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Video-Dreh mit syrischem Youtuber

Projektpräsentation Video-Dreh mit syrischem Youtuber

„Endlich mal kein Hass“, war der Kommentar, der Firas Alshater veranlasste, weitere Youtube-Clips zu drehen. Heute ist der Wahlberliner einer der bekanntesten Rassismusgegner Deutschlands und gibt seine Geschichten gern an die Jugend weiter. So auch an Jugendliche in Hann. Münden.

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Zur Präsentation ihrer Youtube-Clips fanden sich die Teilnehmer des Workshops mit Firas Alshater am Freitagabend im Geschwister-Scholl Haus in Hann. Münden ein.

Quelle: Wesche

Hann. Münden. „Mein Vorbild bin ich selbst. Ich möchte immer sein, wer ich bin“, berichtet der aus Syrien stammende Alshater im Gespräch mit Hann. Mündener Jugendlichen. Im Zuge des Workshop-Projektes „Hate2hate“ besuchte er die Dreiflüssestadt.

Witzig, einfach anders

Er sei vor drei Jahren nach Berlin gekommen, habe sich in die Hauptstadt verliebt und sich bei der Universität beworben. Dort wollte er nach eigenen Angaben auf die Kriegszustände in seiner Heimatstadt mit einem Video aufmerksam machen: „Das war ein bisschen heftig. So viel Blut und so viele Leute, die gestorben sind.“ Ihm selbst sei schlecht geworden beim Anblick der Bilder und habe beschlossen: „Ich muss etwas Witziges machen, einfach etwas anderes.“

Sein Video „Wer sind die Deutschen“ wurde über Nacht berühmt. Mit offenen Armen, verbundenen Augen und einem Schild mit dem Aufdruck „Ich bin syrischer Flüchtling. Ich vertraue dir – vertraust du mir? Umarme mich!“ filmte er auf dem Alexanderplatz die Reaktionen seiner Mitmenschen. Eine Millionen Klicks innerhalb weniger Tage und die vielen positiven Kommentare veranlassten ihn, eine eigene Clip-Reihe zu produzieren.

Videos von A bis Z

Immer wieder geht es in seinen humorvollen Videos darum, wie Integration gelingen kann. Dabei erhebt er keineswegs den mahnenden Zeigefinger, sondern bedient sich überspitzter Darstellung verschiedener Kulturen. In Zusammenarbeit mit der VHS Göttingen Osterode und dem Kinder- und Jugendbüro der Stadt Hann. Münden entstanden unter seiner Federführung drei Clips, in denen sich Jugendliche selbst mit den Thema Fremdenfeindlichkeit und Vorurteile auseinander setzen konnten.

Hintergrund

Hate2hate ist ein Projekt, um Jugendliche und junge Erwachsene aus Hann. Münden und Umgebung gegen menschenverachtende Hassreden zu sensibilisieren, sie zur Gegenrede zu befähigen und zum Aktivwerden zu motivieren. 20 Teilnehmer haben die VHS Göttingen Osterode gGmbH und das Kinder- und Jugendbüro der Stadt Hann. Münden dazu eingeladen. Die Erstellung eines eigenen Youtube-Videos unter Anleitung des bekannten Youtubestars Firas Alshater stand dabei im Mittelpunkt. sw

Schnitttechniken und Videovertonung wurden ebenso gelernt wie der Einsatz verschiedener Kameratechniken. Die Kinder probten Actionszenen und Verfolgungsjagden, schrieben Drehbücher und suchten passende Kulissen für ihre Szenen. So entstand beispielsweise der Film „Handyvorurteile“, in dem ein ausländisches Mädchen in Not gerät. Sie borgt sich von einer Freundin ein Handy. Ohne Widerrede, ohne Gegenleistung ist dies möglich. Es folgt die gleiche Szene mit zwei deutschen Jugendlichen. Jedoch endet der Film damit, dass der Anrufer 43 Cent zahlen muss.

Späte Einsicht

Der zweite Film zeigt zunächst eine verbale Konfrontation zwischen zwei deutschen und einem ausländischen Jugendlichen und einer anschließenden Verfolgungsjagd. Das glimpfliche Ende der „2 gegen 1 Konfrontation“ gelingt, weil ein weiterer deutscher Akteur Partei ergreift und die Angreifer zur Raison bringt.

Im abschließenden Trickfilm erfanden die Hann. Mündener Workshop-Teilnehmer ein Kind namens Jürgen, das in einem von Vorurteilen geprägten Haushalts aufwächst, seinen Kindergartenfreund Mohammed nicht mit nach Hause bringen darf und fremdenfeindlich wird. Erst als er seine Schule abbricht, sich der Pegida anschließt und schließlich in einem italienischen Restaurant seinen Chef als Freund und Ansprechpartner gewinnt, merkt er, dass seine Eltern mit ihrer Einstellung Unrecht hatten.

Die Videos wurden kürzlich im Geschwister-Scholl-Haus in Hann. Münden vorgeführt und ins Netz gestellt.

Von Susanne Wesche

 

Links zu den drei entstandenen Youtube-Clips mit Hann. Mündener Jugendlichen


 
 
 

Link zum Interview Firas Alshater mit den Mündener Jugendlichen

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