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Es ist „so ein guter Ort dafür“

Ausstellung „Öffne mir die Augen, dass ich sehe“ Es ist „so ein guter Ort dafür“

Sie befassen sich mit dem gleichen Thema und sind doch so unterschiedlich: leise und wortkarg, großformatig und bunt, traditionell. „Öffne mir die Augen, dass ich sehe“, ist der Titel einer Ausstellung mit Bildern von drei Künstlern, die eines verbindet: Flucht. Am Sonnabend wurde sie in der Reinhäuser Kirche eröffnet.

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Eröffnung der Bilderausstellung „Öffne mir die Augen, dass ich sehe“ mit Bildern der Künstler Helmut Boeder (von links), Diemarden, Ammar Hatem und Nagham Hammoush, Damaskus/Syrien.

Quelle: Heller

Reinhausen. Eine Kunstausstellung in einer Kirche – schon das ist besonders. Drei so unterschiedliche Künstler, die sich so unauffällig aber unausweichlich zu etwas Gemeinsamen vereinen, umso mehr. Mit Helmut Boeder aus Diemarden und dem Flüchtlings-Ehepaar Ammar Hatem und Nagham Hammoush aus Damaskus in Syrien hat die Reinhäuser Kulturinitiative „Musik auf dem Kirchberg“ Bilder-Schaffende zusammengeführt, deren Werke (Ein)Blicke und Empfindungen öffnen, die oft erst auf dem zweiten und genaueren Blick überraschen und ergreifen. Boeder verarbeitet mit seinen feinnstrichigen Zeichnungen seine eigene Flucht aus Pommern vor 70 Jahren. Die großflächigen, bedrohlich und zugleich fröhlich wirkenden Tiermotive von Hatem bilden dazu einen deutlichen Kontrast, sind auf ihre Art aber nicht weniger tiefgehend. Auch Hammoush zeichnet Tiermotive – aus alten Mythen und alten Kulturen. In der Linolschnittechnik wirken sie traditionell.
„Sie alle warten auf unser Sehen, auf dass wir uns auf sie einlassen und die Augen öffnen“, sagte Pastorin Christiane Scheller zur Eröffnung der Ausstellung. Sie solle vor allem die Augen für die Schlagworte im Untertitel des Leitthemas: „Erinnerung – Mahnung – Zukunft“. Porträts über die beiden syrischen Künstler im Göttinger Tageblatt hätten die Reinhäuser Kulturinitiative auf die Idee gebracht, die jungen Künstler zum Thema Flucht gemeinsam mit Boeder in ihre Kirche zu holen, erklärte der Mitinitiator Christian Laack.
Dass ihre Bilder in einer Kirche hängen, „ist einfach ein schönes Gefühl“, sagte Hammoush. Die 1000 Jahre alte Kirche „mit ihren so alten festen Steinmauern“ sei „so ein guter Ort dafür“, ergänzte Hatem, zu dessen Werken auch eine außergewöhnliche Ikone gehört – ebenfalls mit einem Tier-Wesen. „Ein würdevoller Ort mit einer tollen Atmosphäre“, findet Boeder.

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