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Duderstädter Wettkämpfe der Bundesbereitschaftspolizei

Gemeinsam stark Duderstädter Wettkämpfe der Bundesbereitschaftspolizei

„Zurück!“, brüllt der Polizist in schwarzer Kampfausrüstung und Helm und weist die Neo-Nazis mit deutlicher Körpersprache in ihre Schranken. Rauchkörper werden geworfen, die Passagiere des Zuges am Bahnsteig werden von den Einsatzkräften der Bundesbereitschaftspolizei in Sicherheit gebracht.

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Station vor dem Duderstädter Rathaus: Bundespolizisten der Uelzener Mannschaft testen ihre körperliche Belastbarkeit an der Strohballen-Pyramide.

Quelle: Schauenberg

Duderstadt. Ein Trupp mit links gerichteten Gegendemonstranten ist ebenfalls aufmarschiert, die Szene droht zu eskalieren.

Möglichst realistische Situationen sollen bei den Wettkämpfen geübt werden. „Aber auch die Kommunikation mit Demonstranten oder mit unbetroffenen Bürgern ist einer der Schwerpunkte“, erklärt Polizeikommissarin Daniela Kretschmer am neuen Trainingsbahnsteig auf dem Gelände der Bundespolizei am Euzenberg.

Die Demonstranten beschimpfen die Nazis, die Reisenden mosern über verspätete Anschlüsse. Gespielt werden die verschiedenen Gruppen von Schülern der Bundespolizei aus Walsrode im zweiten Lehrjahr.  „Das ist eine gute Übung für uns, sonst kommen wir höchstens im Praktikum mit auf einen Einsatz“, sind sich die Auszubildenden Tim Siemens, Nicola Renner und Eugen Kerbel einig.

„Antreten zum Schminken!“

Weitere Walsroder Schüler waren seit 3.30 Uhr in Langenhagen im Einsatz. Zunächst hieß es: „Antreten zum Schminken!“ Das fiktive Szenario: Eine  Gasgrill-Verpuffung auf der Feier zum 30. Geburtstag des überregional bekannten Fußballers Lukas Spitz. Mit künstlichen Brandwunden,  Schnittverletzungen und einem offenen Beinbruch  hatten DRK-Mitarbeiter aus Goslar die Haut der Polizei-Nachwuchskräfte verziert.

Nach zwei kleinen Explosionen startet der Einsatz. „Hilfe, helft uns doch“, rufen die 15 Verletzten. Sie liegen inmitten umgestürzter Bänke und Bierkisten. Zwei sind traumatisiert. Nebelmaschinen der Göttinger Feuerwehr sorgen für Rauch.

„Die Einheiten müssen schnell die Lage erfassen“, erklärt Erster Polizeihauptkommissar und Hundertschaftsführer Michael Wille. „Sie müssen die Verletzten aus der Gefahrenzone bringen. Die Erstversorgung bewerten DRK-Mitarbeiter aus Eschwege.“

Auch auf dem Duderstädter Schützenplatz qualmt es mächtig. Rivalisierende Fußballfans haben Bengalenfeuer entfacht und Autos in Brand gesteckt. Die Einsatzkräfte trennen die sich bekämpfenden Hooligans. Im Anschluss geht es im Hubschrauber weiter nach Leinefelde, wo der Einsatz bei einem Amoklauf trainiert wird.

Teams starten im Stundentakt

Die verschiedenen Lagen müssen von allen teilnehmenden Polizeizügen bewältigt werden. Im Stundentakt starten die Teams in voller Montur, sichern und retten Menschen, seilen sich aus mehreren Metern Höhe hinab, rennen durch Wasser und schreiten bei Krawallen ein.

„In der Realität sind die Lagen nicht genau vorhersehbar, da muss man manchmal auch improvisieren“, sagt Polizeikommissar Daniel Schäfer. Keine Abteilung könne in diesem Umfang am  heimischen Standort trainieren, das allein rechtfertige schon den Aufwand der Wettkämpfe.  

Unter den Besuchern weilte auch Polizeioberrat Matthias Bick, ehemaliger Leiter der Bundespolizei-Abteilung Duderstadt und seit 1. März Leiter des Aus- und Fortbildungszentrums Eschwege. Unter seiner Leitung hatten die Planungen für den 5. Tag der Bundesbereitschaftspolizei begonnen.

Publikumsmagnet Strohballen-Pyramide

„Es ist schön zu sehen, dass alles so reibungslos funktioniert“, freut sich Bick. Durch die enge Bindung mit Duderstadt sei bereits damals überlegt worden, einige Übungen in die Innenstadt zu verlegen, so dass die Bevölkerung einmal hinter die Kulissen der Bundespolizei schauen kann.

Besonderer Publikumsmagnet war die Strohballen-Pyramide vor dem Rathaus. Hier endete die 2,33 Kilometer lange Aufgabe mit dem Titel „Körperliche Belastung.“ Auch ein Team der Bereitschaftspolizei Stettin nahm an den Wettkämpfen teil.

„Durch diese Übungen sammeln unsere Jungs wichtige Erfahrungen und Fähigkeiten“, erklärt Hauptkommandant Krzysztof Gajewski. „Neben dem Erfahrungsaustausch ist aber auch die Kommunikation  der Polizisten untereinander wichtig. Besonders für die Einheiten aus den grenznahen Städten.“

Von Rüdiger Franke

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