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„Duderstadt rockt bunt“

Musikalisches Bekenntnis zur Demokratie „Duderstadt rockt bunt“

Fünf Bands haben am Sonnabend beim Festival „Duderstadt rockt bunt“ gespielt. 169 Zuschauer fanden sich im Kulturwerk Euzenberg ein, um sich ebenso wie die Musiker und Ausrichter gegen rechtes Gedankengut zu positionieren.

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Fünf Bands haben am Sonnabend beim Festival „Duderstadt rockt bunt“ gespielt.

Quelle: Helge Schneemann

Duderstadt. Fünf Bands haben am Sonnabend beim Festival „Duderstadt rockt bunt“ gespielt. 169 Zuschauer fanden sich im Kulturwerk Euzenberg ein, um sich ebenso wie die Musiker und Ausrichter gegen rechtes Gedankengut zu positionieren.

„Klare Kante gegen Rechts zu zeigen und für Demokratie und Toleranz einzustehen, erfordert Mut und Energie“, begrüßte Jenny Ahlbrecht, Sprecherin des Duderstädter Bündnisses gegen Rechts, die Besucher. „Heute bedanken wir uns für diesen Mut und bei jedem und jeder, der oder die mit uns Schulter an Schulter stand.“ Organisiert wurde das Festival gemeinsam von dem Bündnis „Duderstadt bleibt bunt“ und dem Kulturwerk Euzenberg. Gefördert wurde es durch das Projekt „Demokratie leben“ über den Landkreis sowie über das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Und fördern konnte es auch jeder Besucher mit einem freiwilligen Solidarbeitrag von drei Euro, der über den Eintrittspreis hinaus bezahlt werden konnte. „Etwa die Hälfte hat diesen Beitrag bezahlt“, erklärte Ahlbrecht.

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Festival „Duderstadt rockt bunt“ im Kulturwerk Euzenberg

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Den Auftakt hatte die Band Blind Links aus Holungent ihrem schnörkellosen Pop-Rock gemacht. Der Übergang zur zweiten Band war der extremste des Abends. Die Ruhrpottler 84 Breakdown zeigten, dass Punk immer noch lebt. Danach kamen mit den Rock.Boten die Band, die eingesprungen war für Open Parachine. „Open Parachine musste kurzfristig absagen, nachdem der Bassist ernsthaft erkrankt war“, erzählte Martin Wihgrab, Vorsitzender des Kulturwerkvereins. Die Band solle aber im kommenden Jahr ein Einzelkonzert spielen. Mit Open Parachine sei aber auch noch ein Teil der Ausrüstung weggefallen, welche diese für alle Bands bereitstellen wollten. „Aber auch hier sind die Rock.Boten eingesprungen“, sagte Wihgrab. Im Anschluss gingen mit Marylin’s Cage die zweiten Lokalmatadoren auf die Bühne, ehe die Alternative-Rocker Sir Collapse aus Neuss. Insgesamt hatten sich 100 Bands beworben, bei dem Festival spielen zu dürfen.

„Ich bin zufrieden mit der Resonanz“, erklärte Ahlbrecht später. Die Halle biete zwar noch Platz aber für die Premiere sei es ein ordentliches Ergebnis. Auch allen Bands sei das Motto des Abends klar. „Es eint alle, dass sie die Demokratie schützen wollen“, sagte sie. Kurz zuvor hatten sich die Rock.Boten von Nazis und allen, die Flüchtlingsheime anzünden, distanziert. Linke Gewalt sei aber ebenso abzulehnen. 84-Breakdown-Sänger Marc Meinhardt kritisierte die Aussage hinterher. Rechte und linke Gewalt ließe sich nicht vergleichen, die eine richte sich gegen Menschen, die andere gegen Dinge. Trotzdem habe man den gemeinsamen Nenner, die Demokratie, auch wenn sich Meinhardt selbst als „eigentlich Anarchist“ bezeichnete. „Aber ich glaube, es war Voltaire, der sagte: Ich bin zwar anderer Meinung als Sie, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass Sie Ihre Meinung frei aussprechen dürfen.“

Für das Speisenangebot hatten die Organisatoren eine besondere Lösung überlegt. Die Verpflegung übernahmen in Deutschland geborene Tamilen, die drei typische Speisen ihres Volkes anboten. So konnten die Besucher im Kulturwerk zwischen Rolls genannten gefüllten Teigtaschen mit Rind und Kartoffeln, den pürierten Erbsenklößen Vaadai sowie den Samosa, gefüllte Teigtaschen mit Gemüse, wählen. „Mit dem Erlös unterstützen wir die Arbeit unseres Vereins“, erklärte Parththan Ketheeswarathamby, stellvertretender Vorsitzender des in Göttingen ansässigen Vereins Soft (Save one Cent for Tamil Eelam). Das Vereinsmotto stehe für die Zielsetzung, die Bildung der tamilischen Kinder auf Sri Lanka zu fördern. „Allerdings verwenden wir das Wort Sri Lanka nicht, weil es bei uns für Unterdrückung steht.“ Damit das Geld auch ankomme, haben sie direkte Kontakte aufgebaut. „Wir fahren auch selber hin und besuchen die Kinder, die in unser Förderprogramm aufgenommen wurden“, sagt er. Bildung sei sehr wichtig, betonte Ketheeswarathamby, der selber Ingenieurwesen studiert.

Von Rüdiger Franke

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