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Dreieinhalb Jahre Haft wegen Untreue bei Ottobock

Urteil Dreieinhalb Jahre Haft wegen Untreue bei Ottobock

Wegen Untreue in fast 100 Fällen ist der ehemalige Bauleiter des Duderstädter Orthopädie-Unternehmens Ottobock zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

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Göttingen / Duderstadt. Der heute 52-Jährige hatte in den Jahren 2006 bis 2010 überhöhte oder komplett gefälschte Rechnungen von drei Handwerksunternehmen abgezeichnet und zur Begleichung freigegeben. Dafür hatte er von den Firmen einen Anteil von durchschnittlich 13 Prozent der Rechnungssummer erhalten – insgesamt etwa 600 000 Euro .

Mit dem Urteil folgte das Göttinger Landgericht den übereinstimmenden Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Vor allem wegen seines rückhaltlosen Geständnisses und der Bereitschaft zur Aufklärung des komplexen Geschehens habe man sich am unteren Rahmen der Strafzumessung bewegt. Die drei Handwerkerfirmen, deren Chefs mittlerweile ebenfalls verurteilt sind, hätten hingegen alle gemauert.

Zu Last gelegt wurden dem 52-Jährigen schließlich 95 Einzeltaten zum Nachteil von Ottobock mit einer Gesamtschadenssumme in Höhe von mehr als drei Millionen Euro. 22 weitere Fälle hatte das Gericht zuvor wegen geringerer Bedeutung eingestellt.

Betrug leicht gemacht

Finanziell ist der Angeklagte auf Dauer ruiniert: Er verpflichtete sich gegenüber Ottobock zu einem vollständigen Schadensersatz. Sollten die drei betrügerischen Handwerksfirmen ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, muss er auch deren Schadensersatzleistungen übernehmen.
Richter, Staatsanwalt und Verteidiger waren sich einig darüber, dass es das Duderstädter Unternehmen seinem damaligen Mitarbeiter bei den Betrügereien extrem leicht gemacht habe.

„Zu erwartende oder selbstverständliche Sicherungsvorkehrungen“, erklärte das Gericht in seiner Urteilsbegründung, „waren nicht vorhanden oder haben versagt.“ Die Betrügereien, hätten in einer Phase enormer Bautätigkeit bei Ottobock stattgefunden, als enorme Summen umgesetzt wurden. Auch die Regel, dass Rechnungen von mehr als 25 000 Euro zusätzlich von einem Vorgesetzten des Angeklagten hätten abgezeichnet werden müssen, sei regelmäßig ignoriert worden.

Es sei bemerkenswert, führte Verteidiger Steffen Stern aus, dass bei Ottobock das Verschwinden von Millionen Euro weder bemerkt worden sei noch wirtschaftliche Schäden angerichtet habe. Sein Mandant habe sich „in einem Geflecht von Verführung, Anstiftung und Nötigung“ von den Handwerkerfirmen zu den Untreuehandlungen drängen lassen.

Der ehemalige Ottobock-Bauleiter hat inzwischen einen anderen Arbeitsplatz in der Baubranche mit etwa dem gleichen Aufgabenbereich gefunden – einschließlich der Berechtigung, Rechnungen zu prüfen und abzuzeichnen. Das gestern verkündete Strafmaß, erklärte das Gericht, erlaube zwar keine Aussetzung zur Bewährung, wohl aber einen offenen Vollzug, der es dem 52-Jährigen ermögliche, tagsüber zu arbeiten.

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Prozess

Wie erwartet, hat der Angeklagte im derzeitigen Prozess um Betrug in Millionenhöhe zu Lasten des Duderstädter Unternehmens Ottobock ein umfassendes Geständnis abgelegt.

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