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Ehemaliger Ottobock Mitarbeiter gesteht Betrug in Millionenhöhe

Prozess Ehemaliger Ottobock Mitarbeiter gesteht Betrug in Millionenhöhe

Wie erwartet, hat der Angeklagte im derzeitigen Prozess um Betrug in Millionenhöhe zu Lasten des Duderstädter Unternehmens Ottobock ein umfassendes Geständnis abgelegt.

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Um etwa vier Millionen Euro geschädigt: das Orthopädie-Unternehmen Ottobock in Duderstadt.

Quelle: Blank

Göttingen. Vor dem Landgericht Göttingen gab der frühere Leiter der Bauabteilung von Ottobock am Dienstag zu, in Absprache mit drei begünstigten Unternehmen jahrelang überhöhte oder gänzlich fingierte Rechnungen abgezeichnet zu haben. Dafür habe er zehn bis 20 Prozent der Rechnungssummen bekommen.

Ein Motiv seien hohe Verluste bei riskanten Spekulationsgeschäften mit Anleihen gewesen. Besonders die spektakuläre Pleite der Investment-Bank Lehman Brothers im September 2008 und ihre Folgen hätten große Löcher in sein Vermögen gerissen. Die Zockerei, gerade mit Optionsscheinen, sei für ihn „wie eine Sucht“ gewesen, erklärte der 52-Jährige.

Wenn die Regel befolgt worden wäre

Bei Ottobock hätten zwar Rechnungen in einer Höhe von mehr als 25 000 Euro offiziell von höheren Stellen freigegeben werden müssen, tatsächlich aber habe es nie Rückfragen gegeben, sagte der 52-Jährige. Wenn diese Regel befolgt worden wäre, „hätte das System nicht funktioniert“.

Zunächst hätten die Firmen Abschlagszahlungen für die angeblichen Arbeiten erhalten. Erst später, nachdem die Steuerfahndung misstrauisch geworden sei, hätten die Firmen im Nachhinein detaillierte Rechnungen erstellt, um den Betrug zu vertuschen.

Die Initiative zu den Betrügereien durch falsche Rechnungen, erklärte der ehemalige Ottobock-Bauleiter, sei nicht von ihm, sondern von den drei beteiligten Unternehmen ausgegangen – zwei Lüftungstechnik-Firmen und einem Fliesenlege-Betrieb. Die Verantwortlichen dieser Firmen wurden bereits vor Monaten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

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Die jüngste Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum „Deal“ in Strafprozessen wirkt sich auch auf das Landgericht Göttingen aus. Dies zeigte sich jetzt im Prozess gegen den früheren Bauleiter der Firmengruppe Ottobock in Duderstadt.

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