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Kritik an Plänen für Brückenneubau

Weserbrücke in Hann. Münden Kritik an Plänen für Brückenneubau

Der geplante Neubau der Weserbrücke am Knotenpunkt der Bundesstraßen 3 und 80 in Hann. Münden gilt als eines der größten Bauvorhaben der vergangenen Jahre. Noch bis Mitte August liegen die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren bei der Stadtverwaltung aus. Einwendungen sind bis 31. August möglich.

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Quelle: Wesche

Hann. Münden. Aktuellen Zählungen zufolge überqueren täglich rund 13000 Fahrzeuge die Weserbrücke. Das im Jahr 1961 in Betrieb genommene Bauwerk weise nach Angaben der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr Bad Gandersheim keine akuten Schäden wie Rost an den Stahlträgern auf. Allerdings sei aufgrund einer Richtlinie des Bundesverkehrsministeriums eine "Nachrechnung" der Brücke durch die Landesbehörde erforderlich geworden. Die Folge: die alte Brücke muss abgerissen und eine neue gebaut werden, weil "das erforderliche Ziellastniveau" nicht erreicht werde, schreibt die Landesbehörde in ihrem Voruntersuchungsbericht.

Weil es sich um Bundesstraßen handelt, sei der Bund Straßenbaulastträger, erklärt Anja Mecke vom Fachdienst Liegenschaften und Sanierung der Stadt Hann. Münden. Das Straßenbaubehörde sei Auftragsverwaltung und Baumaßnahme zuständig. Die kalkulierten Kosten werden auf etwa elf Millionen Euro veranschlagt. Ein Eigenanteil der Stadt Hann. Münden werde vom Bund getragen.

Verschiedene Varianten für einen Brückenneubau wurden geprüft. Nach Angaben der Landesbehörde sei eine Neukonstruktion der Brücke unter Vollsperrung untersucht worden. Hierfür würde die bestehende Konstruktion abgerissen und durch eine neue auf den vorhandenen Brückenpfeilern ersetzt. Diese Variante bewerteten die Planer aber als „verkehrlich deutlich ungünstiger“, da sich „der Zeitraum der Vollsperrung über die gesamte Bauzeit erstreckt.“

Eine weitere Möglichkeit wäre ein Brückenneubau auf  Behelfspfeilern stromabwärts. Dabei würde eine neue Trasse neben der bestehenden errichtet und nach Fertigstellung auf die vorhandenen Pfeiler geschoben. Auch der Neubau an gleicher Stelle unter vorheriger Einrichtung einer Behelfsbrücke wurde untersucht. Schließlich entschied man sich für die vierte Variante: den Neubau in paralleler Lage.

Dies sei nach Auskunft von Anja Mecke die Planungsvariante, „welche die geringsten Verkehrsbeeinträchtigungen bedeutet.“ Kritisch hingegen sehen jedoch Anwohner der Veckerhäger Straße die favorisierte Lösung. Durch den Neubau etwa 13 Meter stromabwärts in Richtung Gimte müssen zusätzliche Flächen erworben oder Eigentumsverhältnisse geklärt werden.

„Bedenken, welche bisher an die Stadt herangetragen wurden, betreffen vor allem die Nähe der neuen Brücke zu den Häusern Veckerhäger Straße 66 und 68 sowie die Anbindungen der Zufahrten der Grundstücke an der Veckerhäger Straße an den neuen Kreisverkehr." Bei diesen Punkten hält Mecke Einwendungen für  wahrscheinlich.

Zwei Mehrfamilienhäuser des Gemeinnützigen Bauvereins sind direkt von der geplanten Maßnahme betroffen. „Wir tragen dieses Vorhaben so nicht mit, weil es zu gravierenden Beeinträchtigungen für unsere Mieter kommen wird“, erklärt Geschäftsführer Jörg Wieland. Neben einer Wertminderung der Immobilien rechne er auch mit einer „Verminderung der Wohnqualität“, denn die Mieter würden " zukünftig auf eine bis zu acht Meter hohe Mauer“ schauen. Die bestehende Brücke sei dagegen etwa 30 Meter entfernt und durch eine begrünte Böschung sicht- und hörbar abgeteilt. Auch befürchtet Wieland einen steigenden Lärmpegel: „Da helfen auch keine Schallschutzfenster", denn „wenn unsere Mieter im Sommer auf dem Balkon sitzen, ist die Straße nur noch 17 Meter entfernt.“ Zudem fielen Parkplätze und der Feuerwehr-Stellplatz weg.

„Ich glaube nicht, dass diese Bauentscheidung unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit getroffen wurde", erklärt Rolf Vogt, Vorstandsmitglied des Bauvereins. Er kritisiert, dass nicht mit den Betroffenen vor Ort gesprochen worden sei und kündigte die Prüfung durch einen Fachanwalt an.  „Wir werden gegen die jetzigen Planungen bis zur letzten Konsequenz vorgehen", kündigte Vogt an. sw

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