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Handwerk als Basis für Weltenbummler

Seeburger Azubi in Eritrea Handwerk als Basis für Weltenbummler

Nach dem Schulabschluss eine Weile ins Ausland – davon träumen viele. „Work and travel“ hat für den 21-jährigen Seeburger Leonard Iggena inzwischen eine besondere Bedeutung. Als Handwerks-Azubi half er unter anderem in Eritrea beim Aufbau eines Kinderkrankenhauses.

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Leonard Iggena (2. v.r. hintere Reihe) im internationalen Team von Handwerkern beim Aufbau eines Kinder-Herzzentrums in Asmara, Eritrea

Quelle: r

Seeburg. Nach seinem Abitur 2015 am Eichsfeld-Gymnasium hat Iggena 2016 eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik in Worbis begonnen. Im Handwerk kommt er als Azubi zwar auch herum, aber Thüringen und Niedersachsen wurden ihm als mögliche Auftragsgebiete bald zu eng. „Über Erasmus-Programme war ich schon in Polen und Norwegen, um dort eine Weile zu arbeiten“, sagt er. Die europaweiten Austauschprogramme gebe es nicht nur für Schüler und Studenten, sondern auch für Handwerker. Zum Teil müsse zwar der Urlaub dafür geopfert werden, aber der Reiz, über die Arbeit einen ganz neuen Blick auf ein Land zu bekommen, mache das Urlaubsopfer wieder wett, sagt Iggena. Oft würden solche Austauschprogramme von den Berufsschulen gefördert. Für den Norwegen- und auch den Polen-Austausch sei er von der Schule freigestellt worden.

Auch außerhalb Europas hat der junge Seeburger schon Erfahrungen gesammelt: „Work and travel“ durch Australien, Arbeit im Kindergarten in Peru und zahlreiche Touren mit seinen Eltern konnten seine Reiselust dennoch nicht stillen. Anfang September ging es nach intensiver Vorbereitung und Lehrgängen nach Asmara, der Hauptstadt Eritreas. „Über Facebook bin ich auf die Organisation Archemed gestoßen, die Hilfsprogramme auch in Afrika anbietet. Ich war sofort begeistert“, erzählt Iggena. Um ein Herzzentrum für Kinder mit aufzubauen, hat er einige Wochen als Ehrenamtlicher in seinem Ausbildungsberuf in Asmara gearbeitet. „Ich war der jüngste und der einzige Azubi, die anderen Deutschen hatten schon alle ihren Meister“, sagt Iggena. Der Altersunterschied störte aber nicht den Zusammenhalt der Handwerker aus Deutschland, die außerdem auf dem Bau mit Handwerkern aus Eritrea zusammen arbeiteten. „Wir haben uns alle total gut verstanden“, sagt der Seeburger.

 

Quelle: r

Was ihn in einem Land, in dem viele Menschen keine Perspektive sehen und flüchten, erwarten würde, wusste er vorher nicht. Lebensstandards und Versorgung seien überhaupt nicht mit Deutschland vergleichbar, sagt Iggena, aber er sei dann positiv überrascht gewesen. In Eritrea habe ihn vor allem die Heiterkeit und Freundlichkeit der Menschen beeindruckt. Zu koptischen Feiern sei das Team mit eingeladen worden.

Anderer Arbeitsalltag

Der Arbeitsalltag laufe anders ab als in Deutschland, „aber alle geben ihr Bestes, so gut das möglich ist. Da müssen wir uns eben an die Bedingungen anpassen“, sagt Iggena. Außerhalb der Großstadt sei allerdings der Standard bei Straßen und Infrastruktur deutlich geringer.

 

Quelle: r

Die Reiselust habe er wohl von seinen Eltern geerbt, meint Iggena, der auch weiterhin die Welt kennenlernen und mit internationalen Teams arbeiten will. Er schätzt die vielseitigen Erfahrungen, die ein Handwerker aus anderen Ländern mitnehmen kann und die tiefen Eindrücke, die ihn auf seinen Reisen prägen.

Informationen zu Austauschprogrammen für junge Handwerker gibt es unter anderem bei eu-info.de und erasmusplus.de. Ziel der Programme ist es, den Teilnehmern internationale Berufskompetenzen zu vermitteln.

Von Claudia Nachtwey

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