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„Verbieten geht nicht“

Vorbereitung auf die „Juleica“ „Verbieten geht nicht“

Ferien- und Beschäftigungsangebote für Kinder und Jugendliche gibt es viele. Um die Jugendarbeit professioneller zu machen und die Qualifikation der ehrenamtlichen Mitarbeiter zu heben, gibt es die „Jugendleiter-Card“. Eine Schulung zum Erwerb wurde am Wochenende auf dem Zeltlagerplatz Stolle angeboten.

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Quelle: Peter Heller

Dahlenrode. 17 Teilnehmer im Alter von 15 bis gut 40 Jahren unterzogen sich von Freitag bis Sonntag den sowohl theoretischen als auch praktischen Unterweisungen zu Angeboten, die über den normalen Übungs- und Trainingsbetrieb hinausgehen – beispielsweise Spielfeste, besondere Aktionen mit der Trainingsgruppe und Ferienfreizeiten.

Bundesweit einheitlich

Die Jugendleiter-Card (Juleica) ist ein bundesweit einheitlicher Ausweis für ehrenamtliche Mitarbeiter in der Jugendarbeit. Sie dient zur Legitimation und als Qualifikationsnachweis der Inhaber. Voraussetzung zum Erwerb der Karte ist eine Ausbildung nach vorgeschriebenen Standards, darunter ein Erste-Hilfe-Kurs, mindestens aber ein Kurs zu „Sofortmaßnahmen am Unfallort“, und ein Mindestalter von 16 Jahren. Die Juleica ist drei Jahre gültig.

Ganz wichtiges Thema: die Anpassung der Angebote an Ziel- und Altersgruppen, erläutert Lehrgangsleiter Daniel Rosenthal. Bei dem, was sich so leicht anhöre – beispielsweise ein Gruppenspiel zu organisieren – könnten Jugendbetreuer viele Fehler machen. Rosenthals Grundprinzip: die Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen berücksichtigen und im übertragenen Sinne „die Teilnehmer dort abholen, wo sie gerade sind“.

Rechtliche Fragen, besonders zu Aufsichtspflicht und Haftung, standen im Mittelpunkt der Schulungen am Sonnabend. Wie alle anderen auch haben sich Betreuer an das Jugendschutzgesetz zu halten. Daraus ergebe sich beispielsweise, wer sich wann in Kinos oder Gaststätten aufhalten dürfe, in welchem Alter welche Art von Alkohol getrunken werden dürfe oder ab welchem Alter geraucht werden dürfe, erklärten Rosenthal und Referentin Inga Großkopf.

Weiteres Thema: die Gruppendynamik. Um eine Gruppe sicher leiten zu können, müsse ein Betreuer schnell erkennen können, wer in einer Gruppe sich in eine Führungsrolle dränge und wer sich eher in der Rolle eines Mitläufers wohlfühle, erklärte Rosenthal den Kursteilnehmern. Nach der Kennenlernphase folge in der Regel eine Machtkampfphase, erfuhren die angehenden Juleica-Inhaber.

Ohne das allgegenwärtige Jugend-Thema Mobiltelefon ging es auch bei dieser Fortbildung nicht. Hier riet Rosenthal zur Teilkapitulation: „Verbieten geht nicht.“ Bei Kinder- und Jugendfreizeiten sei es schlichtweg nicht mehr vorstellbar, dass die Teilnehmer ihr Mobiltelefon zu Hause ließen. Rosenthals Tipps: „Das Programm so anregend zu machen, dass sie ihr Handy zumindest zeitweise vergessen oder das Handy ins Programm einbinden, beispielsweise indem sie nach bestimmten Regeln ein Video drehen.“

Beim Seminarwochenende lernten die Teilnehmer nicht nur viel über Regeln, sondern verordneten sich selbst welche. Zum Beispiel: Mobiltelefonverbot in der Seminarzeit und Bettruhe ab 22 Uhr.

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