Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Bedienstete aus ganz Deutschland treffen sich in Nikolausberg

JVA Rosdorf organisiert Langstreckenlauf Bedienstete aus ganz Deutschland treffen sich in Nikolausberg

Vollzugsbeamte, Richter und Staatsanwälte aus ganz Deutschland treffen sich am Sonnabend, 16. September, in Nikolausberg. Dort finden die 30. Deutschen Waldlaufmeisterschaften der Justiz statt. „Gefangene laufen nicht mit“, stellt JVA-Mitarbeiter Horst Schröder klar.

Voriger Artikel
Start der Rübenkampagne mit neuen Rodern
Nächster Artikel
Themen aus Rosdorf, Deutschland und dem Sport

Vorbereitungen des JVA-Laufs auf dem Hof der Janusz-Korczak-Schule (v.l.): Ivonne und Frank Vasterling, Kristoff Zimmermann, Carsten Golly und Horst Schröder.

Quelle: Hartwig

Göttingen. „Eltern haben sofort bei der Schulleiterin nachgefragt, ob ihre Kinder in Gefahr sind“, berichtet Schröder. Das Organisationsteam, dem er und sechs weitere Mitarbeiter der JVA Rosdorf angehören, hatten sich auf dem Schulhof der Janusz-Korczak-Schule getroffen. Dort, An der Lieth 1, beginnt und endet der Zehn-Kilometer-Lauf. Die Läufer nutzen zudem die Sporthalle. „Wir haben sie uns bereits im Juni 2016 reservieren lassen“, sagt Schröder.

„Sicherheit pur“

„Wir garantieren Sicherheit pur“, scherzt der Vollzugsbeamte Frank Vasterling. Mit Blick auf die angemeldeten Sportler, 85 JVA-Mitarbeiter aus 25 Anstalten sowie 17 Richter und Staatsanwälte, spricht er von Göttingens „bestgesichertsten Lauf“ seit Jahren.

Seit drei Jahrzehnten gibt es die Meisterschaften, die erstmals in Göttingen stattfinden. Initiiert wurden sie von JVA-Mitarbeitern aus Siegburg. Anfangs nahmen nur Sportler aus Nordrhein-Westfalen teil. Später kamen Läufer aus anderen Teilen Deutschlands dazu. In Nikolausberg treten Bedienstete aus Bayern und Schleswig-Holstein, aus Aachen und Halle an der Saale an.

Stressabbau

„Wir sind anders als Mitarbeiter der Polizei oder der Feuerwehr nicht verpflichtet, uns fit zu halten“, berichtet Mitveranstalter Carsten Golly. Da sie es aber mit Strafgefangenen zu tun hätten, schade körperliche Fitness nicht. Golly: „Wir müssen immer damit rechnen, dass etwas passiert.“ Vor allen gehe es ihnen aber um den körperlichen Ausgleich, um den Stressabbau nach der Arbeit sowie um die Geselligkeit und den Austausch untereinander.

„Wir haben eine Betriebssportgruppe in Rosdorf und verfügen über einen eigenen Sportplatz und einen Fitnessraum“, sagt Schröder. Zahlreiche Angebote mache die Betriebsportgruppe, darunter Schwimmen, Fuß- und Volleyball. 75 der 250 JVA-Mitarbeiter nutzten das. Auch in anderen Bereichen gebe es Deutsche Meisterschaften der Justiz, etwa beim Triathlon, Mountainbikefahren oder Bowling. In der Laufgruppe seien 20 Bedienstete aktiv.

„Die Meisterschaften sind eine schöne Gelegenheit, die eigenen Kräfte zu messen“, freut sich Golly, der in der JVA Rosdorf als Übungsleiter für den Sport der Gefangenen zuständig ist. „Mit 102 Teilnehmern wird unser Lauf gut besucht sein“, sagt Schröder. Fänden die Wettbewerbe im Süden oder im Norden Deutschlands statt, sei die Resonanz schlechter. „Ein achtköpfiges Team aus Bayern muss trotzdem 700 Kilometer fahren“, weiß der JVA-Mitarbeiter. Die Süddeutschen und andere Läufer reisten daher bereits am Vortag an. Für Unterhaltung sei gesorgt. „An dem Wochenende ist in Göttingen das Musikfestival Soundcheck“, sagt Golly.

Startnummern

Der Lauf beginnt am Sonnabend, 16. September, um 10 Uhr mit dem Verteilen der Startnummern. Es gibt einen Wertungslauf der JVA-Mitarbeiter sowie einen der Gäste, der Richter und Staatsanwälte, jeweils einzeln und als Mannschaft für Frauen und Männer. Die Anstaltsleitung und die Ortsbürgermeisterin eröffnen den Lauf um 11 Uhr. Der Startschuss fällt um 12 Uhr. Die zehn Kilometer lange Strecke führt zu 90 Prozent auf breiten Wegen durch den Wald. Sie verlangt den Sportlern einiges ab. 80 Höhenmeter sind zu überwinden. Gegen 13.30 Uhr treffen die letzten Läufer im Ziel ein, erwarten die Organisatoren. Geehrt werden die Sieger um 14 Uhr. Danach wollen die Läufer noch gesellig beieinander sitzen.

Von Markus Scharf

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Rosdorf
Der Wochenrückblick vom 11. bis 17. November 2017