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Osteroder wollen Notdienst vor Ort erhalten

Kinderärztlicher Bereitschaftsdienst soll nach Göttingen Osteroder wollen Notdienst vor Ort erhalten

Mit Nachdruck haben die Kinderärzte Martin Webel und Christian Webel, Elternvertreterinnen Osteroder Kindergärten und Grundschulen sowie Bürgermeister Klaus Becker während eines Gesprächs mit dem Geschäftsführer der Göttinger Geschäftsstelle der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN), Harald Jeschonnek, auf die Bedeutung des kinderärztlichen Bereitschaftsdienstes für den Altkreis Osterode hingewiesen.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Osterode. Der soll neu geregelt und zentral in Göttingen angesiedelt werden. Hintergrund sind laut Jeschonnek eine sinkende Bereitschaft von Ärzten, sich auf dem Land niederzulassen, weil die Bereitschaftsdienste den Medizinern erschweren, Beruf und Familie in Einklang zu bringen. Die Fusion der Landkreise Göttingen und Osterode habe nichts mit der Entscheidung zu tun. 

Weiter Weg nach Göttingen

 Die KVN hat festgelegt, dass kein Arzt mehr als vier Bereitschaftsdienste im Quartal absolvieren darf. Eine Vergütung über den Pflichtnotdienst hinaus soll wegfallen. Gefährden will man die Göttinger Lösung in Osterode zwar nicht. Dennoch wird bei der KVN für einen eingeschränkten Bereitschaftsdienst für den Altkreis Osterode geworben, um betroffenen Kindern und Eltern am Wochenende den weiten Weg nach Göttingen zu ersparen.

„Wir hoffen, dass wir mit unserem Vorschlag Erfolg haben“, so Bürgermeister Becker. Der Sozialdezernent des Landkreises Göttingen, Marcel Riethig, habe ihm die Unterstützung der Verwaltung bei den Bemühungen zugesagt, die wohnortnahe ärztliche Versorgung zu gewährleisten. „Ziel muss sein, auch außerhalb der ärztlichen Sprechzeiten eine angemessene Versorgung erkrankter Kinder vorzunehmen“, sagte Becker. Eine 45-minütige Fahrt ins 40 Kilometer entfernte Göttingen mit einem fiebrigen oder vor Schmerzen weinenden Kind stelle eine schwierige Ausnahmesituation für alle Beteiligten dar. 

Webel sieht im Wegfall des Versorgungsangebots einen Attraktivitätsverlust für die Region. Er signalisierte die Bereitschaft auch anderer Berufskollegen, dieses Angebot aufrecht zu erhalten. Welche Chance auf Erfolg der Osteroder Vorstoß hat, dazu wollte sich der KVN-Geschäftsführer nicht äußern. „Ziel ist es zunächst, dass der zentrale kinderärztliche Bereitschaftsdienst in Göttingen noch in diesem Jahr startet“, sagte er. Gleichzeitig würde dann das Angebot im Altkreis wegfallen. „Eine Ausnahme für Osterode muss zunächst gründlich geprüft werden. Schließlich gilt die neue Regelung für ganz Niedersachsen.“

Für Sonnabend, 14. Januar, ist ein Gespräch der Bürgerinitiative "Für Osterode" mit Jeschonnek vorgesehen. Im Bad Lauterberger Hotel Riemann wollen sich auch die Kinderärztin Ute Leib aus Bad Lauterberg sowie Dr. Hartmut Webel und Dr. Wahab Sami aus Herzberg zum Thema äußern. Beginn der öffentlichen Veranstaltung ist um 17 Uhr.  mp

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