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"Meine Erwartungen wurden weit übertroffen"

Rock for tolerance "Meine Erwartungen wurden weit übertroffen"

Mit ihrem Festival „Rock for tolerance“ haben Initiator Robert Maaßen und sein Team auch in diesem Jahr wieder ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt. Musiker und Zuschauer trotzten dem unbeständigen Wetter am Sonnabend gleichermaßen und feierten auf dem Tanzwerder in Hann. Münden bis in den Abend.

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Quelle: sw

Hann. Münden. Mit einem symbolischen Regenschirm in der Hand eröffnete Bürgermeister Harald Wegener die Musikveranstaltung. Er fungierte als Schirmherr und wünschte den Teilnehmern  eine „regenfreie Musikzeit“. Gleichzeitig bedankte er sich bei den Organisatoren, den Sponsoren und den vielen freiwilligen Helfern und versprach: „Vielleicht müssen wir schon im nächsten Jahr den kompletten Tanzwerder sperren, wenn der Zuspruch zu dieser Veranstaltung so groß bleibt.“

Pünktlich betraten im Anschluss „BlindLinks“ aus dem Eichsfeld die Bühne und heizten den ersten Zuschauern schon am Nachmittag ein. Mit ihren selbst geschriebenen deutschen Rocksongs über „die Liebe und das Leben“ wollten sie nach Angaben der Bandleaderin Jana Eisenbarth „ihr eigenes Zeichen für mehr Toleranz setzen.“ Bereits im vergangenen Jahr hätten sie sich für einen Auftritt beim Mündener Festival beworben. „Damals hat es leider nicht geklappt“, erzählte Eisenbarth, „dafür war die Freude über die Zusage in diesem Jahr umso größer.“ 

Zahlreiche Vereine aus Hann. Münden und der Region nutzten die separaten Stellflächen zur Präsentation ihrer Arbeit. „Münden stellt im sozialen Bereich unheimlich viel auf die Beine“, erklärte Vera Razat, Koordinatorin des Ehrenamts im Bürgertreff. „Wir organisieren beispielsweise ein Nähcafé, bieten täglich Hausaufgabenhilfe an und engagieren uns besonders für die Integration unserer ausländischen Mitbürger.“ Dabei lege sie besonderen Wert auf die Vernetzung der Angebote und die gute Zusammenarbeit aller Akteure. 

So sei nach ihren Angaben auch die Interaktion mit der Bürgerinitiative (BI) „ein.münden“ wichtig, für das Gelingen von Integration. Die BI sei nach Angaben des Mitwirkenden Hartmut Teichmann ein Zusammenschluss von Mündener Bürgern, die es sich 2015 zum Ziel gesetzt haben, „Flüchtlingen das Einleben in ihre neue Heimat zu erleichtern.“ So organisiere man Deutschkurse und Fahrradtrainings. Gleichzeitig werden die jungen Flüchtlinge bei der Ausbildungssuche unterstützt.

Auch der Kinder- und Jugendfeuerwehr Förderverein war mit einem Stand vertreten. Mitglieder informierten die Gäste über ihr neues Angebot für die jüngsten Feuerwehrkameraden und solche, die es einmal werden wollen. Ab Oktober biete der Verein, nach Angabe des zweiten Vorsitzenden Peter Hönack, spielerische Trainingseinheiten bereits für Kinder zwischen vier und sechs Jahren an. „Gerade bei uns in der Feuerwehr wird Integration und Toleranz groß geschrieben“, berichtete Sina Steinwachs, erste Vorsitzende des Fördervereins und erklärt weiter: „Deswegen ist es selbstverständlich, dass wir uns hier heute präsentieren.“

Flagge gegen Fremdenfeindlichkeit zeigten auch die teilnehmenden Bands mit ihren musikalischen Statements und Wortbeiträgen. So rief Amko Granica, Sänger der Hann. Mündener Band YugonaughtY laut in die Menge „Rassismus hat in unserer Stadt keinen Platz“ und erntete dafür tosenden Beifall. Organisator Robert Maaßen zeigte sich im Anschluss an das Festival mit etwa 800 Besuchern sehr zufrieden: „Meine Erwartungen wurden bei Weitem übertroffen.“

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