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Frau auf der Straße niedergestochen

Sechs Jahre Haft für 39-jährigen Northeimer Frau auf der Straße niedergestochen

Das Landgericht Göttingen hat am Freitag einen 39-jährigen Mann aus Northeim unter anderem wegen versuchten Totschlageszu sechs Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte im Mai dieses Jahres in Northeim mehrfach mit einem Messer auf eine 42-jährige Bekannte eingestochen hatte.

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Quelle: dpa

Göttingen/Northeim. Nachdem sie lebensgefährlich verletzt zu Boden gesunken war, habe er ihr noch mindestens einmal gegen den Kopf getreten. Dies sei eine ungeheuerliche Tat gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Ralf Günther. Einen Tag zuvor hatte der Angeklagte bereits einem Bekannten nach einer verbalen Auseinandersetzung ein Messer an den Hals gehalten. Diesen Vorfall bewertete das Gericht als Körperverletzung.

Der bereits wegen diverser Gewalt- und Diebstahlsdelikte vorbestrafte 39-Jährige war nach der Messerattacke zunächst geflüchtet. Eine Zeugin hatte damals die schwer verletzte Frau auf dem Gehsteig liegen sehen und die Rettungskräfte verständigt. Eine rechtsmedizinische Untersuchung ergab, dass das Opfer fünf Stich- und Schnittverletzungen erlitten hatte. Zwei Stiche waren acht Zentimeter tief in die Bauchhöhle eingedrungen. Trotz ihrer schweren Verletzungen konnte die 42-Jährige der Polizei noch am Tatort erste Hinweise auf den Täter geben. Wenige Stunden später nahm ein Spezialeinsatzkommando der Polizei den 39-Jährigen fest. Dieser sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Das Gericht ging mit seinem Urteil noch über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus, die eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und acht Monaten gefordert hatte. Die Verteidigung hatte dagegen auf eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als zwei Jahren plädiert, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. Der Angeklagte habe zur Tatzeit unter erheblichem Alkohol- und Medikamenteneinfluss gestanden und sei daher nur vermindert schuldfähig gewesen. Er habe die 42-Jährige nicht töten, sondern ihr nur einen Denkzettel verpassen wollen.

Nach Ansicht des Gerichts lag bei dem 39-Jährigen zwar eine erhebliche alkoholbedingte Enthemmung vor. Gleichwohl habe dieser vorsätzlich gehandelt. Nachdem sich beide vorher via Whatsapp wechselseitig beleidigt und provoziert hätten, habe der Angeklagte am Tatabend an der Straße auf sie gewartet. Er sei dann mit dem Messer in der Hand auf die 42-Jährige zugekommen, habe den Arm um sie gelegt und ihr unter anderem vier Stiche in den Bauch gerammt.

Die Richter glaubten dem Angeklagten, dass er die Frau nicht töten wollte. Er habe aber damit rechnen müssen, dass die 42-Jährige an den Folgen der massiven Stiche sterben könnte. Dies sei ihm aber gleichgültig gewesen, sagte der Vorsitzende Richter. Auch sein Verhalten im Prozess habe gezeigt, dass er dem Leid anderer gleichgültig gegenüberstehe. Als besonders schwerwiegend wertete es Günther, dass der Angeklagte seinem Opfer noch gegen den Kopf getreten habe. Diese Geste der Verachtung sei „verabscheuenswert“. nie

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