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Die Stillen Hunde aus Göttingen in der Duderstädter Stadtbibliothek

Zu Gast Die Stillen Hunde aus Göttingen in der Duderstädter Stadtbibliothek

„Die Axt im Haus erspart den Zimmermann.“ Oder: „Früh übt sich, was ein Meister werden will.“ Diese und viele andere berühmte Zitate beweisen die Popularität, die Schillers „Wilhelm Tell“ seit seiner Uraufführung 1804 bis heute genießt.

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Trittleitern markieren die Schweizer Alpen: Für die Stillen Hunde, Stefan Dehler (l.) und Christoph Huber, haben die Veranstalter extra umgebaut.

Quelle: Walliser

Duderstadt. Die recht schwere Kost des Schiller-Dramas trugen die Stillen Hunde, alias die Göttinger Schauspieler Stefan Dehler und Christoph Huber, in der Duderstädter Stadtbibliothek vor – als szenische Lesung „leicht gekürzt“, so die Ankündigung. Immerhin kommen im Original mehr als 40 Personen namentlich auf die Bühne, dazu Reiter, Mönche, Handwerker und Landvolk.

Dehler und Huber übernahmen alle wesentlichen Rollen um die Geburt der Schweizer Eidgenossenschaft selbst, und zwar mit der humorvollen Würze, mit der sich das Duo weit über die Region hinaus einen Namen gemacht hat. Und wo singendes Volk, ein dritter Mann im Bunde oder ein Holunderbusch fehlten, wurde das Publikum kurzerhand angelernt.

Dass Huber gebürtiger Schweizer ist und seinen Part des Tell auf kehligem Schwitzerdütsch interpretierte, verlieh der Vorführung Authentizität – und wurde dank mancher Übersetzungshilfe Dehlers auch vom Duderstädter Publikum verstanden. Aktualität erhielt die Lesung durch leichte Modernisierungsmaßnahmen. So gab es die Bauersfrau (Dehler) mit Migrationshintergrund oder die reiche Erbin (Huber) mit Brillanten-Sonnenbrille.

Theatralischer Genuss

Doch nicht nur Lachtränen lockten die Stillen Hunde mit Wortwitz, Übertreibungen und Ideenreichtum hervor. Die beiden Schauspieler beherrschen auch ihr darstellerisches Handwerk.

Sie nahmen die Zuschauer mit ins nächtliche Hochgebirge, auf den vom Sturm gepeitschten See, ließen Bilder, Stimmung und Spannung spürbar und sichtbar werden. Sie spielten den Bauern, den Knaben, die Frau, das Echo, und dazwischen spielten sie immer wieder Dehler und Huber, die sich um die besten Rollen kabbelten. Nach vierstündigem Sitzmuskel-Training inklusive Pause gab es verdienten Applaus im Stakkato.

Für diesen theatralischen Genuss hat das Team der Stadtbibliothek als Veranstalter keine Räumungsarbeiten gescheut: Dort, wo sonst schwere Bücherregale ihre Schätze wahren, türmten sich  mithilfe zweier Trittleitern die Schweizer Alpen rund um den Vierwaldstätter See im Duderstädter Rathaus. Und da dem Apfel im „Wilhelm Tell“ eine bedeutende Rolle zukommt, wurden in der Pause selbstgemachte Häppchen mit Schwerpunkt-Zutat Apfel gereicht.

Von Claudia Nachtwey

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