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Ampel in Ortsdurchfahrt abgebaut

Leuchten werden Museumsstücke Ampel in Ortsdurchfahrt abgebaut

Die Ampel mit Blitzanlage in der Ortsdurchfahrt Waake, an der jahrzehntelang zahllose Pendler warten mussten oder sich ein Bußgeld eingefangen haben, ist Geschichte. Der Landkreis hat die Ampel, die Landesverkehrsbehörde den Starenkasten abbauen lassen. Ersatz gibt es nicht.

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Quelle: Wenzel

Waake. Ampel und Überwachungsanlage seien nach Freigabe der Ortsumgehung nicht mehr notwendig, sagt Kreissprecher Ulrich Lottmann. Die ehemalige Bundesstraße 27 wurde abgestuft, die zentrale Kreuzung trennt jetzt die Kreisstraßen 8 in Richtung Göttingen und 9 in Richtung Bösinghausen. Die alte B 27 ist Vorfahrtsstraße geblieben, der Verkehr aus Richtung Ebergötzen rollt über die alte Linksabbiegespur nach Mackenrode, die rechte Spur ist Sperrfläche geworden. Die Fahrbahnverschwenkung soll der Verkehrsberuhigung und besseren Einsehbarkeit dienen.

Bedarfsampel für Fußgänger abgelehnt

Das begrüßt auch Gemeindebürgermeister Johann-Karl Vietor (CDU), ist ansonsten aber unzufrieden mit der Gesamtsituation. Als Ersatz für die Ampel im Ortskern hat der Landkreis im Kreuzungsberreich auf dem alten Linksabbiegestreifen aus Richtung Göttingen eine Überquerungshilfe aus Kunststoff angelegt. Lieber als diese „Playmobil-Verkehrsinsel“ wäre dem Gemeinderat eine Fußgänger-Bedarfsampel gewesen. Das gibt aber nach einer Zählung des Landkreises weder das Verkehrsaufkommen noch die Zahl der Fußgänger her.

Als Problem nennt Vietor, dass inzwischen viele Pendler durch Waake sausen würden, um zu Stoßzeiten die Ortsumgehung abzukürzen. Das seien aber auch die Zeiten, in den die Schulkinder die Ortsdurchfahrt überqueren. Eltern aus dem Ort hätten deshalb schon eine Unterschriftenaktion für eine Fußgängerampel oder einen Zebrastreifen angeregt. Zebrastreifen sind von den Verkehrsbehörden allerdings kaum noch erwünscht, da sie trügerische Sicherheit suggerieren.

Deutliche Entlastung nur für direkte Anwohner

„Millionen von Pendlern standen schon vor dieser Ampel“, blickt Vietor zurück: „Jetzt stehen sie eine Ampel weiter.“ Die Ortsumgehung habe für die direkten Anwohner der Ortsdurchfahrt eine deutliche Entlastung gebracht, für andere Nachteile: „Früher waren einige Wenige stark betroffen, jetzt sind alle etwas betroffen.“

Als ein Stück Dorfgeschichte für seinen Museumsfundus gesichert hat Ortsheimatpfleger Willi Hartmann Leuchten der alten Ampel, die sonst im Schrott gelandet wären. Hartmann, der an der Kreuzung wohnt, nennt noch einen Nebenaspekt der Ampel-Demontage: „Die Ampel hat nachts auch für Licht gesorgt. Da die Straßenbeleuchtung ab Mitternacht abgeschaltet wird, ist es jetzt stockfinster.“

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