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Gericht beendet Zeugenvernehmungen

Prozess um getötete Frau in Hardegsen Gericht beendet Zeugenvernehmungen

Nach knapp acht Monaten neigt sich der Prozess um den gewaltsamen Tod einer 23-jährigen Frau in Hardegsen vor dem Landgericht Göttingen jetzt dem Ende zu. Die Schwurgerichtskammer will beim nächsten Verhandlungstermin Anfang Oktober die Beweisaufnahme zu schließen.

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Quelle: dpa

Göttingen/Hardegsen. Nach knapp acht Monaten neigt sich der Prozess um den gewaltsamen Tod einer 23-jährigen Frau in Hardegsen (Kreis Northeim) vor dem Landgericht Göttingen jetzt dem Ende zu. Die Schwurgerichtskammer beabsichtige, beim nächsten Verhandlungstermin Anfang Oktober die Beweisaufnahme zu schließen, kündigte der Vorsitzende Richter Tobias Jakubetz am Montag an. Danach könnten dann die Plädoyers beginnen.

In der Verhandlung am Montag beschäftigte sich das Gericht noch einmal mit der psychischen Verfassung des Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem inzwischen 30 Jahre alten Mann vor, im August 2016 seiner früheren Freundin in Hardegsen abends aufgelauert zu haben. Die 23-Jährige hatte sich kurz zuvor nach mehrmonatiger Beziehung von ihm getrennt. Nach einem Streitgespräch soll der 30-Jährige mehrfach mit einem Messer auf sie eingestochen haben. Wenige Stunden später erlag sie im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Der Angeklagte war noch in der Tatnacht festgenommen worden und sitzt seitdem in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf (JVA) in Untersuchungshaft.

Ein als Zeuge geladener Psychologe der JVA berichtete, dass der 30-Jährige anfangs in einer kameraüberwachten Zelle untergebracht gewesen war. Grund sei ein Hinweis der Polizei auf eine mögliche Suizidgefahr gewesen. Der Angeklagte habe am ganzen Körper gezittert, direkte Suizid-Gedanken habe er nicht geäußert. Nach rund zwei Wochen sei er in einen normalen Haftraum verlegt worden.

Anfangs hatte sich der Angeklagte außer von einem Pflichtverteidiger noch von zwei weiteren Anwälten vertreten lassen, darunter ein auch im Privatfernsehen auftretender Anwalt aus Kassel. Beide Wahlverteidiger sind seit Monaten nicht mehr aufgetaucht. Das Gericht lehnte am Montag mehrere Anträge des seither allein agierenden Verteidigers Olaf Wiesemann ab. Dieser hatte unter anderem einen Ortstermin beantragt, um zu beweisen, dass eine Zeugin entgegen ihrer Aussage von ihrer Nachbarwohnung aus nicht habe unterscheiden können, ob der Angeklagte in der Tatnacht den Wasserhahn in der Küche oder im Bad benutzt hatte. Nach Ansicht der Kammer ist diese Frage ohne Bedeutung. Wiesemann beantragte zudem, einen Zeitungsartikel verlesen zu lassen. Warum, sagte er nicht. Auch diesen Antrag lehnte die Kammer ab.

Von Heidi Niemann

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