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¢Familienzentrum Rosdorf Weiterhin Kritik am Familienzentrum

Die Wählergruppe GuT und andere Mitglieder des Gemeinderates Rosdorf bleiben bei ihrer Kritik an dem Ratsbeschluss für das Familienzentrum am Montag. Es bestünden ganz erhebliche Zweifel daran, dass der vereinbarte Kostenrahmen von drei Millionen Euro eingehalten werden könne, erklärt GuT-Sprecher Harald Merker.

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Quelle: GT

Rosdorf. Es reiche aus, sich allein die Detailberechnung der Kosten anzusehen, in dem nur ein etwa zwei Meter breiter Streifen um das Familienzentrum herum als Außenanlage eingeplant wurde. Auch die Anlage der darüber hinausgehenden Freiflächen werde Geld kosten. Außerdem seien die Kosten für das Grundstück, die Erschließung, die Erstellung von Parkplätzen und die Enderschließung in Höhe von etwa 700000 Euro nicht in der Kostenplanung enthalten. Im Ausschuss, merkt Merker an, hätten die Architekten zwar berichtet, dass die Kostenberechnung eine Sicherheitsmarge von fünf Prozent beinhalte, dass aber eine absolute Garantie der Einhaltung der Drei-Millionen-Grenze nur bei einer Verkleinerung des Projekts erreichbar sei. Merker: „Damit wären dann aber eventuell die Förderwürdigkeit und die Sinnhaftigkeit des Familienzentrums in Frage gestellt.“

Die GuT verweist zudem auf die notwendige Investitionen in den kommenden Jahren. Merker nennt den Neubau des Feuerwehrhauses Settmarshausen für 0,9 Millionen Euro, den Kauf des Hortneubaus in zwei bis drei Jahren für 1,5 Millionen, den Neubau des Feuerwehrhauses Dramfeld für eine Million, Sanierung und Ausbau Heinrich-Grupe-Schule für eine halbe Million und die Sanierung des Gebäudes Am Plan 3 für 0,6 Millionen. Das bedeute für die kommenden fünf bis sechs Jahre eine weitere Belastung des Gemeindehaushalts in der Größenordnung von mindestens 6,5 Millionen Euro.

Seine Fraktion sei nicht grundsätzlich gegen das Familienzentrum. Die GuT sehe in diesem Projekt „aber eine Gleichung mit zu vielen Unbekannten“, bei dem die Risiken den gewünschten Nutzen bei weitem überwögen. Unter anderem sei die Frage ungeklärt, ob die Auszahlung der Fördermittel auch durch die zukünftige neue Landesregierung gesichert sei. Offen sei zudem, ob tatsächlich alle Ortschaften der Gemeinde vom Familienzentrum profitieren werden und ob ein derartiges Projekt die Gemeinde in der Außenwirkung wirklich nach vorne bringe. Möglicherweise sei es hier hilfreicher, beispielsweise „die sanierungsbedürftige Grundschule auf einen modernen Stand zu bringen“.

Ebenfalls ablehnend stehen die Grünen dem Projekt Familienzentrum entgegen. Sie sind mit dem Konzept unzufrieden, erklärt Ratsfrau Ursula Barking. Statt einem Treffpunkt für Familien und alle Bürger mit einer auch heimeligen Atmosphäre werde jetzt „ein Veranstaltungsgebäude mit Bürotrakt“ geschaffen.

Die CDU hatte in der Abstimmung am Montag ihren Fraktionsmitgliedern die Stimmabgabe freigestellt und daher geheime Abstimmung beantragt. Fünf der insgesamt sieben CDU-Abgeordneten hätten mit nein gestimmt, erläutert Fraktionschef Jörg Winter. Er selbst habe für das Familienzentrum gestimmt, weil das Zentrum mit seiner Kooperation mit der VHS der Gemeinde erhebliche Vorteile bringe und eine einmalige Chance sei.

Der Rosdorfer Gemeinderat hatte am Montag mit 16 gegen elf Stimmen für das Familienzentrum votiert. Die SPD stimmte geschlossen dafür, zwei Ratsmitglieder enthielten sich.

Von Matthias Heinzel

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