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Eichsfelder Schüler stellen Erotik-Fotos ins Netz

Sexting beunruhigt Polizei Duderstadt Eichsfelder Schüler stellen Erotik-Fotos ins Netz

Ein alarmierender Trend unter Jugendlichen beunruhigt die Duderstädter Polizei: das so genannte Sexting (siehe Infokasten). Rund 15 Prozent der 12- bis 16-Jährigen quer durch alle weiterführenden Schulen im Eichsfeld hätten in ihrem Umfeld bereits Erfahrungen mit dem Phänomen gesammelt, berichtet Dierk Falkenhagen nach vielen Gesprächen mit Beratungslehrern und Schülern.

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Sind strafbar auch bei freiwilligem Handeln: sexuelle Darstellungen Minderjähriger und deren Weitergabe.

Quelle: Blank

Eichsfeld. Dass Sexting sowohl gefährlich als auch strafbar sei, scheine den Wenigsten klar zu sein, sagt der Polizeioberkommissar, der in Präventionsprojekten an Schulen tätig ist und aktuelle Entwicklungen hautnah mitbekommt: „Jugendliche neigen dazu, sich in sozialen Netzwerken darzustellen, was teilweise immer krassere Formen annimmt.“ Im Lebensabschnitt Pubertät, in dem sich eigentlich Schamgefühle entwickeln, grassieren zunehmend Exhibitionismus und Voyeurismus.

Moneke

Moneke

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Wenn die Freundin von Rihana mit deren Billigung anzügliche Fotos des Popstars via Twitter verbreitet, ist das Teil einer Marketing-Strategie und hat kein juristisches Nachspiel. Anders sieht das aus, wenn ein x-beliebiger Jugendlicher ein Nacktfoto von sich selbst ins Netz stellt oder andere es dort weiterverbreiten. 

Das fällt unter den Paragraphen 184 des Strafgesetzbuches, der die Weitergabe pornographischen Materials an Minderjährige und Jugendpornographie verbietet und wegen der Dynamik im Internet und sozialen Netzwerken ständig ergänzt werden muss. „Die Lehrer sind bereits sensibilisiert, an vielen Schulen gibt es Handyverbote. Eltern sollten mit ihren Kindern über das Thema sprechen – auch wenn ihnen häufig Kontrollmöglichkeiten fehlen“, rät Falkenhagen.

Falkenhagen

Falkenhagen

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„Wir erkennen den Beginn einer Entwicklung, die wir stoppen wollen“, betont Duderstadts Polizeichef Otto Moneke. Ebenso wie zwischen Erotik und Pornographie gebe es Grauzonen, die Übergänge zur Strafbarkeit seien häufig fließend, räumen Moneke und Falkenhagen ein: „Zählen schon aufreizende Posen im Bikini oder werden sexuelle Handlungen zur Schau gestellt?“. Nichtsdestotrotz laufen in Duderstadt bereits erste konkrete polizeiliche Ermittlungsverfahren.

„Wir nehmen das Problem, das über den Schneeballeffekt im Netz einen Rattenschwanz von Strafanzeigen nach sich ziehen kann, nicht auf die leichte Schulter“, sagt Moneke und warnt vor Konsequenzen – von Hausdurchsuchungen über das Konfiszieren von Computer oder Handy bis zu sozialen Arbeitsstunden.

Jeder hinterlasse Spuren im Netz, das Versenden von Fotos über Smartphones könne zurückverfolgt werden. Moneke: „Bekommen wir Kenntnis davon, ermitteln wir gegen die, die Bilder einstellen, und gegen die, die sie weitergeben.“

Doch nicht nur die Polizei kann Daten ausspähen. „Die Jugendlichen sind sich nicht klar, wie sehr sie sich selbst gefährden“, sagt Falkenhagen.  In Facebook sowie diversen Chat- und Jugendforen sind pädophile Erwachsene unterwegs und versuchen, Kontakte zu knüpfen, Datenklauer laden anzügliche Fotos von Social-Media-Profilen herunter und veröffentlichen sie auf Pornoseiten.

Immerhin, konstatiert Falkenhagen, stagniere das klassische Cybermobbing. Dazu gehört auch das Verbreiten peinlicher Fotos von Mitschülern.

Sexting

Der Kofferwort-Anglizismus Sexting setzt sich aus Sex und texting zusammen. Der Begriff bezeichnet die private Verbreitung erotischen Bildmaterials des eigenen Körpers via MMS (Multimedia Messaging Services).

Das vor allem von Teenagern praktizierte Sexting basiert darauf, freizügige Fotos in soziale Netzwerke zu stellen und zu tauschen. Wohin das führen kann, zeigen Fälle wie der Selbstmord der 15-jährigen Amanda Todd.

Die Schülerin wurde wegen eines Nacktbildes gemobbt und ist in Kanada zur Symbolfigur geworden.

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