katzen erwachsen sind und jagen, haben wir keine Probleme mehr", sagte die Teilnehmerin aus Etzenborn,  Juliane Bartsch zum Vergnügen der Anwesenden.

Besonders wichtig am Schnitt sei aber der Zeitpunkt des Schnitts. "Kälte macht grundsätzlich nichts", sagte Schomberg. Von November bis April sei eine gute Zeit. Manche Bäume schneidet man aber besser im Sommer. Wie zum Beispiel die Kirsche, die man besten gleich bei der Ernte schneidet. Äpfel und Birnen schneidet man besser im Herbst. Je später man insgesamt schneidet desto schwächer das Wachstum des Baumes.

Dann ging es in die Natur, um das Erlernte an einem richtigen Baum anzuwenden. "Wir schneiden unsere Bäume, die wir im Sommer abernten", erklärte Dietmar Müller. Der  40-jährige ist Ortsbürgermeister von Etzenborn und Organisator des Schnittkurses. Trotz eisiger Temperaturen schnitten er und seine zahlreichen Helfer an diesem Tag viele Obstbäume. Immerhin sollen die langgewachsenen Äste die Landwirten bei ihrer Arbeit im nächsten Jahr nicht stören. Auch soll der Ertrag gut sein. "Denn der Erlös aus dem Verkauf des Obstes fliesst in unsere gemeinsame Kasse", sagt Müller. bm

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