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Gewerkschaft kritisiert Managementfehler

Bürgerspital Einbeck Gewerkschaft kritisiert Managementfehler

Die Gewerkschaft ver.di sieht Managementfehler als Ursache für die neuerliche Insolvenz des Einbecker Bürgerspitals. Geschäftsführung und Beirat hätten die vergangenen Jahre "leider nicht genutzt, um das Haus richtig aufzustellen und rational und professionell zu führen", sagte Gewerkschaftssekretärin Julia Niekamp.

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Quelle: Archiv

Einbeck. Dem vor viereinhalb Jahren von wohlhabenden Bürgern vor einer Schließung bewahrte Krankenhaus droht erneut die Zahlungsunfähigkeit. Es hatte deshalb am Freitag einen Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Göttingen ordnete die vorläufige Eigenverwaltung über das Vermögen an. Das heißt, es gibt zunächst keinen externen Insolvenzverwalter, sondern die Geschäftsführung leitet das Haus weiter.

Diese nannte als Gründe für die Insolvenz zu geringe Patientenzahlen und damit fehlende Einnahmen für das Haus. Wegen dringender Reparaturen hätten Operationsräume zeitweise geschlossen und Operationen verschoben werden müssen.

Niekamp sagte, sowohl ver.di als auch verschiedene Gutachten hätten mehrfach interne Veränderungen für das Unternehmen angemahnt. Ein ständiger Wechsel in der kaufmännischen Geschäftsführung sei "nicht hilfreich" gewesen. Die Führung des Hauses habe gegenüber den Mitarbeitern und der Gewerkschaft "viel Vertrauen verspielt".

Seit dem Frühjahr 2017 hätten zudem tarifvertragliche Ansprüche vor dem Göttinger Arbeitsgericht eingeklagt werden müssen, darunter eine vorenthaltene Jahressonderzahlung 2016. Die Ansprüche der Beschäftigten seien in diesen Verfahren bestätigt worden, sagte Niekamp. Die Gewerkschafterin wies zudem darauf hin, dass die Beschäftigten freiwillig auf einen Teil ihres Gehaltes verzichtet hätten, um einen Neustart des Krankenhauses zu ermöglichen.

In einer nach eigenen Angaben bundesweit einzigartigen Initiative hatten mehrere Einbecker Familien Anfang 2013 gemeinsam mit dem internistischen Chefarzt die Trägerschaft des 100-Betten-Krankenhauses übernommen. Ihre Einlagen bildeten den Grundstock für das Eigenkapital der gemeinnützigen Träger-Gesellschaft des Bürgerspitals. Die Klinik war zuvor in eine finanzielle Schieflage geraten und hatte nach mehrfachem Trägerwechsel bereits 2011 erstmals Insolvenz angemeldet. epd

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