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Von Graufenstern zu Schlaufenstern

Leerstände in Northeim Von Graufenstern zu Schlaufenstern

In den kommenden Tagen erhalten Vereine, Institutionen und Hauseigentümer Post von Ralf Gehrke, Initiator der Northeimer Bürgerinitiative Sch(l)aufenster. Mit dem Projekt zur Belebung von Leerständen soll die Innenstadt nach Einbecker Vorbild für Kunden und Investoren attraktiver gestaltet werden.

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Wollen gegen Leerstände kämpfen: Rudnick, Hermann, Kettler, Tannhäuser, Gehrke und Bittner (von links)

Quelle: ny

Northeim. Die Leerstandsquote liegt in Northeim bei 28 Prozent. „Das sind rund 30 Immobilien“, verdeutlichte Alexander Rudnick, der mit seinem Büro „Alexander Rudnick Consultants“ von der Stadt Northeim beauftragt worden ist, ein City-Management aufzubauen. Ziel ist es, der Kernstadt neues Leben einzuhauchen sowie Perspektiven der Eigentümer zu erfragen und weiterzuentwickeln. Auch Tanja Bittner, Geschäftsführerin des Stadtmarketing Northeim, der Northeimer Unternehmer Wolfgang Hermann und Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser (parteilos) betonten ihr großes Interesse an einer Kooperation bei Projekten wie dem Sch(l)aufenster, mit dem die Innenstadt gefördert werden soll.

In Einbeck seien innerhalb von drei Jahren die Leerstände mit ihren unattraktiven „Graufenstern“ um knapp ein Drittel reduziert worden, teilte Hans-Jürgen Kettler, Organisator der Einbecker Bürgerinitiative Sch(l)aufenster, mit. Bei dem Projekt werden leerstehende Schaufenster an Vereine und Institutionen vergeben, die sich und ihre Angebote dort sichtbar machen können. Mit im Boot seien Handwerksbetriebe, ein Kreativ-Team und eine Dekorateurin, die sich um die professionelle Gestaltung der Schaufenster kümmern, berichtete Kettler.

Die Leerstände seien für Northeim eine große Investitionsherausforderung, sagte Tannhäuser und nannte ein Projektvolumen von 24 Millionen Euro in zwölf Jahren. „Alleine schaffen wir das nicht“, unterstrich der Bürgermeister und appellierte an die Bevölkerung, sich bei Initiativen zur Belebung der Innenstadt einzubringen. „Die Stadt hat weder die rechtlichen noch die finanziellen Möglichkeiten, die Innenstadtentwicklung allein voranzutreiben“, ergänzte Rudnick. Hermann gab zu bedenken, dass ein Projekt zur Innenstadtförderung nur mit Nachhaltigkeit seinen Zweck erfüllen könne. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels seien Innenstädte mit einer gesunden Infrastruktur notwendig, um als Wohnraum für die ältere Generation in Frage zu kommen. Es sei also gleichermaßen zu überlegen, wo sich Geschäftsräume in Wohnraum umgestalten ließen und wo welche Branchen Fuß fassen könnten. Angebote und Möglichkeiten müssten für Kunden, Investoren, Eigentümer und Bewohner gleichermaßen attraktiv sein.

Gehrke, der schon länger in Kontakt mit Kettler stand, will nun in Northeim einen Sch(l)aufensterverein gründen, Eigentümer von Leerständen sowie mögliche Mitstreiter ansprechen. Tannhäuser verwies auch auf das Denkmalkunstfestival im Fachwerkfünfeck ( 29. September bis 8. Oktober) als positive Ergänzung mit dem gleichen Ziel: der Reduzierung von Leerständen.

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