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Geldbesitz in der JVA Rosdorf eingeschränkt

Betrug unter Sicherungsverwahrten Geldbesitz in der JVA Rosdorf eingeschränkt

Neuer Ärger in der Sicherungsverwahrung der Justizvollzugsanstalt Rosdorf: Über eigenes Bargeld dürfen die Insassen nur noch sehr eingeschränkt verfügen. Derzeit sind das nur noch gut 230 Euro pro Monat. Bei der Einschränkung habe ein Betrugsfall eine Rolle gespielt, erklärt einer der Sicherungsverwahrten.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Rosdorf. Ein körperlich stark behinderter Insasse habe zwei anderen eine vierstellige Summe Bargeld übergeben, damit diese das Geld auf sein Konto einzahlen. Das sei jedoch nie geschehen, sie hätten das Geld für sich behalten und ihren Mitinsassen erpresst und bedroht. Daraufhin habe der Betrogene Strafanzeige erstattet. Danach habe die Anstaltsleitung die verfügbare Bargeldsumme für jeden Sicherungsverwahrten beschränkt. Vorher hätten einzelne Insassen mehrere Tausend Euro in ihren Unterkünften gehabt.

 

Das Niedersächsische Justizministerium bestätigt, dass der betroffene Sicherungsverwahrte sich Anfang Juni schriftlich an die Anstaltsleitung gewandt habe und die entsprechende Strafanzeige beigefügt habe. Von einem der beiden anderen Sicherungsverwahrten sei er zudem bedroht worden. Außerdem habe er kleinere Geldbeträge für Gefälligkeiten an einen der beiden anderen Sicherungsverwahrten gezahlt. Allerdings habe der Sachverhalt innerhalb der Anstalt nicht komplett aufgeklärt werden können, erklärt Ministeriumssprecher Marco Hartrich.

 

Anders als die Sicherungsverwahrten es darstellen, sei es unrichtig, dass danach die maximal verfügbare Bargeldsumme beschränkt worden sei. Bargeld sei in der Abteilung Sicherungsverwahrung für Einkäufe beim Anstaltskaufmann schon zuvor nur in Höhe des Verpflegungszuschusses zugelassen. Bereits seit März 2015 seien die Sicherungsverwahrten „verpflichtet, alle Zahlungsvorgänge mittels Quittungen nachzuweisen“ - eine Praxis, die einige Sicherungsverwahrte als „Gängelung“ bezeichnen.

 

Von Problemen vor dem Juni 2015, erklärt Ministeriumssprecher Hartrich, sei nichts bekannt, aber: „Es ist nicht auszuschließen, dass einzelne Sicherungsverwahrte vor der Reglementierung des Bargeldbesitzes und der einhergehenden Kontrolle unerlaubt Geschäfte untereinander getätigt haben.“ Einer der Sicherungsverwahrten spricht mit Blick auf größere Geldsummen Einzelner von Neid unter den Insassen.

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