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Ritter-Ferien auf der Stolle

230 Kinder aus ganz Niedersachsen Ritter-Ferien auf der Stolle

230 Kinder sind am Sonnabendnachmittag zur großen Sommerfreizeit auf dem Zeltlagerplatz Stolle eingetroffen. Eine Woche lang wollen die Jungen und Mädchen aus ganz Niedersachsen Abenteuer rund um das Thema „Die Stollkühnen“ erleben.

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Traditionell gibt es auch in diesem Jahr einen gemeinsamen Stolle-Zeltlager-Tanz.

Quelle: sw

Dahlenrode. Ein großes selbst gebasteltes Burgtor schmückt bis zum 22. Juli den Eingangbereich zum bekannten Zeltplatz in Dahlenrode. Die Betreuer empfingen ihre Schützlinge am Sonnabend in mittelalterlicher Gewandung und läuteten damit das diesjährige Sommerspektakel rund um Ritter und Burgfrauen ein. Auf dem Programm stehen nach Angaben von Freizeitleiterin Sylvia Depre zahlreiche Spiele, wie Balkenschlagen und Lanzenreiten. Auch ein Katapult-Weitschuss-Wettbewerb sei geplant. Außerdem wird es eine Lagerralley geben, bei der die Kinder zwischen sieben und 12 Jahren Geschicklichkeit und Teamgeist unter Beweis stellen müssen.

In Anlehnung an das Hogwarts Häuser-Spiel aus den Harry-Potter-Romanen sei auch das diesjährige Teilnehmerfeld der Stolle-Freizeit in vier Gruppen aufgeteilt, berichtet Depre. Für die einzelnen Teams gilt es, während ihres einwöchigen Ferienaufenthalts, möglichst viele Punkte zu sammeln, um abschließend den „Heiligen Gral“, einen begehrten Wanderpokal, zu gewinnen. Als Highlight wertet Freizeitleiterin Depre die geplante Tageswanderung auf das Schloss Berlepsch: „Wir hoffen, dass die Acht-Kilometer-Wanderung von allen Kindern geschafft wird.“ Auf dem Schloss selbst erwartet die Jungen und Mädchen eine Turmbesichtigung und mittelalterliche Spielrunden.

Für Ruhepausen zwischen den Aktionen sorgen verschiedene Bastelangebote. „Wir bauen Steckenpferde aus Socken und basteln Schwerter und Schilde“, erklärt Betreuerin Melanie Weißenstein, die bereits zum 12. Mal an der Stolle-Freizeit im Leitungsteam arbeitet. Besonders schön findet sie, dass „die Kinder eine Woche ohne Multimedia auskommen können.“ Auf der Stolle seien Handys und Tabletts nämlich tabu. „Es fühlt sich an, als wäre man in einer anderen Welt“, schwärmt die gelernte Reiseverkehrskauffrau, die mit ihrer ganzen Familie an der Organisation und Durchführung der Sommerfreizeit mitwirkt.

Ein Jahr Vorbereitungsarbeit liegt hinter dem Betreuerteam, wenn es in den Ferien bis zu 300 Kindern empfängt. „Vor der Stolle ist nach der Stolle“, erklärt Weißenstein. Großen Wert lege man nach Angaben von Depre auf Dekoration und Accessoires. Das jeweilige Jahresmotto solle nicht nur auf dem Papier stehen – auf der Stolle wird es tatsächlich gelebt. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die Kinder, die oftmals viele Jahre in Folge immer wieder kommen, wohl fühlen.
Auch die zehnjährige Miriam ist schon zum dritten Mal auf „ihrer Stolle“ und meint: „Hier ist einfach alles mega toll. Es gibt nichts, was ich hier am liebsten mache. Alles ist perfekt!“ Die neunjährige Mia aus Diemarden hingegen meint: „Ich finde die Workshops klasse.“ Paul und Niklas, beide sieben Jahre alt, sind zum zweiten Mal in Dahlenrode und freuen sich besonders auf „Fußball und Disco.“
Das Thema „Ritter“ sei schon in den letzten fünf Jahren in Planung gewesen, jedoch habe man sich kurzfristig immer wieder für etwas anderes entschieden, berichtet Betreuerin Depre, die selbst als Ferienkind schon auf der Stolle war. „Immer wieder schön“ sind nach ihren Angaben die Lagerfeuerabende und die Kinderdisco. Emotional würde es am letzten Tag. „Wenn die Kinder alles präsentieren, was sie in der Woche gelernt, gebastelt und erlebt haben, sich dann verabschieden und nach Hause fahren, muss ich immer heulen.“
sw

Seit 62 Jahren ist der Zeltlagerplatz Stolle ein beliebter Anlaufpunkt und Austragungsort für Kinder- und Jugendfreizeiten. Ursprünglich war hier eine idyllische Schafweide, die den Dahlenrodern aber schon seit mehr als hundert Jahren als Spiel- und Sportplatz diente. Mit der Erstausstattung von Wasser und Strom im Jahr 1955 begannen Friedel Rosenthal und sein Team vom Kreis-Sport-Bund mit der Organisation von Jugendfreizeiten auf der Stolle. Waren es, nach Angaben der Jubiläumsschrift aus dem Jahr 2015, im ersten Jahr noch etwa 100 Teilnehmer, verdreifachte sich die Zahl der Jungen und Mädchen bereits einige Jahre später. In der folgenden Zeit entstanden Gruppenhäuser und Sanitäranlagen. Man errichtete eine Köhlerhütte, die es den Kindern ermöglichte, jederzeit am Lagerfeuer zu sitzen.

Heute ist „Die Stolle“ der Inbegriff für Natur, Sport und Abenteuer. Hier finden Ferien- und Traningsfreizeiten sowie Seminare statt. In sechs beheizbaren Blockhäuser können bis zu 50 Personen schlafen. Im Sommer können auch Zelte für bis zu 300 Teilnehmer gebucht werden. Regelmäßig bietet der Kreis-Sport-Bund eigenen Kinder- und Jugendfreizeiten an. Weitere Infos im Internet: www.zeltlager-stolle.de

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