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Chinesische Tradition auf Northeimer See

Drachenbootrennen Chinesische Tradition auf Northeimer See

Zum fünften Mal hat der Drachenbootverein Northeim die Regatta um den Drachenbootcup der Kreissparkasse Northeim (KSN) ausgerichtet. 42 Firmen- und Schülermannschaften von Göttingen über Northeim bis nach Hannover waren gemeldet.

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Teilnehmer beim Drachenbootrennen.

Quelle: Ferdinand Jacksch

Northeim.  

Paddel und Oberkörper nach vorne, Hand ganz ins Wasser und Spannung aufbauen – ach, ja, das Atmen nicht vergessen. Und dann ist es rundum auf einmal mucksmäuschenstill. „ Ready attention, go!“ gibt Tobias Kreiner per Megafon das Startzeichen für die „Drachenladys“, die Kreispaddler“, die „Stromschläger“ oder das „Traumschiff“ bis hin zur „bunten Tüte aus Hannover“. Dem Einfallsreichtum der kreativen Teambezeichnungen sind keine Grenzen gesetzt. Alle neun Minuten startet ein Rennen mit jeweils vier Booten bestehend aus 20 Paddlern, einem Trommler und einem Steuermann, die auf der 250 Meter-Strecke am Northeimer Freizeitsee wetteifern. Im Takt der Trommelschläge stechen die Paddel ins Wasser und die Boote schießen über den See. Gut 3000 begeisterte Zuschauer fiebern mit. Das Team „Realize Fitness & Wellness“ gewinnt den Firmencup vor der Mannschaft der „Kayser Urbock Drachen“. Und die Langstrecke gewinnen die „TUI Draxxs“. Alle haben bereits in zwei Vorläufen und einem Finallauf sowie zwei Verfolgungsrennen über 2000 Meter das gleiche Ziel: Alle wollen die Nase vorne haben. „Da ist bei 20 Paddlern im Boot der Druck entsprechend hoch um nicht aufzugeben, schließlich sind wir ein Team“, betont die im Piratenlook engagierte Trommlerin Monika Mertin.

Das Drachenbootrennen ist längst auch in Deutschland beliebt, ihre Wurzeln hat es aber in Südchina. Seit mehr als 2000 Jahren werden in den wasserreichen Regionen des Jangtse-Flusses und seiner ungezählten Seitenarme Drachenbootfeste abgehalten. Wenn auf den Feldern nicht mehr so viel zu tun ist und die sommerlichen Regenfluten beginnen, fängt in Südchina die Ruderzeit an. Einen Monat lang stellen die Männer ihr Leben und ihren Alltag auf das Paddeln ein. Ganz so streng geht es am Northeimer Freizeitsee nicht zu. Dennoch lassen sich die Gastgeber nicht lumpen.

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Beim Drachenbootrennen in Northeim sind am Sonnabend, 19. August, 42 Teams an den Start gegangen.

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Wichtig ist außer den feucht-fröhlichen Wettkämpfen aber auch, dass die Teams zwischen den Rennen zusammenwachsen und an den Ständen in netter Atmosphäre Spaß haben: „Ein Teamevent von früh bis spät“, sagt Doris Roddewig vom gastgebenden Drachenbootverein. Deren „Paddelquäler“ sind nicht um Start sondern kümmern sich schon seit Wochen um eine perfekte Organisation vom Bootssteg bis hin zur einladenden Bratwurstbude. „Wir sind ein gemischter Haufen umgänglicher Paddlerinnen und Paddler aller Altersklassen, die Wind, Wetter und Wasser nicht scheuen“, erzählt Roddewig. Sie schließt damit auch gleich den gerade 70 Jahre alt geworden Joachim Leuschel samt seiner Frau Edeltraut als älteste Mitglieder ein. Einer der jüngsten Paddler ist der gerade einmal achtjährige Lukas Dunkel.

Neues Vereinshaus in Planung

Übrigens: Bald müssen die heimischen „Paddelquäler“ aus Northeim um Trainer Gert Gaschler selbst wieder ran, um sich auf die nächste Regatten vorzubereiten. Außerdem basteln der Drachenbootverein samt Marcus Wilke an den Plänen für ein neues Vereinshaus. „Sponsoren sind jederzeit willkommen“, sagt Wilke.

Von Ferdinand Jacksch

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