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Durch Kaufverhalten bestimmen, was „in“ ist

„Jugend testet“ Durch Kaufverhalten bestimmen, was „in“ ist

Geiz ist geil“, „Gutes muss nicht teuer sein“ oder „Dafür bürge ich mit meinem Namen“ – die Werbe-Slogans werden zusammen mit den jeweiligen Produkten auf den Markt geworfen. Doch wo wird mehr versprochen als gehalten? Und ist die Qualität einer teuren Creme tatsächlich besser als die der billigen?

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Als Produkt-Tester unterwegs: Madeleine Rhode, Merve Hantekin, Hannan Sahin, Marie Jost und Louisa Kopp (v. l.).

Quelle: Pförtner

Louisa Kopp hat in der kalten Jahreszeit oft trockene Hände und benutzt Handcreme. Da gibt es allerdings Unterschiede, von manchen Salben hat sie Hautreizungen bekommen. Neun Handcremes hat sie zusammen mit ihrer Team-Kollegin Nancy Meier getestet.

Die Schülerinnen der Berufsbildenden Schulen Duderstadt (BBS) nehmen am Wettbewerb „Jugend testet“ teil, der alljährlich von der Stiftung Warentest initiiert wird und dessen Schirmherrin Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) ist. Der Wettbewerb soll Jugendliche sensibilisieren, Qualität und Preis gegeneinander abzuwägen und das eigene Konsumverhalten zu reflektieren. Und er soll zeigen, dass Jugendliche durch ihr Kaufverhalten mitbestimmen können, was in und was out ist. Das Projekt wird von den Lehrern der Berufsfachschule Wirtschaft der BBS mit unterstützt. „Unsere Teilnahme wird in die Kategorie Berufsbezogene Lernfelder einbezogen. Die Präsentation unserer Ergebnisse und die Arbeitsweise werden auch in der Schule benotet“, sagt Madeleine Rhode. Sie hat mit Hannan Sahin Gesichtscremes getestet. „Wir wollen natürlich nichts im Gesicht haben, was schlecht einzieht, fettig glänzt oder in den Augen brennt“, nennt sie einige Anhaltspunkte, um eine gute Creme von einer schlechten zu unterscheiden.

Die Schüler entscheiden sich selbst je nach Vorliebe für Produkte, die sie testen wollen, und ob sie einzeln oder in der Gruppe mitmachen. Auch die Vorgehensweise und die Organisation verlangt die Kreativität der Teilnehmer. Lehrer dürfen, müssen aber nicht beraten. Zum Abschluss erstellen die Schüler einen Testbericht, in dem sie ihre Untersuchungsergebnisse erklären. Eine Jury, bestehend aus Experten der Stiftung Warentest, bewertet dann die Form und Darstellung, den Nutzen und Erkenntniswert, die Genauigkeit und Originalität. Voraussetzungen für die Wettbewerbs-Teilnahme sind ein Alter zwischen zwölf und 19, eine interessante Testidee, genaue Beobachtung und eine nachvollziehbare Dokumentation. Getestet werden dürfen nicht nur Produkte, sondern auch Dienstleistungen. Die BBS-Schülerinnen Marie Jost und Merve Hantekin decken mit ihrem Test von Jugendkonten bei verschiedenen Banken beide Bereiche ab. „Wir haben den jeweiligen Höchstbetrag, die Verzinsung, Überziehung und die Gebühren der Konten verglichen und überlegt, was davon jugendfreundlich ist“, erklärt Marie. „Bei der Beratung haben wir auf Freundlichkeit, Fairness und Verständlichkeit geachtet“, ergänzt Merve. Von sieben getesteten Banken habe keine schlecht abgeschnitten, aber dafür drei besonders gut, so das Ergebnis der Schülerinnen. Einige weitere Teams waren zeitgleich in der Region unterwegs und haben Nagellack, Sportnachrichten, Kaugummi, Pommes, Joghurt und Verschlüsse bei Lebensmitteln überprüft.

Auf die Frage, wie sie die Testaktion selbst bewerten, sind sich die Schülerinnen einig: „Das war interessant, die Recherche hat Spaß gemacht, man hat einiges über Inhaltsstoffe gelernt und die Ergebnisse waren teilweise überraschend“, sagt Madeleine. „Die teuren Cremes waren nicht unbedingt besser als die billigen“, ergänzt Hannan. Außerdem haben die Mädchen gute Erfahrungen in der Öffentlichkeit gemacht. „Für Schüler sind manche Cremes zu teuer, aber in einer Apotheke hat man uns Proben geschenkt, als wir erklärt haben, dass wir Produkte testen“, lobt Madeleine die Unterstützung. Louisa hat sich bei ihren Handcremes an Freunde und Verwandte gewandt, um Geld zu sparen und möglichst unterschiedliche Produkte zu testen. Aber auch kostengünstige Proben aus den Drogerien hat sie sich besorgt.
Nun hoffen die Mädchen auf eine gute Bewertung bei ihren Dokumentationen. Im Sommer wird die Jury alle Ergebnisse verglichen haben. Den Gewinnern wird zur Preisverleihung eine Reise nach Berlin mit Hotelübernachtung und Sightseeing spendiert. Ansonsten gibt es Chancen auf Sach- , Geld- und Sonderpreise.
Weitere Infos zu den Auflagen des Wettbewerbs und zu der Auswertung im Internet.

Von Claudia Nachtwey

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