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Weg frei für Familienzentrum

Gemeinderat Rosdorf Weg frei für Familienzentrum

Das neue Familienzentrum für die Gemeinde Rosdorf ist beschlossene Sache. Nach detaillierter und sachlicher Debatte sprach sich der Gemeinderat am Montagabend mehrheitlich für das Großprojekt aus.

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Sören Steinberg

Quelle: Christina Hinzmann

Rosdorf. Allerdings regte sich in der anderthalbstündigen Debatte auch Widerspruch gegen das Projekt auf dem Gelände der ehemaligen Anne-Frank-Schule. Kritisiert wurden unter anderem die hohen Kosten von insgesamt drei Millionen Euro, zu denen das Land allerdings 1,7 Millionen als Förderung beisteuert. Doch wegen der Haushaltslage muss die Gemeinde Rosdorf den Restbetrag über Kredite finanzieren. Vor allem aus diesem Grund kündigte die Wählergemeinschaft GuT vor der Schlussabstimmung an, das Projekt abzulehnen.

Andere Kritikpunkte galten dem straffen Zeitplan der Umsetzung: Noch in diesem Jahr soll mit Bau und Umbau begonnen werden, bereits im Herbst 2018 soll das Familienzentrum in Betrieb gehen. Außerdem findet der Standort am Rande des Ortskerns nicht durchweg Zustimmung. Ursprüngliche Pläne, das Familienzentrum in kleinerem Umfang in der Nähe des Gemeindezentrums Am Plan in einem denkmalgeschützten Gebäude anzusiedeln, hätten durchaus Vorteile gehabt.

Rosdorfs Bürgermeister Sören Steinberg (SPD) verteidigte das Großprojekt samt Detailplanung und Zeitplan. Das neue Familienzentrum sei „eine einmalige Gelegenheit“ und ein großer Wurf, der die Gemeinde erheblich voranbringe. Damit könne Rosdorf weiterhin sowohl für junge Familien wie auch für ältere Menschen als Wohn- und Zuzugsort attraktiv bleiben. Schließlich steh man im Wettbewerb mit andere Gemeinden im Umkreis, die bereits über Familienzentren verfügten.

Weil die Gemeinde in den vergangenen Jahren bereits viel in soziale Projekte und Kultur investiert habe, sei das Familienzentrum ein weiterer Baustein auf einem erfolgreichen Weg Rosdorfs in die Zukunft. Die Pläne müssten zudem zügig umgesetzt werden, weil andernfalls Zuschüsse nicht mehr gewährt werden und wichtige Partner abspringen könnten. Die Volkshochschule benötige den Standort jetzt „und nicht erst in zwei Jahren“. Auch die Bereitschaft des künftigen Pflegeheims, das geplante öffentliche Café auf Dauer zu betreiben, sei nicht notwendigerweise dauerhaft in Stein gemeißelt. Außerdem habe die Gemeinde in der Vergangenheit viel in den Ortschaften investiert, jetzt sei auch mal der Kernort an der Reihe.

Auf Antrag der CDU stimmte der Gemeinderat geheim ab. Zuvor hatten neben der Wählergruppe GuT auch die Grünen angekündigt, gegen das Projekt zu stimmen. Die SPD erklärte, geschlossen für das neue Familienzentrum zu stimmen, dem schloss sich auch die Linken-Abgeordnete Stine Rummel-Strebelow an. Die CDU-Fraktion, weil in der Sache uneins, gab ihren Mitgliedern die Stimmabgabe frei.

Das Resultat: eine große, aber nicht überwältigende Mehrheit für das neue Familienzentrum. Jetzt kann der Bauantrag gestellt werden.

Von Matthias Heinzel

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