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Duderstädter zelebrieren Volkstrauertag

Kranzniederlegung am Ehrenmal Duderstädter zelebrieren Volkstrauertag

Mit einer ökumenischen Andacht in der Basilika St. Cyriakus, einem Schweigemarsch zum Ehrenmal am Obertor und einer Kranzniederlegung haben Duderstädter Bürger am Sonntag den Volkstrauertag zelebriert. Der Tag solle ein Zeichen gegen Krieg, Intoleranz und Gleichgültigkeit setzen, so Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU).

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Ökumenische Andacht zum Volkstrauertag mit anschließender Kranzniederlegung am Ehrenmal am Obertor Duderstadt.

Quelle: Bänsch

Duderstadt. Die ökumenische Andacht hielten Propst Bernd Galluschke und Pastorin Christina Abel. Der Volkstrauertag sei heute aktueller denn je, denn die derzeitigen Ereignisse auf der Welt forderten täglich neue Opfer, so Galluschke. Der Propst bezeichnete das Mittelmeer als das derzeit „größte Gräberfeld“ der Welt, auf dem viele Flüchtlinge auf dem Weg in eine erhoffte bessere Zukunft ums Leben kämen.

Pastorin Abel ging in ihrer Predigt auf die Rolle der evangelischen und katholischen Kirche im Nationalsozialismus ein. Beide Kirchen hätten „Schuld auf sich geladen“, als sie sich dem Regime anpassten, um nicht aufzufallen. Am Beispiel des evangelischen Kirchenmusikers Hugo Distlers, dessen Zitat „Lieber tot als in den Krieg“ bis heute bedeutsam sei, beschrieb Abel den Widerspruch zwischen christlichem Glauben und der Unterstützung rassistischer und faschistischer Weltanschauung. In diesem Widerspruch habe Distler leben müssen und es nicht aushalten können, sodass er mit nur 34 Jahren den Freitod gewählt habe. Es sei die Verantwortung eines jeden Christen, Rassismus keinerlei Platz zu bieten, Kinder nicht für politische Ideologien zu instrumentalisieren und durch das eigene Handeln dafür zu sorgen, dass Frieden untereinander herrsche. Jeder solle sich der „Tränen erinnern, die Gewalt und Krieg ausgelöst haben und immer noch auslösen.“ Sie appellierte an die Gemeinde, sich nicht „auf der Couch zurückzulehnen, wenn so genannte Freundeskreise wieder marschieren“ und ihr hasserfülltes, fremdenfeindliches Gedankengut verbreiteten. „Ich will keine Partei in Deutschland, die christliche Werte mit Füßen tritt“, fasste Pastorin Abel zusammen.

Quelle: Bänsch

In den Fürbitten wurde unter anderem missbrauchten Kindern und Frauen sowie allen, die ihr Leben für andere aufs Spiel setzen, gedacht. Nach einem gemeinsam gebeteten Vaterunser zogen die Teilnehmer des Gottesdienstes aus der Kirche aus, um am Schweigemarsch zum Ehrenmal am Obertor teilzunehmen. In Begleitung der Jugendfeuerwehr, die mit Fackeln den Weg säumte, zogen die Duderstädter in Richtung Ehrenmal. Bürgermeister Nolte, der auch Vorsitzender der Duderstädter Kriegsgräberfürsorge ist, hielt eine kurze Ansprache. Er bedankte sich bei allen Gästen und Teilnehmern des Marsches. Es sei „großartig“, dass viele Duderstädter an dem Schweigemarsch teilnähmen - und er begrüßte zudem Vertreter der Polizei, der Jugendfeuerwehr, den Schützen, des Deutschen Roten Kreuzes, der Ratskollegen und des Ortsrates. Unter Begleitung des Duderstädter Blasorchesters wurden sodann Kränze niedergelegt. Das Gedenken an die Opfer der beiden Weltkriege sowie der Opfer der aktuellen Kriege und Krisen weltweit sei wichtiger denn je, so Nolte. Duderstadt müsse auch künftig zeigen, dass es „weltoffen und demokratisch“ handele, und sich die derzeit 88 in der Stadt lebenden Nationalitäten füreinander einsetzten - „damit Lügen, Hass und Extremismus“ keinen Platz hätten.

Quelle: Bänsch

Neben der zentralen Gedenkveranstaltung in Duderstadt fanden auch in den umliegenden Gemeinden im Eichsfeld Zeremonien zum Volkstrauertag statt. Und auch in Göttingen und den benachbarten Ortschaften zelebrierten die Bürger das Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt und die Förderung von Völkerverständigung und Toleranz.

Von Maren Iben

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