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22-facher Straftäter gefasst

49-Jähriger Häftling entwischt Beamten in Hilkerode 22-facher Straftäter gefasst

Die Polizei Göttingen hat einen aus der Sicherungsverwahrung geflohenen Straftäter wieder gefasst. Der 49 Jahre alten Mann war am Montag während eines Freigangs bei Duderstadt geflohen. Am Dienstag wurde er in einem Wohnkomplex am Hagenweg festgenommen.

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Bilder von Michael Melchior

Der 49-Jährige ist gefasst.

Quelle: dpa

Göttingen/Duderstadt. Die Göttinger Polizei hat einen entflohenen Häftling der JVA Göttingen nach einem Tag festgenommen. Der 49-jährige Mann aus Herzberg, der in Sicherungsverwahrung untergebracht ist, war am Montag während eines begleiteten Ausgangs im Duderstädter Ortsteil Hilkerode geflohen. Am Dienstag wurde er gegen 16.30 Uhr in einem Wohnkomplex am Hagenweg gefasst.

Die Polizei hatte seit Montag Nachmittag intensiv nach dem 49 Jahre alten Mann gefahndet. „Bei seiner Festnahme in einem Wohnkomplex im Göttinger Hagenweg leistete der verurteilte Straftäter keinen Widerstand“, so die Göttinger Polizei.

Wie Regina Weichert-Pleuger, Leiterin der JVA Rosdorf erklärte, war der Straftäter unter Aufsicht zweier Vollzugsmitarbeiter am Montag gegen 13.30 Uhr bei seinem Vater in Hilkerode zu Besuch. Solche Ausgänge, so Weichert-Pleuger, können schon einmal mehrere Stunden dauern, ein Zeitraum in dem beispielsweise auch einmal eine Toilette aufgesucht werden müsse. “In diesem Fall wollte sich der Straftäter etwas zum Anziehen aus dem ersten Stock holen”, so die JVA-Chefin. Was die Beamten nicht bedachten: Das Haus des Vaters hat eine zusätzliche Treppe im ersten Stock, über die der 49-Jährige zunächst unbemerkt entweichen konnte. “Ein Mitarbeiter ist ihm noch gefolgt, hat ihn aber in dem Haus aus den Augen verloren”, so Weichert-Pleuger. Die Fahndung sei unmittelbar danach, also wenige Minuten nach dem Verschwinden des Täters, eingeleitet worden. Weichert-Pleuger bestätigt Informationen, dass es am Montagnachmittag - zeitgleich zum Ausgang des Häftlings, Wartungsarbeiten an der IT-Anlage der JVA-Rosdorf gab. Diese hätten aber nicht zu einer verzögerten Fahndung geführt.

Der Mann hat ein langes Vorstrafenregister: “Uns liegen 22 Einträge vor”, sagt der Göttinger Oberstaatsanwalt Andreas Buick. Unter den 22 Verurteilungen finden sich zahlreiche Gewalttaten, darunter Einbrüche, Raub, eine Vergewaltigung, Körperverletzungen aber auch Drogendelikte. Der Vorfall, der zur jüngsten Verurteilung von vier Jahren Haft, einem Alkoholentzug und anschließender Sicherheitsverwahrung führte, hatte sich im Jahr 2004 in Herzberg ereignet. Dort war der stark alkoholisierte Mann in einer Kneipe mit dem Mobiliar auf andere Gäste losgegangen und hatte sie massiv verletzt. Auch zwei Menschen die helfen wollten, wurden verletzt, Polizisten angegriffen. Angeklagt war versuchter Totschlag, der Urteil erging wegen gefährlicher Körperverletzung. Vor allem unter Alkoholeinfluss sei der Mann aggressiv. Ausschlaggebend für die anschließende Sicherungsverwahrung, so Buick, war die Vielzahl der Straftaten und die Wiederholungsgefahr.

Der 49-Jährige ist nicht der erste Sicherheitsverwahrte der JVA Rosdorf, der einen begleiteten Ausgang zur Flucht nutzte. Im Oktober 2014 hatte ein 63-Jähriger einen Ausgang zum Bürgerfest zur deutschen Einheit am Maschsee in Hannover unternommen. Die zu seiner Begleitung abgestellte Beamtin ließ den Mann damals allein zur Toilette gehen. Erst sechs Tage später wurde der Häftling schließlich am Göttinger Bahnhof gefasst.

Im Mai 2016 war ein anderer Häftling während eines Besuchs seiner Schwester bei Leipzig entkommen. Er hatte einen Gang zur Toilette genutzt, um sich abzusetzen. Er meldete sich wenige Tage später in einem Leipziger Krankenhaus und gab sich dort als entflohener Sicherungsverwahrter der JVA Rosdorf zu erkennen. Daraufhin wurde festgenommen. Widerstand leistete der Mann nicht.

Zuletzt entkam im Juli 2016 ein damals 39 Jahre alter Häftling - und das während einer Ausführung in der Göttinger Fußgängerzone. Das war bereits die dritte Entweichung dieses seit 13 Jahren hinter Gittern sitzenden Gewaltverbrechers. Der Mann aus dem Raum Hildesheim und war wegen schweren Raubes und einer Körperverletzung zu sechs Jahren und neun Monaten Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Er war im Menschengedränge entkommen, als die Begleitperson einer Gruppe Fußgänger ausweichen musste. Einige Tage später stellte sich der Mann in Minden der Polizei und wurde wieder festgenommen.

Von Britta Bielefeld

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