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Zähes Ringen um Überstunden

Ehemaliger Leiter der Malteser-Fachschule vor Gericht Zähes Ringen um Überstunden

Wegen gewerbsmäßiger Untreue steht der ehemalige Leiter der Malteser-Fachschule in Duderstadt vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, für 21 Monate und knapp 12 000 Euro Überstunden angemeldet zu haben, obwohl ihm das nicht zugestanden habe.

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Er sei sich keiner Schuld bewusst und habe nur seine Mehrarbeit angezeigt, sagte der Angeklagte.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. Ohne greifbares Ergebnis endete nach fast fünf Stunden der erste Verhandlungstag, der sich um schwer nachzuverfolgende Abrechnungen und den Interpretationsspielraum der arbeitsvertraglichen Regelung drehte. Er sei sich keiner Schuld bewusst und habe nur seine Mehrarbeit angezeigt, sagte der Angeklagte: „Jede Stunde die bezahlt wurde, habe ich auch gearbeitet.“ Auf dem Prüfstand waren Wochenenden im Zeitraum vom Herbst 2010 bis 2013, an denen der 51-Jährige auswärts Seminare und Bildungsveranstaltungen geleitet hat.

Obwohl 2010 mit einer Höhergruppierung auch eine Monatspauschale von 300 Euro zur Abgeltung aller Überstunden vereinbart wurde, zahlte der Abrechnungsdienst der Malteser weiterhin angezeigte Einzelabrechnungen für Wochenenden aus. Der Beschuldigte sagte, er sei davon ausgegangen, dass die Pauschale nur die Überstunden in der Woche abdecke. Auch nach einer Pauschalen-Vereinbarung von 1992 wurden bereits zusätzlich Überstunden abgerechnet, ohne dass es Beanstandungen gab.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte 2013 die heutige Dienststellenleiterin der Malteser in Duderstadt. Die Zeugin sagte aus, sie sei misstrauisch geworden, weil die Anzahl der angezeigten Stunden in keinem Verhältnis zu den Seminarstunden gestanden habe. Ihr damaliger Vorgesetzter habe ihr gesagt, er arbeite viel für die Malteser und nehme sich, was ihm zustehe.

Rechtsanwalt Michael Zilian sprach von einer undifferenzierten Aussage ohne Konkretisierung und forderte den Abbruch des Verfahrens, da der Vorwurf der Untreue nicht erkennbar sei. Sein Mandant habe sich für berechtigt gehalten, geleistete Überstunden abzurechnen. Am Arbeitsgericht war bereits ein Vergleich mit dem Malteser Hilfsdienst geschlossen, neben einem wohlwollenden Arbeitszeugnis und wechselseitigem Verzicht auf finanzielle Forderungen Stillschweigen vereinbart worden. Das interessierte das Strafgericht allerdings nicht. Richter Michael Pietzek ließ offen, ob im weiteren Verlauf des Prozesses auch Vorwürfe aus den vorläufig eingestellten Verfahren gegen den Ex-Schulleiter wegen Sachbeschädigung, Beleidigung und nicht verbuchter Spenden wieder auf den Tisch kommen. Nach seiner Kündigung war eine Garage beschmiert und das Auto der Zeugin zerkratzt worden.

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