Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Straßensperrung regt Autofahrer auf

Straße wegen Radwege-Erneuerung gesperrt Straßensperrung regt Autofahrer auf

Die L 569 zwischen Göttingen-Geismar und dem Kreisverkehr Diemarden wird am Montag, 9. Oktober, in beiden Richtungen für drei Wochen gesperrt. Diese Ankündigung der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sorgt bei Autofahrern in der Region für massive Verärgerung.

Voriger Artikel
Pendlerstrecke dicht
Nächster Artikel
Neue Willkommens-Tafel für Reinhausen

 
 

Quelle: r/Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr

Geismar/Diemarden.  Der Grund für die Sperrung: Bis zum 27. Oktober wird der Radweg parallel zur L 569 erneuert. Der Weg erhält eine neue Deckschicht. Zuvor muss der alte Belag abgefräst werden. Bis zum 27. Oktober sollen die Arbeiten beendet sein, erklärt die Straßenbaubehörde.

Damit ist die wichtige Pendlerstrecke zwischen dem südöstlichen Landkreis einschließlich Duderstadt und Göttingen für drei Wochen dicht.

Autofahrer verärgert

Das bringt viele Autofahrer auf die Palme. “Göttingen”, vermutet Michaela Volle auf der Facebook-Seite des Tageblatts, “muss zentrales Untersuchungsobjekt einer Studie zum Verhalten von Pendlern unter Dauer-Stress mit wechselnder Belastung sein.”

“Drei Wochen gesperrt für einen Radweg?”, fragt Stefan Kerl. “Sind die Autofahrer nicht genug genervt wegen den ganzen Baustellen in und um Göttingen?” Und Bernd Krope meint, “die sollten vielleicht die Radwege sanieren, die es nötig haben. Und außerdem muss man nicht gleich beide Fahrstreifen sperren. (...) alles nur noch Theoretiker, haben vom Praktischen keine Ahnung.” “Können bald alle Pendler in Göttingen übernachten”, schimpft Dorothee Großheim.

Quelle: r/Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr

Klaus Wallraven, Pendler aus Sattenhausen, fährt jeden Tag nach Göttingen. Allerdings mit dem Fahrrad. Der frühere Professor versteht nicht, weshalb der Radweg überhaupt saniert werden muss. „Die Decke ist vollkommen in Ordnung“, meint Wallraven. „Da ist überhaupt nichts beschädigt. Ich bin dort jeden Tag mit dem Rennrad unterwegs, die Reifen sind mit acht bar aufgepumpt. Das geht wunderbar.“

Udo Othmer, Chef der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, kann den Unmut zumindest der Autofahrer verstehen: “Uns ist bewusst, dass es sich bei dieser Straße um eine wichtige Pendlerverbindung handelt.” Die Vollsperrung habe die Göttinger Kreisverwaltung angekündigt. Sie sei auch notwendig, weil die Landesstraße 569 in diesem Bereich zu schmal sei, um den Verkehr einseitig vorbeizuleiten. Auch weil sich an den Straßenrändern viel Gehölz befinde, müssten die Baufahrzeuge unter anderem bei Schwenkmanövern ausreichend Platz haben. Eine auch nur einseitige Freigabe des Straßenabschnitts während der Zeit der Bauarbeiten sei zu gefährlich.

Zahlreiche Beschwerden

Die Verärgerung vieler Autofahrer über die weitere Sperrung einer wichtigen Verbindungsstraße ist allerdings auch bei der Bad Gandersheimer Straßenbaubehörde angekommen. Es habe zahlreiche Beschwerdeanrufe gegeben, räumt Behördenchef Othmer ein.

Selbst beim Niedersächsischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium seien Beschwerden über die Maßnahme und deren Auswirkungen eingegangen. Angesichts der Bedeutung der Straße, vor allem für den Pendlerverkehr, werde sich seine Behörde bemühen, die Bauzeit zu verkürzen, versprach Othmer. Als Ende der Baumaßnahme hatte die Straßenbaubehörde bislang den Freitag, 27. Oktober, angegeben.

Politiker kritisieren Sperrung

Am Wochenende meldeten sich zudem Politiker zu Wort und kritisierten das Vorgehen der Behörden. „Die geplante Vollsperrung der L 569 kommt überraschend“, teilte die SPD-Landtagskandidatin Doris Glahn am Sonntag mit. Sie werde sich bei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Bad Gandersheim und beim Landkreis Göttingen dafür einsetzen, „dass die angekündigte Vollsperrung (...) zurückgenommen beziehungsweise zumindest deutlich verkürzt wird“. Schließlich werde die Vollsperrung „zu erheblichen Verkehrsbehinderungen für die Pendler führen und zu einer starken Belastung der Anwohner der genannten Umleitungsstrecke, nämlich der Bewohner von Diemarden und Reinhausen“, so Glahn.

Kritik kommt auch von Bärbel Diebel-Geries, SPD-Kreistagsabgeordnete und Ratsmitglied in Gleichen, die von einer „Vollsperrung aus heiterem Himmel“ spricht und die „Frage der Sinnhaftigkeit“ in einer Pressemitteilung stellt. Ihr Fazit: „Es muss einen klaren Protest gegen diese Art und Weise der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Gandersheim, geben.“ Die Vollsperrung werde in den kommenden drei Wochen „für ein großes Verkehrschaos und Unannehmlichkeiten durch den Umleitungsverkehr über Diemarden und Reinhausen führen“, so Diebel-Geries. Die Frage seit, warum diese Maßnahme so kurzfristig erfolge und „die örtlichen betroffenen Kommunen nicht eingebunden wurden“.

Umleitung eingerichtet

Während der Vollsperrung ist eine örtliche Verkehrsumleitung eingerichtet, teilt die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Bad Gandersheim weiter mit. Die Verkehrsteilnehmer werden gebeten, in beiden Richtungen die Umleitungsstrecke von Göttingen nach Niedernjesa über die Bundesstraße 27, von Niedernjesa nach Reinhausen über die L568, von Reinhausen nach Diemarden über die Kreisstraße 21 und von Diemarden zum Kreisverkehr Diemarden/Klein Lengden über die Kreisstraße 47 zu nutzen. Witterungsbedingte Verzögerungen könnten allerdings nicht ausgeschlossen werden, teilt die Landesbehörde für Straßenbau weiter mit.

Die Arbeiten sollen bis Freitag, 27. Oktober, abgeschlossen sein. Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr bittet die betroffenen Anlieger und Verkehrsteilnehmer um Verständnis.

Ihre Erfahrungen sind gefragt

Die Straßensperrung zwischen Geismar und dem Kreisverkehr Diemarden sorgt für Diskussionen. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht? Welche Probleme gibt es? Welche Umleitungen und Schleichwege können Sie anderen Verkehrsteilnehmern empfehlen? Schreiben Sie uns auf WhatsApp, gerne mit Foto. Einfach Ihre Nachricht an 0160/90660911 senden.

Von Matthias Heinzel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Sicherheitswochen: Struckmeier System Büro