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„Ihr werdet immer besser“

Egerländer-Spirit „Ihr werdet immer besser“

Drei Tage lang haben etwa 150 Amateurmusiker aus ganz Deutschland in Nörten-Hardenberg intensiv mit Musikern der Egerländer Musikanten und deren Leiter Ernst Hutter geübt. Am Freitagabend spielten die Profis dann zum Abschluss exklusiv für die Teilnehmer der Egerländer Sommerakademie.

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Sommerakademie: Gerd Fink, Mitglied der original Egerländer, dirigiert die Workshopteilnehmer in der Aula.

Quelle: Christina Hinzmann

Nörten-Hardenberg/Göttingen. Aus den Räumen der Außenstelle der KGS Moringen und der Johann-Wolff-Schule, darunter auch der Sporthalle, dringt am Freitagmittag Musik - einzelne Sequenzen zumeist, immer wieder. Hier üben Hobbymusiker aus ganz Deutschland und sogar aus Südtirol verschiedene Sequenzen von Walzer, Polka oder Marsch.

Die Stücke, mit denen sich die Teilnehmer der Egerländer Sommerakademie (ESA) bei ihrem dreitägigen Aufenthalt in Workshops, Gruppen- und Einzelunterricht beschäftigten, stammten alle aus dem Repertoire des bekannten Blasorchesters Egerländer Musikanten unter der Leitung von Ernst Hutter, berichtet Bernd Schneider vom Musikverein Wolbrechtshausen, der die Organisation der ESA übernommen hatte.

Der Orchesterchef ist ebenso in Nörten-Hardenberg dabei wie Musiker seines Ensembles. Dazu zählt seit 2008 auch Martin Hutter, einer der Söhne des musikalischen Leiters. Zusammen mit Helmut Kaszner hat Martin Hutter am Freitag „das hohe Blech“ in der Sporthalle um sich geschart. Amateurmusiker, die auf ihren Flügelhörnern, Trompeten oder Hörnern die Techniken und „den Spirit“ des Egerländer-Musikstils lernen wollen. Hutter junior steht vor den etwa 50 Blasmusikern und demonstriert ihnen stimmlich, wie die Sequenz klingen soll. „Ihr seid Elefant, dann Ballerina“, versucht er die verschiedenen Passagen bildlich rüberzubringen. Er lässt seine Schüler immer und immer wieder die Sequenz spielen, übt Kritik - „ihr spielt viel zu sehr wie eine Dampfwalze“, sagt er und keiner nimmt es ihm übel. Dann fordert Martin Hutter die Bläser auf, voluminöser zu spielen, will sie „so lebendig wie es geht“ spielen hören, bis er schließlich zufrieden Fortschritte feststellt: „Super, ihr werdet immer besser.“

Ziel der ESA sei es, sagt Martin Hutter, den „Egerländer Spirit“, die Spiel- und Herangehensweise weiterzugeben. Dass die Teilnehmer die Musik spürten, sei wichtig. Wenn er von Elefant und Ballerina spreche, ergänzt er, dann solle die Vorstellung davon den Amateurmusikern dabei helfen. „Wir wollen unsere Leidenschaft rüberbringen“, fasst der 30-jährige Hutter zusammen.

In der Mittagspause sind sich die ESA-Teilnehmer mit dem Wolbrechtshäuser Schneider einig: „Das bringt ganz viel.“ Es gehe darum, „stilistisch von den Profis zu lernen“, sagt Schneider. „Da will man als Amateur gerne rankommen.“ Und so sei die Resonanz auf die ESA durchweg positiv, berichtet Schneider. Das liege vielleicht auch daran, dass die Egerländer Musikanten „alle sehr nahbar“ seien. Matrin Hutter beispielsweise duzt die meisten seiner Schüler in der Sporthalle - egal ob 20 oder 60 Jahre alt.

Dietrich Ackemann aus Celle, der seinen Angaben zufolge musikalisch aus dem Klassik-Bereich kommt, will bei der ESA lernen, „diese ganz spezielle Musik“ zu spielen. Die Spieltechnik der Egerländer Musikanten unterscheide sich sehr von der Klassik, erklärt er. „Die Töne werden viel kürzer gespielt als zum Beispiel bei einem Haydn-Konzert.“ Während die ESA in Nörten-Hardenberg für Ackemann Premiere ist, ist Peter Eberhardt schon zum dritten Mal dabei. Der Flügelhornspieler der Friedataler Musikanten aus Geismar im Landkreis Eichsfeld und seine neun Begleiter halten die stetigen Wiederholungen nicht für nervig. Im Gegenteil, wie Eberhardt versichert: „Wir wollen die Stilistik der Egerländer ja lernen und es macht uns Spaß.“

Nach drei Tagen intensiven Übens haben die ESA-Teilnehmer am Freitagabend dann gemeinsam ein Abschlusskonzert bestritten. Dann griffen die Profis selbst zu den Instrumenten und spielten in der Schulaula exklusiv für ihre rund 150 Schüler.

Mit einen öffentlichen Konzert am Sonnabend, 22. Juli, um 20 Uhr in der Göttinger Stadthalle verabschieden sich Ernst Hutter und die Egerländer Musikanten aus der Region. Für das Konzert sind noch Karten in der Tageblatt-Geschäftsstelle, Weender Straße 44, in Göttingen, Telefon 05 51 / 90 12 13 oder unter tickets.goettinger-tageblatt.de erhältlich.

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