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Domspatzen mögen Hip-Hop, Rock und Metal

Domspatzen mögen Hip-Hop, Rock und Metal

Die Regensburger Domspatzen singen in der Duderstädter St. Cyriakuskirche. Wenn die Jungen und jungen Männer am kommenden Montagabend mit dem Konzert beginnen, haben sie einen langen Tag hinter sich.

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Chor: Rund 60 Kinder und Jugendliche kommen zum Konzert nach Duderstadt.

Quelle: EF

Start um 7.30 Uhr in Lohne, Fahrt mit dem Bus über 342 Kilometer nach Duderstadt, um 13 Uhr Stell- und Akustikprobe, Kennenlernen der Gastfamilien für die Übernachtung, 19 Uhr Einsingen im Pfarrheim. Eine solche Tour machen auch die Sänger des weltberühmten Knabenchores eher selten.

„Das müsste zu schaffen sein“, ist Domkapellmeister Roland Büchner trotzdem zuversichtlich, dass seine Schützlinge gewohnt hochklassig geistliche Chormusik bieten werden. Bereits fünf Tagen sind die Domspatzen auf Tournee, als sie sich im rheinland-pfälzischen Westerburg Zeit für ein Telefoninterview mit dem Tageblatt nehmen, dafür ihren freien Nachmittag verschieben. Fragen jenseits der Musik, zu Medienrummel, Hobbys, Zukunftsplänen beantworten der 15-jährige Oskar Weinfurtner und der zwei Jahre ältere Gagan Sehgal ruhig und selbstbewusst. Dabei wird klar: Der weltberühmte Chor besteht aus normalen Kindern und Jugendlichen, hinter den Stimmen stecken Persönlichkeiten.

Was heißt es, Regensburger Domspatz zu sein, bestimmt die Musik das Leben? „Wir gehen hier ganz normal zur Schule“, sagt der 17-jährige Sehgal. Er steckt mitten in den Abiturvorbereitungen. „Ich habe meine Abiturfächer und mache auch Sport, Basketball und Ähnliches.“ Natürlich sei es mit Freizeit derzeit etwas schwierig, weil zu Schule und Chor das Lernen für die Prüfungen hinzukomme. „Aber wenn noch etwas Zeit bleibt, haben wir unsere Hobbys, die wir ausleben können.“ „Ich spiele ein bisschen Fußball und gehe auch Mal ins Schwimmbad“, erzählt Weinfurtner. Praktischerweise sei das ja alles im Haus vorhanden.

Die Regensburger Domspatzen sind nicht nur Chor, sondern auch Musikgymnasium mit angegliedertem Internat. 500 Schüler besuchen die Einrichtung. Nach Duderstadt kommt der erste Chor mit knapp 60 Sängern. Zur Zeit der jährlichen Herbsttournee macht die Schule Ferien. Die Zeit dafür gewinnt sie, indem im Vergleich zu anderen bayerischen Schulen die Sommerferien um eine Woche verkürzt sind und Herbstferien entfallen, erklärt Büchner.

Tournee statt Ferien für den Chor: Ist das reine Pflicht oder bleibt für die Kinder und Jugendlichen auch freie Zeit? „Wir fahren morgen nach Emsdetten und haben dann einen ganzen freien Tag“, sagt der Domkapellmeister. Die Stadt habe eine Städtetour organisiert. „Früher sagte man Schnitzeljagd. Heute macht man so etwas mit Audioguide.“
Aber auch an Konzerttagen bleibe Raum für Entspannung. Die Domspatzen würden in den Tourneeorten bei Gastfamilien untergebracht, erklärt Büchner. Die Veranstalter, in Duderstadt ist das die Pfarrgemeinde St. Cyriakus mit Regionalkantor Paul Heggemann, suchten diese aus. Meist würden sie vor einem abendlichen Konzert mittags ankommen, so Büchner. „In der Zwischenzeit verbringen die Gasteltern mit den Buben und jungen Männerstimmen etwas Zeit.“

Wie gehen die Domspatzen mit Prominenz und Medienrummel um? Weinfurtner wiegelt ab. Natürlich würden Kritiken in Zeitungen ausgehängt. Auch gebe es ab und zu Fernsehaufnahmen, Verwandte und Freunde würden sie dann darauf ansprechen. Ansonsten sei man als Domspatz kein Exot im Freundeskreis, „das ist eigentlich nichts Besonderes“.

Ist die Zukunft eines Domspatzes vorbestimmt, ausgerichtet auf die Musik? „Ich bin jetzt in der neunten Klasse. Am Ende des Schuljahres haben wir ein Praktikum, da macht man sich schon Gedanken“, sagt Weinfurtner. Er habe sich aber noch nicht für eine Richtung entschieden. „Wenn man bei den Domspatzen ist, heißt das nicht, dass man zwangsweise mit der Musik weitermacht“, stellt Sehgal klar. Auf die Schule gehe man, weil man gerne singt, Spaß an der Musik habe. „Man hat aber sein ganz normales Abitur. Man kann alles mögliche studieren.“ Er persönlich sei wirtschaftlich und technisch orientiert und werde beruflich wohl nicht im Bereich Musik bleiben, erklärt er.

Und welchen Musik hören die jungen Sänger selbst gerne? „Die meisten von uns hören moderne Musik“, antwortet Sehgal. „Aber wenn man ein Domspatz ist, ist man auch viel offener für andere Musikrichtungen. Viele hören Klassik, wir hören Hip-Hop, Rock, Metal.“ Als Domspatz habe man viel Kontakt mit anderen Musikgruppen und Musikarten.
Dazu tragen auch die Tourneen bei. Die hat die Domspatzen schon einmal nach Duderstadt geführt, vor fünf Jahren. Domkapellmeister Büchner ist das noch gut in Erinnerung. „Ich finde die Stadt wunderschön – mit dem Fachwerk und dem Bach mittendurch. Ich komme gerne wieder und freue mich richtig, dass wir noch einmal eingeladen wurden.“

Karten für das Konzert am Montag, 18. Oktober, 20 Uhr in St. Cyriakus, gibt es im Pfarrbüro sowie in den Duderstädter Buchhandlungen Mecke, Jüdenstraße 25, und Seseke, Marktstraße 63.

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